CH-Schluss: Knappes Minus am Freitag und im Wochenvergleich

CH-Schluss: Knappes Minus am Freitag und im Wochenvergleich

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag eine wenig bewegte Sitzung leicht im Minus geschlossen. Der SMI bewegte sich während des ganzen Tages um die Marke von 6’900 Punkten und damit rund 100 Punkte unter dem Höchststand vom Mittwoch, der gleichzeitig auch das Jahreshoch bedeutet. Die Wochenperformance fiel knapp negativ aus (-0,3%), dies nach drei Wochen in Folge mit deutlichen Plus-Zahlen.

Händler sprachen von einem insgesamt ruhigen Geschäft am Berichtstag. Die Stimmung sei ein wenig eingetrübt gewesen von der Sorge um die US-Haushaltsdebatte, hiess es im Handel. Die Unstimmigkeiten zwischen den Verhandlungspartnern haben zuletzt wieder zugenommen. So warf beispielsweise der Republikaner und Sprecher des Repräsentantenhauses, John Boehner, Präsident Barack Obama zuletzt vor, es mit den Ausgabenkürzungen nicht wirklich ernst zu meinen. Diverse Konjunkturzahlen aus Europa und den USA hatten derweil keinen grossen Einfluss auf das Geschehen.

Der Blue Chip-Index SMI verlor zum Schluss 0,25% auf 6’902,51 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsste 0,05% auf 1’047,95 Punkte ein, während der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,21% auf 6’349,20 Punkte nachgab. Unter den 30 wichtigsten Titeln standen zum Schluss zwanzig Gewinner neun Verlierern gegenüber, einer war unverändert.

Actelion (-2,9) führten den ganzen Tag das Verliererfeld an. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat zwar den Zulassungsantrag für das Lungen-Medikament Macitentan des Baselbieter Pharmaunternehmens offiziell angenommen, konnte sich aber nicht zu einer beschleunigten Prüfung des Tracleer-Nachfolgers entschliessen.

Grössere Verluste gab es auch für die Papiere des Ölbohrkonzerns Transocean (-2,6% auf 40,94 CHF). Für die gewöhnlich volatilen Titel hat Jefferies das Kursziel der aktuellen Entwicklung nachgezogen und auf 54 von 60 CHF gesenkt. Trotz der soliden Resultate des dritten Quartals billigt der US-Broker den Titeln aufgrund von erheblichen Risiken im langfristigen Flottenprofil nur ein beschränktes Aufwärtspotenzial zu.

Die Papiere der Grossbanken CS (-1,0%) und UBS (-0,3%) gehörten ebenso zu den Verlierern. Bezüglich der UBS wurden in der Presse Spekulationen laut, denen zufolge auf die Bank wegen des LIBOR-Skandals eine Busse in Höhe von über 1 Mrd USD zukommen könnte, was deutlich mehr wäre als noch vor kurzem erwartet. Die Busse könnte bereits am kommenden Montag kommuniziert werden, hiess es aus Finanzkreisen.

Auf der Gegenseite ragten Swatch mit Aufschlägen von 3,8% auf 464,80 CHF heraus. Für Rückenwind sorgte eine positive Analysteneinschätzung von Morgan Stanley. Das Aktienresearch des US-Bank hat die Einstufung der Papiere auf «Overweight» und das Kursziel auf 526 (von 323) CHF erhöht, da die Bedenken bezüglich einer Verlangsamung in China sowie des Risikos eines Inventarüberhangs überwunden sein dürften, wie es hiess. Die Papiere des Branchennachbarn Richemont (+0,9%) legten im Windschatten von Swatch ebenfalls zu.

Mit Sika (+2,1%), Lonza (+1,2%), Clariant (+0,9%), Kühne+Nagel (+0,7%) oder Schindler (+0,7%) waren zum Handelsschluss weitere Zykliker ganz oben im Kurstableau zu finden.

Unter den SMI-Schwergewichten gehörten Nestlé (-0,8%) und Novartis (-0,6%) klar zu den Verlierern, während Roche GS (+0,4%) am Nachmittag in die Gewinnzone vorstiessen. Die News, dass ein vorberatender Ausschuss der europäischen Arzneimittelbehörde das Medikament Perjeta bei Brustkrebs zur Zulassung empfiehlt, gab den Papieren, die am Mittwoch ein Mehrjahreshoch erreicht hatten, etwas Rückenwind.

Die ABB-Titel (+0,3%) zeigten sich nach einer Neupositionierung der Division Energietechnik-Systeme wenig bewegt. Wie es in Handelskreisen hiess, komme die strategische Neuausrichtung der Division nicht völlig überraschend. Am Markt wurde das Vorhaben zwar grundsätzlich begrüsst, wobei die Widerstandsfähigkeit der Margen hervorgestrichen wurden. Von anderer Seite hiess es allerdings, dass die strategische Neuausrichtung des Geschäftsbereichs vor allem erst mal Geld kosten und die Gewinnentwicklung des laufenden vierten Quartals belasten werde.

Im breiten Markt gehörten u.a. New Value (-4,6%), International Minerals (-3,5%) oder ams (-2,8%) zu den schwächsten Werten, während etwa Intersport PSC (+9,6%), Calida (+8,4%) oder Cicor (+7,1%) weit oben standen. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.