CH-Verlauf: SMI mit Spurt zum Wochenschluss

CH-Verlauf: SMI mit Spurt zum Wochenschluss
(KI-generiert)

Zürich – Der Wochenausklang verläuft am Schweizer Aktienmarkt versöhnlich. Dabei gelingt es dem Leitindex SMI, sich erneut über die psychologisch wichtige Marke von 14’000 Punkten zu schieben. Ob es dem Barometer auch gelingt, sich nachhaltig darüber zu etablieren, dürfte nicht zuletzt auch von der weiteren Entwicklung der Ölpreise und Anleihemärkte abhängen.

Denn das Dreiergespann von Inflationssorgen, Energiepreisen und Geopolitik ist weiterhin die treibende Kraft an den Finanzmärkten. Medienberichte, wonach der Iran den USA einen neuen Vorschlag zur Wiederaufnahme der Verhandlungen über ein mögliches Ende des Krieges vorgelegt hat, nehmen etwas Druck von den zuletzt wieder stark gestiegenen Ölpreisen. Und auch bei den Anleihen hat sich der jüngste Ausverkauf zumindest etwas verlangsamt. «Doch der rasante Anstieg der weltweiten Renditen in dieser Woche lässt die Alarmglocken läuten», kommentiert eine Händlerin. Egal wo man schaut, notieren die Renditen der relevanten 10-jährigen Staatsanleihen auf Mehrjahreshochs.

«Die globalen Aktienmärkte als sinnbildliche Schnellstrassen sind durch immer neue Baustellen zu einem Kreisverkehr geworden», kommentiert ein Händler. «Energiepreise, Anleiherenditen, Inflation, Nahost-Konflikt und Konjunktursorgen lassen die Anleger von einem Thema zum nächsten fahren, ohne dass sich bislang eine klare Richtung herausbildet.» Für eine nachhaltige Ausfahrt brauche es deshalb nicht zwingend neue positive Impulse – zunächst müssten einige der bestehenden Belastungsfaktoren verschwinden.

Der SMI klettert gegen 11.00 Uhr um 0,82 Prozent auf 14’019,22 Punkte. Bei den 20 SMI-Titeln sind die Gewinner mit 17 klar in der Überzahl. Der Mid-Cap-Index SMIM gewinnt 0,92 Prozent auf 3’127,68 Punkte und der breite SPI 0,83 Prozent auf 19’869,06 Zähler.

Dass der SMI nicht noch stärker im Plus steht, liegt an den Schwergewichten. Nestlé (-0,5%) bremsen dabei am stärksten aus, während Roche (+0,1%) dem Markt hinterherhinken. Lediglich Novartis (+0,7%) ist es im Handelsverlauf gelungen, sich weiter nach oben zu arbeiten.

Neben Nestlé geben nur noch Lonza (-1,0%) und Sandoz (-0,4%) nach. Allerdings zählen die Aktien der Generika-Spezialistin mit einem Plus von mehr als 4 Prozent seit Montag bislang zu den grössten Wochengewinnern. Zusammen mit Galderma (+1,7%) sind Sandoz erst seit dieser Woche im SMI enthalten.

Die deutlich längere Gewinnerliste führen nach einem bisher eher schwachen Wochenlauf die Papiere der UBS (+3,2%) an. Börsianer verweisen auf Gerüchte am Markt, die Grossbank könne womöglich einen Zusammenschluss mit der Morgan Stanley aus den USA anstreben, um dem geplanten strengeren Eigenmittelregime von Bundesrat und Parlament entgehen zu können.

Mit Kursgewinnen zwischen 2,1 und 1,8 Prozent folgen Holcim, Givaudan, Partners Group und ABB. Während Givaudan von einem positiven Analystenkommentar gestützt werden, kommt ABB mit seinem am Vortag vorgestellten Portfolio für die Versorgung von KI-Rechenzentren mit Gleichstrom sehr gut an.

Stark gefragt sind einmal mehr auch Technologiewerte. Neben VAT (+2,0%) gewinnen in den hinteren Reihen auch Inficon und Comet jeweils mehr als 2 Prozent hinzu. AMS Osram (-1,5%) legen unterdessen nach dem bislang starken Wochenverlauf eine Verschnaufpause ein.

In den hinteren Reihen stechen die Aktien vom Biotech-Pennystock Addex mit einem Sprung um knapp 15 Prozent hervor. Das Unternehmen erhält vom Partner Indivior Die Rechte an Forschungskandidaten zurück. Für den CEO Tim Dyer ist dies positiv. Der Medikamentenkandidat sei nicht gescheitert, wie er gegenüber AWP betonte. Vielmehr erhalte Addex nun ein Programm zurück, in das bereits erhebliche Summen investiert worden seien.

Auch Huber+Suhner (+3,4%) sind gesucht, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, das Connected-Intelligence-Geschäft der britischen Motion Applied zu übernehmen. (awp/mc/pg)

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