Euro leidet unter Konjunkturschwäche

Eurokurs © Niffylux -www.niffylux.com
(Bild: © Niffylux - www.niffylux.com)

(Bild: © Niffylux – www.niffylux.com)

Frankfurt am Main – Der Euro ist am Mittwoch nach einer Serie von schlechten Nachrichten aus der Eurozone auf den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren abgerutscht. Zunächst hätten unerwartet schwache Konjunkturdaten die Gemeinschaftswährung unter Verkaufsdruck gesetzt, hiess es von Händlern. Für einen weiteren Schub nach unten sorgte eine enttäuschende Anleihen-Versteigerung in Italien. Gegen Mittag fiel der Euro auf 1,2434 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Juli 2010. Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2523 (Montag: 1,2566) Dollar festgesetzt.

Nach einer längeren Seitwärtsbewegung sei es beim Euro nun doch zu der befürchteten Fortsetzung der Talfahrt gekommen, hiess es in einer Einschätzung des Bankhauses Metzler. Die Zuspitzung der Bankenkrise in Spanien habe der Gemeinschaftswährung «deutlich zugesetzt». Neue Probleme bei der Sanierung des angeschlagenen Sparkassenriesen Bankia drückten die Stimmung an den Finanzmärkten.

Zudem setzten unerwartet schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone die Gemeinschaftswährung unter Verkaufsdruck. Im Mai hatte sich die Wirtschaftsstimmung im Euroraum laut EU-Kommission weiter verschlechtert. Das Geschäftsklima fiel auf den tiefsten Stand seit dem Krisenjahr 2009. Schliesslich trieb eine enttäuschende Anleihe-Auktion in Italien die Anleger aus dem Euro. Die drittgrösste Volkswirtschaft der Eurozone verkaufte deutlich weniger Anleihen als geplant und musste zudem höhere Zinsen akzeptieren.

Euro nur knapp über 1.20 CHF
Zum Schweizer Franken notiert der Euro weiterhin knapp über der von der SNB gesetzten Mindestgrenze von 1,20. Aktuell wird die europäische Gemeinschaftswährung zu 1,2010 CHF nach 1,2012 CHF am Morgen gehandelt. Angesichts der politischen Unsicherheiten in der Eurozone rechnen Experten auf absehbare Zeit nicht mit einer Erholung des Währungspaares.

Der US-Dollar verteuerte sich gegenüber dem Franken im weiteren Tagesverlauf weiter. Das Währungspaar notiert derzeit 0,9659 CHF und notiert damit auf dem Höchsten Stand seit Anfang 2011. Nachdem die Hürde bei 0,9600 geschafft wurde sei der Weg nun bis 0,9790 offen, schreibt die ZKB in einem Devisenkommentar. Da der Dollar aber leicht überkauft sei, seinen Rückschläge durchaus möglich, heisst es weiter. (awp/mc/cs)

EZB-Referenzkurse

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.