EU-Schluss: Deutliche Gewinne dank Rekordjagd an Wall Street

EU-Schluss: Deutliche Gewinne dank Rekordjagd an Wall Street

Paris – Die anhaltende Rekordjagd an der Wall Street hat am Mittwochnachmittag auch die europäischen Börsen beflügelt. Der EuroStoxx 50 baute seine Gewinne deutlich aus und schloss 2,56 Prozent höher bei 2.661,62 Punkten. Für den Cac 40 in Paris ging es um 1,99 Prozent auf 3.743,71 Punkte hoch und der Londoner FTSE 100 gewann 1,17 Prozent auf 6.387,37 Punkte. Dass die Industrieproduktion in Spanien und Italien sank, belastete nicht. Sowohl der IBEX-35-Index als auch der FTSE MIB legten mit jeweils über drei Prozent besonders kräftig zu.

Am US-Aktienmarkt eroberte der Dow Jones Industrial abermals einen Höchststand, während der breit gefasste S&P 500 seinen alten Rekord aus dem Oktober 2007 übertraf. Noch vor der dortigen Eröffnung hatte die US-Notenbank Fed das Protokoll der letzten Sitzung im März vorzeitig veröffentlicht. Darin verdichten sich zwar die Anzeichen eines vorzeitiges Endes der ultralockeren Geldpolitik in den USA. Allerdings fiel zwischen die Sitzung und die Vorlage der Mitschrift ein überraschend schwacher Arbeitsmarktbericht. Dieser dürfte laut Experten die Wahrscheinlichkeit für ein nahendes Ende der Anleihekäufe reduzieren. Zudem hätten deutlich gestiegene chinesische Importe Hoffnungen beflügelt, dass die weltweit zweitgrösste Volkswirtschaft wieder zur Lokomotive für die Weltwirtschaft werde.

Branchenseitig führten die Finanztitel die Gewinnerliste an: Im Stoxx Europe 600 stiegen die Sektorindizes für die Banken und die Versicherer um 3,54 beziehungsweise 2,75 Prozent. Dahinter verteuerten sich die konjunktursensiblen Autotitel um 2,64 Prozent. Die schwächsten Sektoren waren die vortags favorisierten Rohstoffwerte sowie die Aktien von Öl- und Gaskonzernen, die aber immer noch ein Plus von 0,39 beziehungsweise 0,54 Prozent schafften.

Im Luftfahrtsektor verteuerten sich Easyjet um 6,65 Prozent, nachdem die Citigroup die Titel auf «Buy» hochgestuft und auch das Kursziel angehoben hatte. Er rechne mit einem starken Ergebniswachstum im laufenden Jahr, schrieb Analyst Andrew Light. Für die in London und Madrid gelisteten Anteilsscheine der IAG ging es an beiden Börsenplätzen um mehr als fünfeinhalb Prozent hoch. Die spanisch-britische Fluggesellschaft konnte mit ihrem aufgestockten Übernahmeangebot für die Konkurrentin Vueling endlich beim Verwaltungsrat der spanischen Fluggesellschaft landen. Die nun gebotenen 9,25 Euro je Aktie seien ein vernünftiger Preis, sagte das Gremium und empfahl seinen Aktionären eine Annahme des Angebots.

Eine uneinheitliche Entwicklung zeigten die Telekommunikationstitel. France Telecom schafften lediglich ein unterdurchschnittliches Plus von 1,45 Prozent. Goldman Sachs hatte die Aktie nach einem Treffen mit französischen Telekomkonzernen und der französischen Regulierungsbehörde von «Sell» auf «Conviction Sell» abgestuft und auch das Kursziel gesenkt. Der Druck auf die heimischen Telekomanbieter dürfte wahrscheinlich andauern, schrieb Analyst Andrew Lee. Zugleich dürften die Möglichkeiten für Kosteneinsparungen noch geringer sein als gedacht und das gesamtwirtschaftliche heimische Umfeld dürfte sich weiter eintrüben.

Dagegen ging es für Telefonica um 2,91 Prozent hoch. Europas grösster Telekomkonzern erwägt einem Medienbericht zufolge den Börsengang des Kolumbiengeschäfts. Dabei gehe es um einen Minderheitsanteil. Die Spanier lehnten einen Kommentar ab. (awp/mc/pg)

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