CH-Schluss: SMI schliesst vor Weihnachten fast auf Rekordhoch

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Tag vor Heiligabend weitere Bestmarken gesetzt. Erstmals überwand der Leitindex die Marke von 10’700 Punkten und schloss dann auch klar darüber. Ein Börsianer sprach von einem erfreulichen Weihnachtsgeschenk. Das Geschäft sei aber ruhig und ohne grössere Umsätze verlaufen. „Viele Marktteilnehmer bleiben zu Hause und schlagen eine Brücke ins neue Jahr“, so der Händler. An den Weihnachtsfeiertagen bleibt die Börse geschlossen und wird erst am Freitag wieder geöffnet.

Der Händler beschrieb den Markt als ein Schiff unter vollen Segeln, aber ohne Wind. Einige Akteure betrieben zwar noch ein gewisses Window-Dressing, grössere Positionen wolle aber niemand mehr eingehen. Vielmehr ritten die Märkte weiter auf einer Welle der Erleichterung, nachdem sich die USA und China im Handelsstreit aufeinander zubewegt haben. Auch der klare Wahlausgang in Grossbritannien habe Unsicherheit aus den Märkten genommen.

Der Leitindex SMI stieg bis auf ein neues Hoch von 10’734 Zählern und schloss um 0,42 Prozent fester mit 10’724,34 Punkten. Der die 30 wichtigsten Werte beinhaltende SLI avancierte um 0,37 Prozent auf 1’647,04 und der breite SPI um 0,48 Prozent auf 12’957,44 Zähler. Am Ende standen sich 23 Gewinner und sieben Verlierer gegenüber.

Starke Gewinne bei den Blue Chips verzeichneten die Anteile der Luxusgüterhersteller Swatch (+1,8%) und Richemont (+1,3%), die sich 2019 schlechter als der Markt entwickelt und zuletzt unter schwachen Exportzahlen gelitten hatten. Gefragt waren auch Technologietitel wie der Softwarehersteller Temenos (+1,9%) und der Computerzubehörhersteller Logitech (+0,6%).

Zu den begehrenswerten Papieren zählten Händler auch die Aktien von Firmen, die die Anleger in den Depots sehen wollen, weil diese gut gelaufen sind, zuverlässige, attraktive und am besten jedes Jahr etwas höhere Dividenden ausschütten. Dazu gehörten beispielsweise Nestlé (+0,5%), Novartis (+0,6%) und Roche (+0,6%).

Roche und Novartis profitierten laut Handel von der insgesamt guten Nachfrage nach Vertretern aus der Gesundheitsbranche. Entsprechend griffen Anleger auch bei Lonza (+0,8%), Vifor (+0,5%) und Sonova (+0,6%) zu. Roche konnte zudem mit einer Lizenzvereinbarung im Bereich der Gentherapien bei den Anlegern punkten.

Eine Vorliebe für den Gesundheitssektor machte sich auch im breiten Markt bemerkbar. Hier zogen Titel wie Obseva, Evolva und Medartis zwischen 15 und 2,5 Prozent an.

Höher bewertet wurden Zykliker wie Geberit (+0,7%), Sika (+0,7%) und SGS (+0,5%). Sie dürften von der Hoffnung auf eine wirtschaftliche Belebung im kommenden Jahr profitiert haben, hiess es.

Am Ende der Kurstafel standen die Aktien der CS (-1,0%). Die Aktien der UBS (-0,04%) schlugen sich etwas besser. Die jüngsten Nachrichten der Credit Suisse zur Beschattungsaffäre kratzten weiter am Ansehen der Branche. „Viele Kunden wollen einfach keine (Gross-)Banken in ihren Depots sehen. Da war die Beschattungsaffäre bestimmt auch keine Hilfe, damit sich das ändert“, kommentiert ein Händler. Die Affäre sei schon sehr speziell. „Das zeugt von einer richtigen Misstrauensunkultur.“

Dass die Aktien der Zurich (-0,2%) schwächer waren, begründeten Händlern mehr mit Gewinnmitnahmen als mit der Ablehnung gegenüber Finanzwerten. Zürich stiegen 2019 um überdurchschnittliche 37 Prozent. Die Anteilsscheine von Swiss Life (+0,9%) hoben sich vom den Branchentrend deutlich ab. Swiss Re (+0,2%) waren ein wenig höher.

Auch die am breiten Markt gehandelten Aktien der Schweizerischen Nationalbank blieben nicht vor Abgaben gefeit. Gewinnmitnahmen drückten den Kurs um 4,1 Prozent. Der Titel hat 2019 mehr als einen Drittel hinzugewonnen.

DKSH gewannen 1,8 Prozent. Der Expansionsdienstleister baut sein Geschäft in Australien und Neuseeland weiter aus und übernimmt dazu den Spezialchemie-Distributor Axieo. Gesucht waren die Aktien von Dufry (+2,2%). Der Reisedetailhändler Dufry hat einen über acht Jahre dauernden Vertrag mit dem Pearson International Airport in Toronto abgeschlossen. Zusätzlich sorgten Deckungskäufe für Auftrieb bei den Dufry-Aktien.

Ascom gewannen 5,3 Prozent. Händler erwähnten den Kauf von rund 10’000 Aktien durch einen „Insider“ und verwiesen auf die laufende Restrukturierung bei der Technologiefirma und damit verbundene Übernahmespekulationen. (awp/mc/pg)

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