CH-Schluss: Wenig Veränderung – Konjunktursorgen bleiben

CH-Schluss: Wenig Veränderung – Konjunktursorgen bleiben

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Mittwoch insgesamt praktisch unverändert geschlossen. Nach dem sehr schwachen Vortag mit einem Minus von 1,8% beim SMI hat sich der Markt damit zumindest vorübergehend etwas stabilisiert. Die anfänglich erneut eher trübe Stimmung am Berichtstag wurde von Händlern mit negativen Konjunkturdaten aus Deutschland begründet. Die dortigen Einkaufmanagerindizes hätten dabei einigermassen erfreuliche Konjunkturdaten aus China überschattet, hiess es im Handel.

Eine etwas festere Eröffnung der Märkte in den USA bzw. positive US-Konjunkturdaten führten dann – zumindest vorübergehend – zu einem leichten Anstieg der Kurse hierzulande und einem Ausflug in den positiven Bereich. Danach gaben die Kurse aber wieder etwas ab, hielten sich aber ganz knapp im Plus. Das fünfte Minus in Folge beim SMI konnte somit knapp verhindert werden. Insgesamt sprachen Marktteilnehmer von einem eher unentschlossenen Markt, wobei Konjunktursorgen wieder etwas Überhand genommen hätten.

Der Swiss Market Index (SMI) gewann zum Schluss 0,01% auf 6’627,41 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) legte mit um 0,09% auf 991,34 Zähler etwas mehr zu, beim breiten Swiss Performance Index (SPI) wiederum waren es zum Schluss +0,06% zu auf 6’114,95 Punkte.

Im Fokus bei den Blue Chips standen u.a. die Aktien von Actelion (-0,1%). Der Basler Biopharmakonzern hat Details zu Studiendaten eines Nachfolgers für das Hauptproduktes Tracleer (Macicentan bzw. Opsumit) veröffentlicht. Analysten sprachen von soliden Daten, die Entwicklung des Produktkandidaten übertreffe die Erwartungen mehrheitlich. Die anfänglich deutlichen Kursverluste begründeten Händler mit Gewinnmitnahmen. Die Aktie ist mit einem Plus von 40% seit Jahresanfang nämlich Spitzenreiter bei den wichtigsten Schweizer Dividendenwerten.

Daneben fanden vor allem auch die Aktien der Grossbanken Beachtung bei Investoren, wobei sich CS (-0,6%) und UBS (+1,9%) stark gegensätzlich entwickelten. Händler sprachen bei der CS von Verkäufen aus dem angelsächsischen Raum. Die zweitgrösste Schweizer Bank wird am (morgigen) Donnerstag ihr Drittquartalsergebnis bekannt geben, wobei im Vorfeld viele Spekulationen die Runde machten. Grössere Themen könnten etwa eine Reorganisation des Bereichs Asset Management sowie die laufenden Bemühungen zum Aufbau des Kapitals sein, hiess es in Börsenkreisen. Die UBS folgt dann am kommenden Dienstag mit ihrem Zahlenausweis.

Neben der CS werden zwei weitere Blue Chips am Donnerstag Zahlen bekannt geben, und zwar Novartis (-0,7%) und ABB (-0,3%). Novartis hatte wenig Gutes zu berichten. Zum einen hat das Gesundheitsministerium in Italien die Verwendung dreier Grippe-Impfstoffe wegen möglicher Nebenwirkungen provisorisch untersagt, ausserdem soll die Generika-Tochter Sandoz in einen italienischen Hormon-Skandal involviert sein.

Grösste Gewinner waren Syngenta (+2,7% auf 354,80 CHF). Der Agrochemie-Hersteller hatte am Vortag seine Umsätze publiziert. Nun haben etwa die Analysten der Deutschen Bank das Kursziel um 20 auf 420 CHF erhöht. Der Ausblick auf das vierte Quartal sei stark ausgefallen, hiess es dazu etwa.

Weitere grössere Gewinne gingen u.a. an Sonova (+1,0%). Der Hörgeräte-Hersteller präsentiert derzeit auf dem Internationalen Hörgeräteakustiker-Kongress (EUHA) in Frankfurt eine Reihe von Produktneuheiten. Ebenfalls klar zulegen konnten Geberit (+1,0%), Kühne+Nagel (+0,9%) oder Swisscom (+0,6%), ohne dass dazu fundamentale News vorhanden gewesen wären. Nestlé (+0,3%) profitierten von eine positiven Einschätzung von Goldman Sachs.

Die schwächsten Werte waren Transocean (-1,6%). Der Ölbohrkonzern hat einen Wechsel an der Spitze seiner Rechtsabteilung bekannt gegeben. Marktteilnehmer massen dem zum Teil eine mögliche materielle Bedeutung zu, da der Konzern doch in viele Rechtsfälle verwickelt sei. Daneben waren es angesichts der Konjunkturbefürchtungen vor allem Zykliker und Finanzwerte, die unter Druck standen. So etwa Sika (-1,0%) und Schindler (-0,8%) oder Swiss Life (-0,9%) und Baloise (-0,6%).

Im breiten Markt kam es gegen Handelsschluss zu Gewinnmitnahmen bei Cytos (-15%). Die Titel waren nach der Ernennung eines in der Biotechbranche bekannten neuen Konzernchefs vor zwei Wochen kaum mehr zu halten. Von Roll legten nach Zahlen 0,5% zu. (awp/mc/hfu/upd/ps)

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