CH-Schluss: Leicht im Plus – Swisscom im Fokus

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag leicht im Plus geschlossen. Insgesamt sei das Geschäft auch wegen der Ferienzeit in ruhigen Bahnen verlaufen, hiess es am Markt. Neue Impulse werden am Freitag mit den neuen US-Arbeitsmarktdaten erwartet. Die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt gilt als wichtige Einflussgrösse für die US-Geldpolitik.

Am Donnerstag hatte die Bank of England erwartungsgemäss mitgeteilt, trotz steigender Inflation an ihren tiefen Zinsen festzuhalten. Die Investoren schielten aber noch immer auch auf die steigenden Corona-Infektionszahlen, hiess es. Zudem machten die staatlichen Eingriffe Chinas in einigen Sektoren die Anleger nervös.

Der SMI schloss um 0,17 Prozent höher bei 12’199,82 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, legte 0,19 Prozent auf 1983,86 Punkte zu und der breite SPI gewann 0,19 Prozent auf 15’684,34 Stellen. Von den SLI-Titeln schlossen 20 im Plus, neun im Minus und einer (Geberit) unverändert.

Im Fokus standen am Donnerstag Swisscom (+1,1), die nach einem guten Start im Tagesverlauf allerdings einen Teil der Gewinne wieder abgaben. Der Schweizer Telekom-«Platzhirsch» hatte mit seinen Halbjahreszahlen die Schätzungen der Analysten klar übertroffen. Diese lobten vor allem die Entwicklung der Gewinnzahlen im Heimmarkt Schweiz. Das Unternehmen erhöhte auch die Gewinnvorgaben für das ganze Jahr.

Deutlichere Kursgewinne bei den Bluechips verzeichneten zudem Logitech (+1,3%). Wie einer Meldung der Schweizer Börse SIX zu entnehmen war, hat der US-Vermögensverwalter Blackrock sein Aktienpaket am Computerzubehör-Hersteller auf 10 Prozent ausgebaut und wird damit grösster Logitech-Einzelaktionär.

Aufwind gab es auch für Finanzaktien: So zogen die Versicherungswerte Swiss Re (+0,9%) sowie Zurich (+0,7%) an. Zurich hatte am Vorabend die Übernahme eines Finanzberaternetzwerks in Italien mitgeteilt. Fester schlossen zudem eine Reihe von Bankentiteln, allen voran die seit Monaten gebeutelten CS (+1,0%).

Gefragt waren auch die Titel des Zahntechnik-Spezialisten Straumann (+0,8%). Sonova (+0,4%) stiegen nach dem Höhenflug des Vortages weiter. Am Vortag hatte die Bank Vontobel das Kursziel für die Titel des Hörgeräteherstellers kräftig angehoben.

Bei den SMI-Schwergewichten stützten Gewinne der Roche-Genussscheine (+1,2%) den Markt. Die Analysten der HSBC erhöhten ihr Kursziel für die Titel des Pharmakonzerns, sie blieben allerdings bei ihrem «Hold»-Rating. Die Titel der Konkurrentin Novartis (-0,1%) sowie des Nahrungsmittelriesen Nestlé (-0,5%) gaben dagegen nach.

Abwärts ging es mit den in diesem Jahr bereits gut gelaufenen Kühne+Nagel (+0,2%) sowie Lonza (-0,4%). Auch Richemont (-0,4%) gaben nach – die Titel des Luxusgüterkonzerns zählen laut Händlern zu den Werten, die stets sehr sensibel auf die Entwicklung der Coronakrise reagierten.

Abgaben gab es auch für Adecco (-0,8%). Der Personaldienstleister gab am Donnerstag eine kleinere Akquisition in Frankreich sowie eine Devestition in den USA bekannt. Die deutlichsten Verlust unter den Bluechips gab es für die Titel des Augenheilmittelspezialisten Alcon (-2,2%.)

Am breiten Markt rutschte der Kurs von Vifor (-3,9%) nach Vorlage von Halbjahreszahlen ab. Das Pharmaunternehmen zeigte zwar eine Erholung von der Corona-Pandemie, bemängelt wurde allerdings, dass die Gruppe ihre Guidance nicht erhöht, sondern «nur bestätigt» habe.

Deutliche Abgaben gab es für die Aktien des Maschinenbauers Klingelnberg (-8,0%). Dieser strich seine Gewinnprognose wegen massiver Hochwasserschäden an seinem deutschen Standort. Der Hauptaktionär verpflichtete sich, bei Bedarf einen Betrag für die Sicherung der Liquidität zur Verfügung zu stellen.

Aufwärts ging es dagegen mit den Aktien des Vakuumventilhersteller VAT (+4,8%). Das Unternehmen vermeldete zusammen mit der Zahlenvorlage weitere Marktanteils-Gewinne und konkretisierte seine Prognosen für die nächsten Monate. (awp/mc/ps)

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