US-Schluss: Schwächer – US-Haushaltsstreit schwelt weiter

US-Schluss: Schwächer – US-Haushaltsstreit schwelt weiter

New York – Der weiter ungelöste Haushaltsstreit in den USA hat den Dow Jones Industrial am Montag wieder ins Minus gedrückt. Im politischen Poker um Budget und Schuldenlimit sind die Fronten härter denn je. Sowohl die Regierung von Präsident Barack Obama als auch die oppositionellen Republikaner machten zum Wochenbeginn klar, dass sie nicht an ein Einlenken denken. Damit rückt das Schreckgespenst einer Zahlungsunfähigkeit der grössten Volkswirtschaft der Welt immer näher.

Der US-Leitindex fiel um 0,90 Prozent auf 14.936,24 Punkte und büsste damit seine Gewinne vom Freitag wieder komplett ein. Ende vergangener Woche hatte der Dow noch von Hoffnungen auf eine rechtzeitige Einigung zwischen Demokraten und Republikanern profitiert. Für den marktbreiten S&P-500-Index ging es am Montag um 0,85 Prozent auf 1.676,12 Punkte nach unten, und der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 büsste 0,83 Prozent auf 3.215,69 Punkte ein.

Stichtag für eine Anhebung der Schuldenobergrenze des US-Haushalts ist der 17. Oktober. Kommt es bis dahin nicht zu einer Einigung, drohen möglicherweise katastrophale Folgen nicht nur für die USA, sondern auch für die globale Wirtschaft.

US-Präsident Barack Obama sei aber immer noch nicht daran interessiert, den Republikanern Zugeständnisse zu machen, sagte Marktanalyst Craig Erlam vom Broker Alpari. Allerdings ist er überzeugt, dass sich die Kontrahenten in der kommenden Woche aufeinander zubewegen werden. Vermutlich würden die Demokraten ihr Prestigeprojekt einer Gesundheitsreform behalten – die Republikaner bekämen dafür Einschnitte bei anderen Staatsausgaben.

Finanzwerte litten besonders unter der Haushaltskrise. JPMorgan, Bank of America, American Express, Citigroup und Visa verloren bis zu 2,18 Prozent.

Die Aktien von Boeing fielen um 0,44 Prozent auf 116,69 US-Dollar. Rivale Airbus hatte einen bedeutenden Erfolg auf Terrain erzielt, das eigentlich als Domäne des US-Flugzeugbauers gilt: Japan Airlines (JAL) orderte Maschinen der EADS-Tochter im Wert von Milliarden. Die EADS-Titel waren mit einem Plus von 2,21 Prozent der Favorit im Pariser Leitindex CAC 40.

Für IBM ging es nach einer negativen Studie der britischen Investmentbank Barclays zum weltgrössten Anbieter von Computerdienstleistungen um 1,14 Prozent nach unten. Die Aktien von Apple aber stiegen nach einer Kaufempfehlung des Analysehauses Jefferies um 0,98 Prozent. Der Elektronikkonzern dürfte mit dem nächsten iPhone-Modell (iPhone 6) einen weiteren Absatzrekord aufstellen, schrieb der Experte Peter Misek.

Die Titel von Blackberry schliesslich zogen um 3,64 Prozent an. Börsianer begründeten dies mit anhaltenden Spekulationen um das Interesse von Schnäppchenjägern an dem angeschlagenen Smartphone-Pionier. Blackberry ist laut Medienberichten im Fokus von Investoren, die sich auf den Kauf von Unternehmen spezialisiert haben, die in Schieflage geratenen sind. Analyst James Moorman von S&P Capital IQ meinte, es könnte für einige Unternehmen durchaus Sinn machen, einen näheren Blick auf Blackberry zu werfen. (awp/mc/upd/ps)

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