US-Schluss: Börsen trotzen enttäuschenden Arbeitsmarktdaten

US-Schluss: Börsen trotzen enttäuschenden Arbeitsmarktdaten

New York – Die US-Börsen haben am Freitag einem eher enttäuschenden Arbeitsmarktbericht getrotzt. Während der Dow Jones Industrial leichte Verluste fast komplett aufholte und kaum verändert aus dem Handel ging, legten Technologiewerte sogar moderat zu. Der eiskalte Winter hatte den Jobaufbau in den USA im Dezember zwar schwächeln lassen. Die Arbeitslosenquote war aber trotzdem auf den tiefsten Stand seit mehr als fünf Jahren gesunken.

Der Leitindex gab um 0,05 Prozent auf 16 437,05 Punkte nach. Auf Wochensicht bedeutete dies ein Minus von 0,20 Prozent. Der marktbreite S&P-500-Index legte am Freitag um 0,23 Prozent auf 1842,37 Punkte zu. Der Nasdaq 100 stieg um 0,35 Prozent auf 3565,08 Punkte.

Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen sprach von „klar enttäuschenden Zahlen“. Dass der Index der geleisteten Arbeitsstunden gesunken sei, deute ausserdem auf wenig Dynamik der Industrieproduktion im Dezember hin. Der Rückgang der Arbeitslosenquote indes belegt laut Analyst Gregor Kuhn vom Broker IG die Erholung auf dem Arbeitsmarkt und die sich zusehends verbessernde, konjunkturelle Perspektive auf der anderen Seite das Atlantiks.

Die Entwicklung am amerikanischen Arbeitsmarkt ist vor allem wichtig für den geldpolitischen Kurs der Notenbank Fed. Ein monatlicher Aufbau von etwa 200’000 neuen Stellen gilt als Voraussetzung dafür, dass die extrem lockere Geldpolitik zur Stützung der Konjunktur weiter schrittweise gedrosselt wird.

Die Aktien von Alcoa, die wie in jedem Jahr die Berichtssaison in den USA eröffnen, büssten 5,43 Prozent ein. Eine drastische Wertberichtigung zugekaufter Schmelzen hatte den Alukonzern im vierten Quartal tief in die roten Zahlen gerissen. Unter dem Strich stand ein Minus von 2,3 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie habe seine Prognose verfehlt, schrieb Analyst Paretosh Misra von Morgan Stanley. Das Geschäft mit globalen Wälzprodukten habe sich schwächer als gedacht entwickelt.

Der Ölkonzern Chevron Corp. hatte am Vorabend über eine schlechtere Entwicklung beim Geschäft mit der Exploration und Förderung im vierten Quartal informiert. Bei der Verarbeitung und dem Vertrieb von Mineralölprodukten hingegen sei es besser gelaufen. Insgesamt rechnet der Konzern mit einer stabilen Gewinnentwicklung im Vergleich zum vorherigen Jahresviertel. Die Aktien verloren am Dow-Ende 1,85 Prozent auf 121,01 US-Dollar.

Amgen hatte mitgeteilt, dass Jonathan Peacock seinen Posten als Finanzvorstand abgegeben habe. Bis der weltgrösste Biotechkonzern einen neuen Finanzchef gefunden hat, soll nun Peacocks Amtsvorgänger, Michael Kelly, wieder ran. Für die Papiere ging es um Prozent 0,76 Prozent nach unten.

Zugleich stehen kurz vor Beginn der Auto-Show in Detroit die Zeichen auf weitere Zuwächse auf dem US-Automarkt. Angesichts einer gesunkenen Arbeitslosigkeit und verbesserter wirtschaftlichew Aussichten sitzt das Geld bei vielen US-Amerikanern wieder lockerer. Die Titel von Ford stiegen um rund anderthalb Prozent.

Papiere von Sears Holdings brachen um knapp 14 Prozent ein. Der Einzelhändler hatte für das vierte Quartal einen Verlust in Aussicht gestellt. Die Umsätze im Weihnachtsgeschäft waren zurückgegangen. (awp/mc/upd/ps)

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