CH-Verlauf: SMI gibt nach – Ölpreise und Zinssorgen belasten

CH-Verlauf: SMI gibt nach – Ölpreise und Zinssorgen belasten
(KI-generiert)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt gibt am Donnerstag etwas nach und knüpft damit an die Vortagesverluste an. Belastet wird die Stimmung von weiterhin hohen Ölpreisen und steigenden Anleiherenditen. Der Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) brachte derweil keine Überraschung.

Die Ölpreise bleiben ein wichtiger Taktgeber für die Inflations- und Zinserwartungen. Nach einem kräftigen Anstieg kostet ein Fass Brent am Vormittag wieder 106 Dollar und damit deutlich mehr als am Vortag. Gleichzeitig bleibt die Lage rund um die Strasse von Hormus angespannt.

Zusätzlichen Druck bringen die stark gestiegenen Renditen am US-Anleihemarkt. Die Rendite 30-jähriger Treasuries erreichte den höchsten Stand seit 2004. Steigende Renditen machten Staatsanleihen zunehmend attraktiver und könnten Kapital aus Aktien abziehen, heisst es am Markt. Auch robuste Konjunkturdaten stützen die Zinssorgen.

Die SNB beliess ihren Leitzins wie erwartet bei null Prozent. Gleichzeitig erhöhte sie ihre Inflationsprognose nur leicht. Ob damit Zinserhöhungen auch hierzulande in absehbarer Zeit wahrscheinlicher werden, wird von Ökonomen unterschiedlich beurteilt.

SMI im Minus

Der SMI verliert gegen 11.00 Uhr 0,30 Prozent auf 13’880,03 Punkte. Der Mid-Cap-Index SMIM fällt um 0,14 Prozent auf 3’116,50 Punkte zurück, während der breite SPI um 0,31 Prozent auf 19’693,18 Punkte nachgibt.

Auch an den übrigen europäischen Börsen überwiegen die Verluste. Der deutsche DAX und der französische CAC 40 geben mit Verlusten von 0,8 Prozent noch deutlicher nach. Dass sich die Einbussen am Schweizer Markt in Grenzen halten, ist vor allem den Kursgewinnen der Schwergewichte Nestlé (+0,6%) und Novartis (0,5%) zu verdanken.

Logitech und Finanzwerte schwach

Am stärksten verlieren Logitech (-3,8%). Händler sprechen von Gewinnmitnahmen nach der starken Entwicklung seit Wochenbeginn. UBS (-1,9%) setzen ihre Vortagesverluste fort. Am Mittwoch hatte sich der Ständerat für eine deutliche Verschärfung der Eigenmittelvorschriften für die Grossbank ausgesprochen.

Auch andere Finanzwerte stehen unter Druck. Partners Group (-3,6%) sowie aus dem Mid-Cap-Bereich Julius Bär (-1,6%) und Swissquote (-2,6%) geben deutlich nach. Bei den Versichererwerten verlieren Zurich (-1,3%), Swiss Life (-0,6%) und am breiteren Markt Helvetia Baloise (-1,3%).

AMS Osram unter Druck

Neben Logitech stehen auch in der zweiten Reihe Technologiewerte auf den Verkaufslisten. AMS Osram (-8,4%) geben einen Teil der kräftigen Vortagesgewinne wieder ab. Auch VAT, Inficon und Comet notieren im Minus, wenn auch in deutlich geringerem Umfang.

Gesucht sind dagegen die Schokoladenwerte Lindt&Sprüngli (+1,3%) und Barry Callebaut (+1,0%), die weiterhin von den zuletzt aufgehellten Perspektiven für die Branche profitieren. An der Spitze steht LEM (+6,4%) nach einer kräftigen Kurszielerhöhung durch Vontobel.

Deutlich abwärts geht es dagegen für Burckhardt Compression (-3,7%) nach einer vorsichtigen Analystenstudie von Berenberg. (awp/mc/pg)

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