CH-Schluss: SMI schliesst unter Tageshoch fester

Boerse

Zürich – Die Schweizer Börse hat am Montag nach einem über weite Strecken wenig veränderten Verlauf im Spätgeschäft zunehmend Tritt gefasst und fester geschlossen. Nach den Verlusten der Vorwoche hätten sich die Anleger ein Herz gefasst und die tieferen Kurse als Einstiegsgelegenheit genützt, hiess es im Handel. Zusätzliche Unterstützung kam von der Wall Street, die nach den Einbussen der Vorwoche ebenfalls zu einer Gegenbewegung ansetzte und kräftig zulegen konnte. Zur Erholung beigetragen haben dürfte auch, dass die chinesischen Behörden mit einem neuerlichen Konjunkturprogramm reagiert und an den Märkten eingegriffen hätten, hiess es weiter.

Der Sorgenfaktor Nummer eins sei aber nach wie vor das Coronavirus. Die Anleger reagierten weiterhin sensibel auf die Angaben zur Ausbreitung der neuartigen Lungenkrankheit. Allerdings gelte es Übertreibungen zu vermeiden, sagten Händler. «Es ist schon sehr viel Negatives in den Kursen eingepreist. Ob das genügt, werden wir aber erst sehen, wenn die Firmen mehr Klarheit haben und wenn wir sehen, ob und wann die Epidemie ihren Höhepunkt erreicht», sagte ein Händler. Die Nervosität habe sich aber etwas gelegt, sagte ein anderer Händler mit Verweis auf den Volatilitätsindex VSMI. Das Angstbarometer der Börse ermässigte sich um 7 drei Prozent.

Der Leitindex SMI bewegte sich während längerer Zeit in einer Spanne von rund 50 Punkten auf und ab, bevor er zu einer Aufholjagd ansetzte und um 0,35 Prozent höher auf 10’664,95 Punkten schloss. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Werte enthalten sind, gewann 0,31 Prozent auf 1’632,88 Zähler und der umfassende SPI 0,37 Prozent auf 12’919,15 Zähler. 23 der 30 SLI-Titel legten zu und 7 gaben nach.

Enttäuschungen werden weiterhin rigoros abgestraft. Dieses Mal traf es die Aktien von Julius Bär mit -3,5 Prozent. Der Vermögensverwalter wartete mit einem enttäuschenden Geschäftsergebnis 2019 auf. Bis auf den Betriebsertrag, der im Rahmen der Konsenserwartungen lag, verfehlte der bereinigte Konzerngewinn selbst die pessimistischsten Annahmen, hiess es etwa bei der ZKB. Nichts überraschendes bot nach Ansicht der Analysten auch das Strategie-Update für die Periode 2020 bis 2022, mit dem die Bank nun Gegensteuer geben will.

Erneut tiefer notierten die Aktien der Firmen mit Bezug zu Asien und dem Welthandel: Die Anteile des Logistikkonzerns Kühne+Nagel fielen um 1,4 Prozent und die des Warenprüfkonzerns SGS 2,3 Prozent. Bei SGS dürfte der nach Börsenschluss angekündigte Verkauf eines 12,7-Prozent-schweren Aktienpakets der Familie von Finck auf den Kurs gedrückt haben. Die Titel der stark auf China fokussierten Technologiefirma AMS (-0,9%) machten derweil einen Teil der Kursabschläge wett.

Die Papiere der Luxusgüterhersteller Swatch (+1,0%) und Richemont (+0,4%) drehten im Verlauf nach oben. «Swatch steht auf einem Mehrjahrestief. Da ist so viel China-Malus im Kurs eskomptiert, es kann eigentlich nur nach oben gehen», sagte ein Händler.

Die Anteile der beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS gaben Gewinne wieder ab und schlossen um 0,3 und 0,1 Prozent im Minus. Händler verweisen bei der CS auf die Medienberichte vom Wochenende, wonach der entlassene CS-Stabschef Pierre-Olivier Bouée offenbar auch Greenpeace ausspionieren liess und dass der Verwaltungsrat am Dienstag tagen soll. Die Führung der Bank steht seit einiger Zeit unter Druck.

Die Assekuranztitel tendierten mehrheitlich ebenfalls fester.

Die Anteile der Marktschwergewichte Novartis (+0,3%) und Roche (+0,3%) rückten nach anfänglichen Verlusten in die Gewinnzone vor. Eine starke Stütze für den SMI waren einmal mehr die Anteile von Nestlé (+0,6%).

Gesucht waren zudem Temenos (+1,6%), die den Verlust vom Freitag wettmachten, der Bauchemietitel Sika (+1,3%), der Asset Manager Partners Group (+1,2%) und der Medikamentenhersteller Vifor Pharma (+1,5%).

Am breiten Markt zogen Idorsia (+6,5%) kräftig an. Die Analysten von Barclays starteten die Analyseabdeckung mit dem Rating «Overweight».

HBM Healthcare (+4,0%) profitierten vom erfolgreichen IPO eines ihrer Portfolio-Unternehmens.

Die Aktien von Zur Rose (+2,9%) erholten sich teilweise von den Verlusten vom Freitag, als der Kurs nach einer Aktienplatzierung unter Druck geraten war. (awp/mc/pg)

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