CH-Verlauf: SMI startet schwach in neue Woche

CH-Verlauf: SMI startet schwach in neue Woche

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist schwach in die neue Woche gestartet und tendiert bis am Montagmittag noch immer mit deutlichen Abschlägen. Der aktuelle Abwärtstrend wurde am Freitagnachmittag eingeleitet, nachdem der Rücktritt des EZB-Chefökonomen Jürgen Stark für Aufsehen gesorgt hatte. Übers Wochenende haben die Gespräche der Notenbanken und Finazminister der G7-Staaten in Marseille keine konkrete Ergebnisse geliefert und die Sorgen um das hochverschuldete Griechenland sind gewachsen. Vor diesem Hintergrund verlieren Finanzaktien und Zykliker aber auch die Pharma-Schwergewichte stark an Wert.

In Griechenland spitzt sich die Situation zu. Das Land steht vor einer weiteren möglichen Abstufung durch die Ratingagentur Moody’s, was die Spekulationen auf eine Staatspleite wieder verstärkt aufkommen lässt. Am Mittwoch werden die Experten von EU, IWF und EZB zurück nach Athen reisen, um die Fortschritte des griechischen Sparprogramms zu kontrollieren. Derweil werden Notfallpläne geschmiedet, um auf eine Ausweitung der Krise auf andere Schuldenstaaten vorbereitet zu sein. Am Montag musste zum Beispiel Italien sich zu deutlich gestiegenen Zinsen refinanzieren.

Bis um 12.15 Uhr verliert der SMI 2,28% auf 5’306,92 (Tagestiefst: 5’259) Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sinkt um 2,51% auf 792,07 Zähler und der Swiss Performance Index (SPI) um 2,17% auf 4’839,90 Punkte.

An den Devisenmärkten sackte der Euro in der Nacht auf Montag zum Dollar unter die Marke von 1,36, konnte diese aber mit aktuell 1,3628 USD wieder zurückgewinnen. Zum Franken bewegt sich der Euro mit 1,2051 weiterhin über dem von der SNB angestrebten Zielwert von 1,20. Der Dollar kostet 0,8842 CHF.

Im Blue-Chips-Segment büssen die Banken mit Blick auf die Euro-Sorgen und dem Steuerstreit mit den USA und Deutschland an Wert ein, wobei die Abgaben bei den Grossbanken eingegrenzt wurden. UBS verbilligen sich derzeit noch um 2,0% und Credit Suisse um 1,9%. Julius Bär geben immer noch 3,0% ab.

Am Wochenende wurde bekannt, dass die CS mit dem Wissen des Bundesrats den US-Behörden statistische Daten zum US-Privatkundengeschäft übermittelt hat. Laut den Presseberichten hat das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) auch anderen Instituten, darunter Julius Bär, unter gewissen Voraussetzungen ein entsprechendes Recht eingeräumt. Nun will der Bundesrat in begründeten Fällen effizient Amtshilfe leisten. Zudem steht offenbar das mit Deutschland ausgehandelte Steuerabkommen vor dem Scheitern. Widerstand leiste die SPD, hiess es.

Bei den Versicherungen büssen Swiss Life 4,1%, Bâloise 3,5%, ZFS 2,9% oder Swiss Re 2,5% ein. Der Rückversicherer Swiss Re bestätigte anlässlich des Branchentreffens in Monte Carlo die Erwartungen auf allmählich anziehende Tarife. Allerdings würden in gewissen Bereichen nach wie vor tiefe Preise dominieren. Zudem stellten die anhaltend tiefen Zinsen für die Branche einen «echten Schock» dar, so die Swiss Re.

Die grössten Abgaben im SMI/SLI verbuchen nach wie vor die Titel des in der Ölindustrie tätigen US-Konzerns Weatherford (-7,2%). Die Titel hatten bereits im US-Handel am Freitag stark nachgeben. Unter den Zyklikern sinken aber auch die Aktien der ebenfalls in der Ölbranche aktiven Transocean (-3,8%) sowie Logitech (-4,4%) oder Holcim (-3,2%) stark.

Swatch Group verlieren «nur noch» 0,9%. Der Uhrenkonzern und Tiffany beenden die die Zusammenarbeit in der Entwicklung von Tiffany Uhren. Als Grund dafür gab das Bieler Unternehmen fehlendes Engagement seitens der Amerikaner an. Swatch fordert nun Schadenersatz. Richemont geben derweil um 0,83 CHF oder 1,8% nach. Die Titel werden heute allerdings mit 0,45 CHF ex-Dividende gehandelt.

Die defensiven Index-Schwergewichte Novartis (-3,1%), Roche (-3,4%) und Nestlé (-1,1%) verlieren unterschiedlich stark. Merrill Lynch hat für Novartis das Rating auf «Neutral» von «Buy» gesenkt. Die Experten begründen dies mit einer Reihe von enttäuschenden Nachrichten. Dagegen haben die gleichen Analysten das Roche-Kursziel leicht angehoben.

Sonova waren lange die einzigen Gewinner bei den Blue Chips, geben aber mittlerweile um 0,2% nach. Für vorübergehenden Aufwind habe ein Produkt-Rückruf der australischen Konkurrentin Cochlea geführt, hiess es.

Im breiten Markt verlieren Komax (-7,2%) oder Bossard (-6,6%) stark an Wert, während Swissmetal um 4,1% dazugewinnen. Die Aktien von Evolva (-1,4%) drehten nach anfänglichen Gewinnen ins Minus. Das Biotechunternehmen hat im Halbjahr Umsatzeinbussen hinnehmen müssen. Gleichzeitig konnten die Kosten aber gesenkt werden. (awp/mc/ps)

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