CH-Schluss: US-Sorgen setzen SMI deutlich unter Druck

CH-Schluss: US-Sorgen setzen SMI deutlich unter Druck

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag schwach geschlossen und setzt damit den Abwärtstrend der vergangenen Woche fort. Der Leitindex SMI gab dabei die Schwelle von 7`900 Stellen Preis. Die nach wie vor ungelösten Budgetfragen in den USA und die Sorge vor der drohenden Zahlungsunfähigkeit der weltgrössten Volkswirtschaft belasteten die Börsenstimmung und liessen die Aktienkurse sinken. Sowohl die Regierung von Präsident Barack Obama als auch die oppositionellen Republikaner machten zum Wochenbeginn klar, dass sie nicht an ein Einlenken denken. Im späteren Nachmittagshandel sorgten allerdings dennoch aufkeimende Hoffnungen über Bewegung im Budgetstreit für eine gewisse Kurserholung auf tieferem Niveau.

Angesichts fehlender Impulse von der Makro- und Unternehmensseite prägten die US-Budgetdebatte das Geschehen. Im Hinblick auf potenzielle Folgen verloren vor allem Finanzwerte stark. Zyklische Valoren schlossen teils ebenfalls überdurchschnittlich schwächer, teils hielten sie sich etwas besser. Belastet haben indessen auch die defensiven Schwergewichte.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,70% tiefer auf 7`887,86 Punkte (Tagestief: 7`856). Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsste um 0,68% auf 1`206,29 Zähler ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,62% auf 7`502,96 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 26 im Minus, drei im Plus und einer (Dufry) unverändert.
Bei den Blue Chips lagen UBS (-2,2%) am Tabellenende. Die Grossbank geriet im Zusammenhang mit den Untersuchungen wegen möglicher Manipulationen von Fremdwährungskursen verstärkt unter Druck, auch wenn offiziell noch keine Namen von betroffenen Banken genannt wurden. Allerdings ist die UBS im internationalen Devisenhandel ein wichtiger Player. Der Branchennachbar CS verlor mit -0,8% weniger, ebenso Julius Bär (-0,6%). Aus der Versicherungsbranche fielen Zurich (-1,3%) und Swiss Life (-1,2%) durch überdurchschnittliche Einbussen auf.

Ebenfalls überdurchschnittliche Verluste erlitten zyklische Valoren wie Geberit (-1,2%) und Sika (-1,1%). Deutlichere Abgaben verzeichneten auch Givaudan (-1,0%), die am kommenden Donnerstag als erstes SMI-/SLI-Unternehmen den Q3-Ausweis (nur Umsatz) vorlegen. Die politischen Unsicherheiten in den USA drohen die konjunkturelle Entwicklung weltweit zu belasten. Dabei scheine auch die Erholung in Europa in Gefahr zu geraten, hiess es zu den Abgaben in diesen Titeln.

Demgegenüber kamen einige ebenfalls konjunktursensitive Titel besser weg oder legten gar zu. So verloren Syngenta, ABB, Schindler oder Swatch (-1 bis -0,3%) nur geringfügig; Dufry schlossen unverändert. Sonova (+1,3%), Adecco (+0,6%) und Lonza (+0,5%) zogen gar an. In Sonova lagen keine News vor, auch blieben die Umsätze eher gering.

Adecco und ABB profitierten von Ratingerhöhungen. Barclays hob Adecco auf `Overweight` von zuvor `Equalweight`, während HSBC das Kursziel erhöhte. Die Barclays-Analysten sehen in Europa – unter anderem auch in dem für den Personalvermittler wichtigen französischen Markt – ermutigende Anzeichen. ABB wurden derweil von JP Morgan auf `Neutral` von `Underweight` höher eingestuft.

Auch die Index-Schwergewichte standen unter Druck: So verloren Nestlé, Roche und Novartis zwischen 0,6% und 0,7%. Novartis halfen auch positive Studiendaten für ein das Medikamen Xolair nichts.

Aus dem breiten Markt hat Straumann (Aktie: +0,9%) über weitere Zukäufe orientiert. Der Dentalimplantat-Hersteller beteiligte sich mit 51% an der deutschen Medentikam für Zahnprothesen im preisgünstigen Segment und mit 30% an der spanischen Createch, die wie Straumann im Premium-Bereich aktiv ist. Analysten befürworteten die breitere Aufstellung im Markt, die Resultate dieses eingeschlagenen Weges seien aber ungewiss und mit Risiken verbunden, hiess es dazu.

Unter Druck standen Peach Property (-7,3%). Die Insolvenz eines beauftragen Generalunternehmers beschert dem Immobilienentwickler rote Zahlen, wie Peach am Freitagabend mitteilte. Zu den weiteren grösseren Verlierern gehörten die zyklischen Tornos (-5,0%) sowie AMS und Leclanché (je -4,3%). Unter den Gewinnern fielen Evolva +6,0%) auf. Das Unternehmen hat für den Wirkstoff EV-077 eine Lizenz an die norwegische Serodus ASA vergeben. So wird das Unternehmen am weiteren Erfolg von EV-077 teilhaben. (awp/mc/ps/cs)

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