CH-Schluss: SMI zur Wochenmitte erneut fester

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat auch am Mittwoch im Plus geschlossen. Am Vormittag war der Leitindex SMI gar auf ein neues Allzeithoch geklettert. Laut Händlern war dies Spekulationen auf eine Einigung im Handelsstreit zwischen China und den USA zu verdanken. Niemand wolle abseits stehen, wenn der Deal Tatsache werde, sagte ein Händler. Konkrete Fortschritte bezüglich einer Übereinkunft zwischen den USA und China wurden allerdings nicht bekannt. Einige Händler warnten daher vor überhöhten Erwartungen.

Kaum Einfluss auf den hiesigen Markt hatten verschiedene US-Konjunkturdaten. So ist die US-Wirtschaft im Sommer etwas stärker gewachsen als bisher gedacht. Die Konsumausgaben der Privathaushalte stiegen im Oktober in etwa wie prognostiziert. «Insgesamt waren die Wirtschaftsdaten aus den USA weniger schwach als erwartet», sagte ein Börsianer. Womöglich könne nun der am Abend anstehende Konjunkturbericht (Beige Book) der US-Notenbank noch das Interesse der Anleger wecken, bevor morgen in Nordamerika dann aber das «Thanksgiving»-Fest auf der Agenda stehe.

Der SMI schloss um 0,21 Prozent höher bei 10’529,26 Punkten. Am Morgen hatte er bei 10’541,48 Stellen ein neues Allzeithoch markiert. Der 30 Werte zählende SLI stieg um 0,28 Prozent auf 1’618,09 und der umfassende SPI um 0,12 Prozent auf 12’699,96 Zähler. 24 der 30 SLI-Titel legten zu, während 5 nachgaben. Die Sika-Aktien schlossen unverändert.

Bei den Einzeltiteln standen AMS (+1,6%) Partners Group (+1,5%) oder Richemont (+1,3%) auf den Einkaufszetteln. Beim Luxusgüterhersteller verwiesen Händler auf die Handelsstreit-Hoffnungen. Dem Titel wurde attestiert, dass er von einer Einigung besonders profitieren könnte. Auch Swatch legten um 0,3 Prozent zu.

Bei Clariant (+0,2%) wiederum sorgten neue Analysteneinschätzungen für die Musik. Besonders optimistisch war der Analyst der Credit Suisse, der wegen des Verkaufs von Firmenteilen mit einem Milliarden-Segen für die Aktionäre rechnet. Allerdings bröckelten die Gewinne im Tagesverlauf etwas ab.

Auch mit Vifor Pharma (+0,8%) ging es wegen positiven Analysteneinschätzungen nach oben. So hatte die CS das Kursziel deutlich über das aktuelle Kursniveau erhöht.

Sonova (+0,5%) profitierten von institutionellen Käufen, ausgelöst durch eine ermutigende Branchenstudie aus dem Hause Commerzbank. Sie verhalfen den Aktien zu einer Kurserholung.

Die beiden Grossbanken-Papiere Credit Suisse (+0,8%) und UBS (+0,5%) entwickelten sich nach Verlusten vom Vortag wieder positiv.

Eine Stütze für den Gesamtmarkt waren zudem Novartis (+0,6%). Andere defensive Papiere waren hingegen weniger gefragt. So bildeten Lonza (-1,0%) das Ranglistenende. Auch Roche (-0,5%) waren bei den Verlierern anzutreffen.

Alcon (-0,1%) litten erneut etwas unter Fondsverkäufen aus dem angelsächsischen Raum. Angeblich kommen die hohen Zusatzkosten rund um die Abspaltung von Novartis bei diesen Investoren gar nicht gut an.

Am breiten Markt stachen Kudelski (+8,4%) positiv hervor. Das Technologieunternehmen hatte am Vorabend einen Auftrag von Microsoft vermeldet. Für Aufsehen sorgten auch Evolva (+5,0%), nachdem das Pharmaunternehmen organisatorische Veränderungen angekündigt hatte.

Auf der anderen Seite zählten die Papiere des stark angeschlagenen Stahlkonzerns Schmolz+Bickenbach (-7,9%) einmal mehr zu den grössten Verlierern. Mit den Hochdorf-Aktien (-4,6%) gehörte noch ein weiteres angeschlagenes Unternehmen zu den Titeln mit grösseren Einbussen.

Unter Druck waren auch Vetropack (-3,4%) nach einer Herabstufung durch die ZKB. Meyer Burger (-3,6%) wurden für die momentane Nachrichtenflaute abgestraft.

Bei Comet (-2,5%) liessen die aggressiven Deckungskäufe der letzten Tage spürbar nach. Die Aktien von Alpiq (-3,5%) verschwinden per 17. Dezember von der Schweizer Börse. Die SIX hat einem Gesuch des Konzerns zur Dekotierung stattgegeben. (awp/mc/pg)

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