CH-Schluss: Verschnaufpause im SMI nach Rally der Vorwoche

CH-Schluss: Verschnaufpause im SMI nach Rally der Vorwoche

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die neue Börsenwoche am Montag mit etwas tieferen Notierungen eröffnet und damit nach den zuletzt deutlichen Avancen eine Verschnaufpause eingelegt. Die technische Gegenbewegung überraschte die Marktteilnehmer nicht, schliesslich hatte der Leitindex SMI in der vergangenen Woche um 3% zugelegt und erstmals seit über fünf Jahren die Marke von 8’000 Punkten überschritten. In der zweiten Handelshälfte wurden mit den etwas besser als erwartet ausgefallenen Angaben zu den US-Einzelhandelsumsätzen die Kursverluste gar noch leicht eingegrenzt.

In Börsenkreisen wird schon seit einiger Zeit eine Korrektur erwartet, allerdings kein dramatischer Absturz. Dazu seien die Märkte wegen der anhaltenden und sich teilweise noch verstärkenden Geldschwemme der Notenbanken zu liquide, meinten Händler. So hatten zuletzt die Notenbanken in Australien, Polen und Südkorea die Zinsen gesenkt und weitere Schritte im Fall einer lahmenden Konjunktur angekündigt. In Brüssel diskutieren die EU-Finanzminister derweil über neue Finanzhilfen für Portugal und vor allem über die Umsetzung einer EU-Bankenunion mit integrierter Aufsicht.

Der Swiss Market Index (SMI) verlor zu Börsenschluss 0,37% auf 8’147,68 Punkten. Das Tagestiefst liegt bei 8’108 Stellen. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab um 0,50% auf 1’227,74 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,36% auf 7’656,90 Punkte nach. Von den 30 wichtigsten Titeln standen am Ende 20 im Minus und 9 im Plus und Nestlé schlossen unverändert.

Die grössten Gewinnmitnahmen bei den Blue Chips erlitten vor allem Aktien aus dem Finanzsektor. So gaben Swiss Re um 2,0% nach, obwohl die Analysten von Helvea sowohl das Kursziel als auch die Gewinnschätzungen angehoben haben. Das Anlagerating beliess man aber auf ‹Neutral›. Weiter büssten UBS um 1,4%, CS um 0,8% oder Baloise um 1,2% ein.

Bei der Swiss Life (Aktie: -1,2%) richtete sich der Fokus auf einen Artikel aus der Wochenendpresse. Demnach prüft der Lebensversicherer offenbar eine strategische Zusammenarbeit mit der Regionalbank Valiant. Dabei sei auch eine strategische Beteiligung an der Berner Bankengruppe Gegenstand der Verhandlungen, hiess es. Für Analysten kommt dieser mögliche Schritt wenig überraschend, da Swiss Life nach weiteren Vertriebskanälen suche und Partnerbeteiligungen ausschliesse. Mit den Gerüchten kamen bei Valiant Kursphantasien auf, die zu einem Anstieg von 3,8% führten.

Novartis (-0,4%) und Roche (-0,1%) konnten sich dem allgemeinen Abwärtstrend nicht ganz entziehen. Die Deutsche Bank hat das Kursziel für die Genussscheine von Roche etwas angehoben und dabei die Empfehlung ‹Buy› bestätigt. Der Pharmasektor sei derzeit heiss begehrt und nach Jahren, in denen sich die Investoren mit Patentproblemen auseinanderzusetzten hatten, würden nun Pipeline-Chancen in den Kurs eingepreist, hiess es.

ABB sanken um 0,7%. Nach CEO Joe Hogan hat mit Forschungschef Prith Banerjee ein weiteres Geschäftsleitungsmitglied den Rücktritt angekündigt. Banerjee, der erst 2012 in das Unternehmen eingetreten war, wird ABB aus familiären Gründen verlassen und in die USA zurückkehren.

Transocean gingen gar um 1,8% zurück. Der Ölbohrkonzern hatte angekündigt, dass der bisherige VR-Präsident Michael Talbert, so er denn an der GV vom kommenden Freitag wieder in den VR gewählt wird, das Gremium spätestens auf die GV 2014 verlässt. Transocean sieht sich grossem Druck seitens des Grossaktionärs Carl Icahn ausgesetzt, der eine höhere Dividendenausschüttung und die Neubesetzung des Verwaltungsrats durchsetzen will.

An der Spitze im SMI/SLI standen während beinahe des gesamten Handels Sonova (+1,5%), ohne dass es zum Hörgerätehersteller News gegeben hätte. Givaudan gewannen 0,6% und Richemont 1,0%. Der Luxusgüterkonzern wird am kommenden Donnerstag die Geschäftszahlen für das Jahr 2012/13 publizieren. Gleichentags veröffentlicht Zurich Insurance (Aktie: -1,0%) den Quartalsbericht.

Im breiten Markt hatte Santhera den Handel während der Generalversammlung ausgesetzt und am Nachmittag wieder aufgenommen. Die Titel schossen um 38% in die Höhe. Die Aktionäre haben für die Fortführung der Geschäftstätigkeit votiert und sich auch für die Prüfung aller strategischen Optionen ausgesprochen.

Schaffner büssten nach durchzogenen Halbjahreszahlen 1,3% ein. Die Erwartungen seien nicht erfüllt worden, hiess es am Markt. PSP verloren nach den Quartalszahlen mit -0,1% dagegen kaum an Terrain. (awp/mc/upd/ps)

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