CH-Schluss: Leitindex SMI markiert erneuten Rekordstand

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch seinen Aufwärtskurs den fünften Handelstag in Folge fortgesetzt, wobei der Leitindex SMI auf ein neues Allzeithoch kletterte. Für eine gute Stimmung sorgte an den Handelsplätzen die Nominierung von Christine Lagarde als neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB). Beobachter gehen davon aus, dass Lagarde die geldpolitischen Schleusen weit offenhalten wird.

Nach den „Feuergefechten im Handelsstreit“ hofften die Investoren nun auf eine „Rettung durch die Zentralbanken“, meinte ein Marktbeobachter. Eher schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt machten ihrerseits zudem eine Senkung der Leitzinsen in den USA wahrscheinlicher, hiess es. Auch an der Wall Street kletterte der breite S&P-Index vor dem US-Unabhängigkeitstag auf einen Rekordwert und der deutsche DAX-Index erreichte ein Jahreshoch.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,46 Prozent im Plus auf 10’066,53 Punkten. Am Mittag hatte er ein neues Rekordhoch bei 10’091,48 Punkten erreicht. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) stieg um 0,53 Prozent auf 1’545,29 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) erhöhte sich um 0,47 Prozent auf 12’175,80 Stellen. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen 27 im Plus, zwei im Minus und einer (SGS) unverändert.

Die klarsten Kursgewinne im SMI/SLI entfielen auf die auf ein neues Jahreshoch gekletterten Vifor Pharma (+1,5%). Fester schlossen aber auch die Aktien der Grossbank Credit Suisse (+1,3%) und des Asset Managers Partners Group (1,2%). Ein Medienbericht über nicht versteuerte Vermögen eines französischen Politikers bei der CS beeindruckte die Anleger nicht. Die UBS-Titel (+0,6%) legten etwas moderater zu.

Klar im Plus schlossen die Aktien des Duftmittelherstellers Givaudan (+1,2%). Zulegen konnten aber auch die volatilen AMS sowie die Aktien des Hörgeräteherstellers Sonova (beide +1,2%)

Swatch (+0,8% auf 281,50 Fr.) schlossen ebenfalls klar im Plus, nachdem die Analysten der US-Bank Citigroup das Kursziel für die Titel des Uhrenherstellers auf 380 Franken heraufgeschraubt haben. Auf der Gegenseite schlossen Richemont (+0,l%) nach einem schwachen Handelstag nur leicht höher, die Titel wurden von einer Ratingsenkung auf „Halten“ von „Kaufen“ durch die DZ Bank belastet.

Bei den Pharmaschwergewichte stützten vor allem Roche (+0,9%), während Novartis (+0,3%) nur moderat zulegten. Novartis musste am Mittwoch allerdings Opposition wegen ihrer extrem hochpreisigen Blutkrebstherapie Kymriah hinnehmen. Zwei NGO kündigten an, aufgrund der „verantwortungslosen Preispolitik“ des Basler Konzerns Einspruch beim Europäischen Patentamt gegen die Behandlung zu erheben.

Das dritte Schwergewicht Nestlé (+0,2%) zeigte sich derweil nur wenig verändert, nachdem die Titel kurz nach Handelsbeginn noch ein neues Allzeithoch markiert hatten. Die Analysten sowohl von Jefferies wie von Goldman Sachs erhöhten die Kursziele für die Titel des Nahrungsmittelkonzerns und bestätigten die Empfehlung „Buy“.

Der Computerzubehör-Hersteller Logitech (Aktien -0,2%) verlor derweil leicht. Das Unternehmen gab den Abgang des langjährigen Verwaltungsrats-Präsidenten Guerrino De Luca auf die kommende Generalversammlung hin bekannt. Er bleibt dem Gremium als Mitglied erhalten.

Grösste Verlierer im SMI waren ABB (-1,1%). Die Titel des Industriekonzerns litten den ganzen Tag unter einer Kurszielsenkung und einem kritischen Kommentar der Analysten von Jefferies im Vorfeld der Zahlen zum zweiten Quartal.

Im breiten Markt profitierten Gurit (+3,5%) von der Verlängerung eines Vertrags im Windturbinengeschäft in Höhe um bis zu 200 Millionen Franken um zwei Jahre. Auch die Titel des Technologieunternehmens Ascom (+1,4%) erhielten von einem Auftrag Rückenwind.

Einen Auftrag für neue Stromzähler konnte zudem Landis+Gyr (Aktien +1,0%) vermelden. Die Retailbank Valiant (Aktien +0,6%) emittierte weitere „Covered Bonds“ zu Nullzinsen. (awp/mc/pg)

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