CH-Verlauf: Wenig verändert – gebremst von Swiss Re
Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstag eine Stunde vor Mittag wenig verändert, gebremst vor allem von Swiss Re. Ein dritter Gewinntag in Folge und ein positiver Wochensaldo bleiben aber in Reichweite, nach zuvor zwei Wochen mit rückläufigen Kursen. Unverändert bleibt das Geschehen im Nahen Osten das dominierende Thema. Zwar ist die Situation nach gegenläufigen Äusserungen der USA und vom Iran vom Vortag weiterhin unklar. Die Aktienkurse reagieren derzeit aber eindeutig stärker auf vage Hoffnungen als auf Ängste.
Die etwa wegen der Inflationsrisiken mahnenden Stimmen im Börsenumfeld sind in den vergangenen Wochen allerdings zahlreicher geworden. Und die Onlinebank Swissquote meint denn auch in einer Einschätzung zur aktuellen Marktlage, dass der Tag nicht vor dem Abend gelobt werden sollte. Dennoch behält das positive Sentiment vorerst die Oberhand, nachdem US-Präsident Trump am Vortag eine Einigung mit dem Iran in den kommenden Tagen als möglich bezeichnet hatte.
Der Leitindex SMI notiert um 10.45 Uhr 0,07 Prozent höher bei 13’292,98 Punkten. Von den 20 SMI-Titeln stehen je die Hälft im grünen bzw. im roten Bereich. Der SMIM für die mittelgrossen Werte geht hingegen um 0,09 Prozent auf 3047,91 Punkte zurück, während der breite SPI wiederum 0,10 Prozent auf 18’846,00 Punkte anzieht.
Dass die Zeichen eher auf Entspannung stehen, zeigt sich auch am Ölpreis. Für ein Fass der Sorte Brent wird derzeit rund 100 US-Dollar verlangt. In der Nacht hat sich der Preis knapp über dieser Grenze bewegt, er hat am Vortag aber auch schon bei unter 98 Dollar gelegen. Noch vor wenigen Tagen mussten knapp 115 Dollar bezahlt werden.
Swiss Re bremsen Gesamtmarkt
Vor allem wegen der schwachen Swiss Re (-4,1%) steht der Gesamtmarkt nicht klar im Plus. Der Rückversicherungskonzern hat mit seinen am Morgen vorgelegten Erstquartalszahlen die Erwartungen am Markt beim Reingewinn zwar deutlich übertroffen, lag aber beim Umsatz unter den Erwartungen. Die Gewinne des Vortages von knapp 3 Prozent lösen sich damit wieder in Luft auf.
Auch Swisscom (-1,0%) geben nach Zahlen nach, allerdings wesentlich moderater. Die Zahlen des Telekommunikationskonzerns sind gemischt ausgefallen. Während Swisscom beim operativen Gewinn die Analystenerwartungen übertraf, blieb das Unternehmen sowohl beim Reingewinn als auch beim Umsatz hinter den Prognosen zurück.
Zusammen mit den genannten Titeln bilden Swiss Life (-0,9%) und Alcon (-1,8%) das Schlussquartett. Alcon setzen damit nach dem Einbruch vom Vortag von über 10 Prozent den Abwärtstrend fort.
Von Konjunkturhoffnungen getrieben ziehen dagegen Titel wie Richemont (+2,5%) an der Tabellenspitze, Holcim (+2,0%) oder Geberit (+1,4%) klar an. Auch Logitech (+2,0%), die am Vortag im Anschluss an eigentlich gut aufgenommene Zahlen wenig verändert schlossen, rücken am Berichttag deutlicher vor.
Von den Schwergewichten halten sich einzig Roche (+0,3%) im Plus, wogegen Novartis (-0,2%) und Nestlé (-0,6%) nach freundlichem Start in die Verlustzone zurückgefallen sind.
Im breiten Markt schiessen AMS Osram nach Zahlen um fast ein Viertel nach oben. Ankündigungen zu Geschäftsfeldern in den Bereichen AR und AI machen hier Hoffnungen auf die Zukunft.
Auch Ypsomed (+5,7%) legen kräftig zu. Rückenwind erhalten die Titel laut Händlern von einer Hochstufung durch Exane BNP Paribas auf «Outperform» von zuvor «Underperform». Zudem stützt auch eine strategische Entscheidung von Novo Nordisk, die Ypsomed die Umsätze mit dem Pharmakonzern länger sichern sollte.
Valiant (-11%) geraten hingen nach Zahlen zum ersten Quartal massiv unter Druck. Analysten zeigen sich vom geringen Gewinnwachstum enttäuscht. Aber auch Gewinnmitnahmen dürften eine Rolle spielen. (awp/mc/ps)