CH-Schluss: Freundlicher Start in die Woche

CH-Schluss: Freundlicher Start in die Woche

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist freundlich in die neue Woche gestartet und setzte damit seine seit rund zwei Wochen anhaltende Erholung fort. Befeuert wurden die Avancen am Montag vom zurückliegenden Notenbank-Treffen in Jackson Hole, respektive der Hoffnung auf neue Stimulierungsmassnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB), nach entsprechenden Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi.

Einen vorübergehenden Dämpfer brachte der schwächer als erwartete Ifo-Geschäftsklimaindex aus Deutschland; dieser schürte Ängste vor einem Ende der Wirtschaftsbelebung in der grössten Eurozonen-Volkswirtschaft. Keinen erkennbaren Einfluss auf den Handelsverlauf hatten dagegen aktuelle Immobiliendaten aus den USA. Bei den Einzeltiteln standen hierzulande Roche nach einer Milliardenübernahme in den USA im Fokus.

Der Swiss Market Index (SMI) ging am Montag 0,67% fester bei 8’611,58 Punkten aus dem Tag. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) legte um 0,71% auf 1’300,63 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,66% auf 8’526,86 Stellen zu. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen 25 im Plus, vier im Minus und einer (Schindler) unverändert.

Der Pharmakonzern Roche (+0,7%) hat sich mit dem Kauf des US-Biopharmaunternehmens Intermune im Bereich Lungenerkrankungen verstärkt, die Basler lassen sich diese «Arrondierungsakquisition» 8,3 Mrd USD kosten. Die Genussscheine schlossen nur knapp unter Tageshoch.

Analysten äusserten sich aber teilweise kritisch. Der Preis sei zu hoch und die Transaktion passe nicht so recht in die Folge früherer Übernahmen. Einige Kommentatoren hätten der Intermune-Übernahme auch den Kauf der restlichen Aktien der japanischen Tochter Chugai vorgezogen.

An der SMI-Spitze standen die Valoren von Actelion (+3,1%). Dem Allschwiler Biopharmaunternehmen war ebenfalls Interesse am US-Mitbewerber Intermune nachgesagt worden; nun sei eine Art «Erleichterungsrally» erfolgt, meinten Marktbeobachter. Novartis, um die dritte im Pharma-Bunde zu nennen, stiegen um 0,4%.

Ansonsten gab es wenig Nachrichten zu den Standard-Werten. Nestlé rückten um 0,6% vor, gestützt von einem ab dem Berichtstag laufenden, bereits angekündigten Aktienrückkaufprogramm. Grössere Gewinne gingen auch auf die Chemiewerte Lonza (+1,7%), Syngenta und Clariant (je +1,0%).

Die beiden Luxusgüteraktien Swatch (+0,6%) und Richemont (+0,9%) fanden sich ebenfalls bei den Gewinnern – trotz Sorgen um eine sich abflauende Konjunktur in China. Japan kann sich hingegen nach dem Notenbank-Treffen in Jackson Hole Hoffnung auf weitere Konjunkturstützen durch die Zentralbank machen.

Für den Reisedetailhändler Dufry (+0,9%) hat die Credit Suisse das Kursziel erhöht. Die Analysten rechnen zwar angesichts der Nuance-Übernahme und den bisher gemischt ausgefallen Zahlen mit einem leichten Rückgang der Gewinne in den Jahren 2014 und 2015. Ab 2016 wird aber mit höheren Gewinnen als bisher gerechnet.

Etwas fester gingen SGS (+0,2%) um. Der Warenprüfkonzern konnte in Paraguay einen alten Streitfall lösen und erhält eine Zahlung von 41 Mio USD. Die Regierung des südamerikanischen Staates hat offene Rechnungen für Schiffsinspektionen aus einem 1999 aufgelösten Vertrag nachbezahlt.

Abgaben setzte es derweil für Transocean (-1,0%), Swiss Life (-0,9%), Swisscom und Swiss Prime Site (je -0,1%). Das Immobilienunternehmen wird am Mittwoch die Halbjahreszahlen zeigen, danach folgt am Donnerstag die Bâloise (Aktie +0,1%). Die Grossbankenaktien Credit Suisse (+1,4%) und UBS (+0,9%) hielten sich gut; noch besser schnitten Julius Bär mit plus 2,9% ab.

Aus dem breiten Markt haben Vetropack (+0,1%) und Metall Zug (-0,4%) ihre Semesterabschlüsse präsentiert. Beim Glasverpackungshersteller, der ein Werk in der Ukraine besitzt, hat die dortige Krise Spuren hinterlassen, was sich auch im Gesamtjahr negativ bemerkbar machen wird. Auch Metall Zug sieht ein weiterhin «herausforderndes Marktumfeld».

Mit deutlichen Avancen wurden die Papiere des Handysoftware-Anbieters Myriad (+7,8%) gehandelt. Marktbeobachter verwiesen auf einen sehr wohlwollenden Artikel in einer Anlegerkolumne der Sonntagspresse. In diesem wurden die Valoren zum Kauf empfohlen. (awp/mc/upd/ps)

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