US-Schluss: Leichter

US-Schluss: Leichter

New York – Die nun offizielle Rezession Spaniens sowie etwas enttäuschende US-Wirtschaftsdaten haben die jüngste Erholung der wichtigsten US-Indizes zum Wochenauftakt ausgebremst. Der Dow Jones Industrial büsste nach rund anderthalb Prozent Zuwachs in der Vorwoche am Montag 0,11 Prozent auf 13.213,63 Punkte ein. Auf Monatssicht blieb dem im bisherigen Jahresverlauf stets deutlich verbesserten US-Leitindex damit ein Zuwachs von lediglich einem Punkt. Der breiter gefasste S&P-500-Index verzeichnete mit minus 0,78 Prozent sogar den ersten Verlustmonat des Jahres. Er sank zum Wochenstart um 0,39 Prozent auf 1.397,91 Punkte.

Für den Nasdaq-Composite-Index ging es derweil um 0,74 Prozent nach unten auf 3.046,36 Punkte, während der Auswahlindex Nasdaq 100 um 0,64 Prozent auf 2.723,68 Punkte absackte. Auf Monatssicht stand auch hier für dieses Jahr erstmals ein Abschlag zu Buche und zwar ein Minus von 1,15 Prozent.

Die Stimmung der US-Einkaufsmanager in der Region Chicago hatte sich im April überraschend deutlich auf 56,2 Zähler eingetrübt. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang auf 60,0 Punkte gerechnet. Indexstände von über 50 Punkten signalisieren eine wirtschaftliche Belebung, während Werte darunter auf einen Rückgang hinweisen. Im Fokus der Börsianer steht bereits jetzt der grosse Arbeitsmarktbericht des vergangenen Monats, der am Freitag veröffentlicht wird.

Auch in Europa zeichnet sich keine Beruhigung ab. Die US-Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) stufte am Montag die Kreditwürdigkeit von elf spanischen Banken herab. Darunter waren auch die Grossbanken Santander und BBVA . Das staatliche Statistik-Institut (INE) bestätigte zudem, dass die viertgrösste Volkswirtschaft der Euro-Zone zu Jahresbeginn offiziell in die Rezession gerutscht ist.

Grösste Verlierer im Dow waren die Aktien von Caterpillar mit minus 1,71 Prozent auf 102,77 US-Dollar. Bank of America knüpften mit einem Abschlag von 1,70 Prozent auf 8,11 Dollar an die schwache Tendenz ihrer Branchenkollegen in Europa an. Hier hatte der Bankensektor im April die Verliererliste in der Branchenübersicht angeführt. Die Dow-Spitze gehörte indes den Titeln des Pharmakonzerns Merck & Co. mit einem Aufschlag von 2,03 Prozent auf 39,24 Dollar.

Die Aktien von Barnes & Noble stellten deren Kursbewegung jedoch mit einem Sprung um 51,75 Prozent auf 20,76 Dollar klar in den Schatten. Der Software-Konzern Microsoft steigt in den boomenden Markt der elektronischen Bücher ein und steckt dazu 300 Millionen Dollar in die entsprechende Sparte der grössten US-Buchhandelskette, die mit ihren Nook-Lesegeräten zu den schärfsten Rivalen des iPad von Apple und des Kindle von Amazon gehört. Microsoft-Papiere schlossen 0,13 Prozent höher bei 32,02 Dollar.

Zudem bahnt sich in der Pharmabranche offenbar die nächste Milliardenübernahme an. Das irische Unternehmen Warner Chilcott bestätigte, sich in Vorgesprächen mit möglichen Bietern zu befinden. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass die Iren sowohl von strategischen Partnern als auch von Finanzinvestoren Anfragen erhalten hätten. Die Aktien des irischen Unternehmens gewannen 15,75 Prozent auf 21,75 Dollar.

Das schwache Marktumfeld und weitere Kosten für die geplatzte Fusion mit der Deutschen Börse haben derweil dem Börsenbetreiber NYSE Euronext den Jahresauftakt vermiest. Der Gewinn enttäuschte die Erwartungen der Anleger. NYSE Euronext zufolge waren im ersten Quartal weitere Kosten im Zusammenhang mit dem gescheiterten Zusammenschluss angefallen. Die Aktien rutschten um 4,88 Prozent auf 25,75 Dollar ab. (awp/mc/pg)

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