US-Schluss: Dow gibt nach – Apple entfacht Fantasie

Boerse

New York – US-Standardwerte haben am Dienstag Federn gelassen. Der Leitindex Dow Jones Industrial geriet im späten Handel etwas deutlicher unter Druck und schloss mit minus 0,67 Prozent auf 30’015,51 Punkten nur wenige Zähler über seinem Tagestief. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,21 Prozent auf 3687,26 Punkte nach unten.

Im Technologiesektor sah es besser aus: Der Nasdaq 100 rückte um 0,22 Prozent auf 12 717,56 Punkte vor. Für Gesprächsstoff sorgten mögliche Elektroauto-Pläne von Apple .

Sorgen bereiteten den Anlegern die zunehmenden Lockdown-Beschränkungen in den USA inmitten der bisher schlimmsten Phase der Corona-Pandemie. Das am Wochenende beschlossene Konjunkturpaket über 900 Milliarden US-Dollar könnte die Wirtschaft vor einem erneuten Abschwung bewahren, sagte ein Börsianer. Allerdings blieben die Risiken im Zusammenhang mit der Pandemie bestehen, wenn die Wirtschaft im kommenden Jahr nicht rasch wieder anspringe. Das an diesem Dienstag veröffentlichte US-Verbrauchervertrauen zeigte im Dezember eine überraschend deutliche Stimmungseintrübung. Einfluss auf die New Yorker Aktienindizes hatte es jedoch nicht.

Bei Apple verwiesen Händler auf Medienberichte, wonach der vor allem für seine iPhones bekannte Konzern bis 2024 ein selbstfahrendes Elektroauto auf den Markt bringen will. Dieses könnte mit einer „hauseigenen, bahnbrechenden Batterietechnik“ ausgestattet sein, die weniger Platz einnehmen und gleichzeitig mehr Reichweite ermöglichen solle. Die Apple-Papiere gewannen 2,85 Prozent.

Analyst Robert Muller von RBC betonte die Innovationsfähigkeit von Apple. Der Einstieg in den Automarkt sei für branchenfremde Unternehmen zwar schwierig, aber nicht unmöglich, wie das Beispiel Tesla zeige. Für die Papiere des Elektroautobauers ging es an ihrem zweiten Tag im S&P 500 um weitere knapp eineinhalb Prozent abwärts, sie hatten am Montag schon sechseinhalb Prozent eingebüsst. Die Apple-Pläne bedeuteten für die hoch bewerteten Tesla-Aktien erhebliche Risiken, hiess es von den Analysten von Morgan Stanley.

Während die auch im Dow notierten Apple-Anteile dort den ersten Platz einnahmen, landeten die Titel der Drogerie- und Apothekenkette Walgreens Boots Alliance mit minus 3,44 Prozent auf dem letzten Platz in dem Leitindex.

Walmart sanken um 1,21 Prozent. Die US-Regierung beschuldigt den Einzelhändler der Missachtung von Gesetzen beim Verkauf von Opioiden. Indem der Konzern Warnungen der eigenen Apotheker ignoriert habe, dass Verschreibungen für Schmerzmittel nicht ordnungsgemäss überprüft worden seien, habe sich die landesweite Opioid-Krise noch verschärft, hiess es. Walmart wies die Vorwürfe zurück.

Der Heimtrainerhersteller Peloton will den US-Konkurrenten Precor übernehmen und damit noch stärker auf der coronabedingten Erfolgswelle mitschwimmen. Mit einem Kaufpreis von 420 Millionen Dollar ist die Übernahme den Angaben zufolge der bislang grösste Deal für den Produzenten von vernetzten Fitness-Rädern. Die Aktien der in diesem Jahr sehr stark gelaufenen Peloton-Papiere gewannen mehr 11,65 Prozent.

Der Euro gab deutlich nach. Nach dem US-Börsenschluss wurden 1,2165 Dollar für die Gemeinschaftswährung bezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zuvor noch den Referenzkurs auf 1,2239 (Montag: 1,2173) Dollar festgesetzt, der Dollar damit 0,8171 (0,8215) Euro gekostet.

Der Terminkontrakt für zehnjährige US-Staatsanleihen (T-Note-Future) gewann 0,11 Prozent auf 137,95 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe betrug 0,921 Prozent. (awp/mc/pg)

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