CH-Schluss: Kaum verändert nach erneutem Rekordstand

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag, dem zweitletzten Handelstag des Jahres, kaum verändert aus der Sitzung gegangen. Nach einem neuen Rekordhoch im frühen Geschäft bei gut 10’755 Punkten ist der SMI noch vor Mittag und auch am Nachmittag noch einmal kurz in die negative Zone gerutscht, hat sich aber danach rasch wieder erholt. Insgesamt blieben die Aktivitäten im ausgedünnten Feiertagshandel überschaubar. Wenn am Montag nichts Aussergewöhnliches mehr passiert, dürfte der hiesige Leitindex das starke Börsenjahr mit einem Plus im Bereich von 27 Prozent und deutlich näher bei 11’000 als bei 10’000 Punkten abschliessen.

Und glaubt man zahlreichen Ökonomen und deren Sicht auf das kommende Jahr, dürfte 2020 die obere der beiden Wegmarken bald in Reichweite rücken; denn mit den Aktienkursen sollte es zumindest gemäss der Mehrheit der Prognosen weiter nach oben gehen. Die Stimmung sei nach wie vor gut, hiess es denn auch in Marktkreisen. Die Aussichten im Handelsstreit hätten sich dank der jüngsten Annäherung zwischen den USA und China verbessert, die Konjunktur dürfte sich 2020 erholen und die Notenbanken hielten ihre Geldschleusen weiter offen. „Einer Fortsetzung des Aufwärtstrends steht eigentlich nicht viel im Weg“, so der Tenor.

Der Leitindex SMI schloss 0,05 Prozent höher bei 10’730,15 Punkten. Im Vergleich zum Stand vor einer Woche ergab sich ein Plus von 0,5 Prozent. Der die 30 wichtigsten Werte beinhaltende SLI legte 0,08 Prozent auf 1’648,42 Punkte zu und der breite SPI 0,11 Prozent auf 12’972,24 Punkte. Am Ende standen 23 Gewinner sieben Verlierern gegenüber.

Von den Blue Chips waren Partners Group und Geberit (je +1,0%) am meisten gesucht. Dahinter rückten auch Vifor Pharma und Schindler (je +0,7%) oder Swatch, Temenos und Kühne+Nagel (je +0,6%) überdurchschnittlich vor.

Den Hauptanteil am Plus des Gesamtmarktes trugen die Genussscheine von Roche (+0,6%), welche damit seit Ende 2018 rund 30 Prozent an Wert gewonnen haben. Novartis (-0,1%) und Nestlé (-0,2%) hinkten in der Tageswertung dagegen etwas hinterher. Bei Novartis ist dies auch auf Jahressicht mit einem Plus von rund 25 Prozent der Fall, wogegen Nestlé gar Roche übertrumpfen und rund ein Drittel mehr Wert sind als noch am letzten Handelstag des Vorjahres. Auf alle Fälle ergibt dies für alle drei Schwergewichte auf Jahressicht eine beeindruckende Performance.

Einen schwierigeren Stand hatten am Freitag einige Finanzwerte, von denen Julius Bär (-1,2%) und Swiss Life (-1,1%) am meisten nachgaben, auch im Vergleich mit den übrigen der 30 wichtigsten Aktien. Beide sind mit +44 Prozent bzw. +30 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten jedoch ebenfalls sehr gut gelaufen, was nun zu einzelnen moderaten Gewinnmitnahmen führte.

Zu den Verlierern gehörten auch Swiss Re (-0,5%), Zurich (-0,3%) sowie UBS (-0,3%), die Ausnahme bildeten Credit Suisse (+0,6%). Letztere hatten aber an den vergangenen drei Handelstagen stärker unter Druck gestanden und zeigten nun eine leichte Erholung. Mit Blick auf das kommende Jahr meinte ein Händler: „Die tiefen Zinsen und die insgesamt hoch bewerteten Börsen werden es den Banken auch 2020 nicht einfach machen.“

Für etwas Gesprächsstoff sorgten im breiten Markt vor dem Jahresende noch Dätwyler (+3,3%). Wie jüngst schon Conzzeta will sich die Urner Industriegruppe von ihrem Dasein als Mischkonzern verabschieden. Der Fokus gilt künftig dem margenstarken Dichtungsgeschäft, wogegen das Geschäft mit elektrotechnischen Komponenten verkauft wird, dies allerdings mit einem grossen Verlust.

Molecular Partners (+1,4%) wurden von einem regulatorischen Fortschritt für einen Produktekandidaten zur Behandlung des Multiplen Myeloms gestützt. Die Therapie hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA den sogenannten „Orphan Drug“-Status erhalten.

Zur Rose zogen um 1,7 Prozent an. Die Versandapotheke hat die Kaufpreiszahlung für die Übernahme von Medpex durch die vorzeitige Entrichtung des Earn-out von insgesamt 39 Millionen Euro vorzeitig abgeschlossen. (awp/mc/pg)

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