US-Schluss: Tech-Indizes setzen Rekordlauf gebremst fort

Boerse

New York – Die Rekordrally bei den konjunktursensiblen US-Technologiewerten ist am Mittwoch nach einem Tag Pause wieder etwas in Gang gekommen. Börsianern zufolge blicken die Marktteilnehmer dies- und jenseits des Atlantiks allgemein zuversichtlich voraus, was die Perspektive für eine globale Erholung von der Corona-Krise betrifft – auch in Hoffnung auf noch andauernde Unterstützung durch die Notenbanken. Laut Analyst Pierre Veyret vom Handelshaus ActivTrades greifen Anleger derzeit nochmals zu, bevor die Währungshüter dann im neuen Jahr die ersten Zügel anziehen dürften.

Unter den wichtigsten Tech-Indizes stieg der Nasdaq 100 um 0,19 Prozent auf 15’611,57 Punkte. Für den umfassenderen Nasdaq Composite ging es um 0,33 Prozent nach oben. Beide Börsenbarometer hatten im Handelsverlauf Bestmarken erreicht, bevor der Schwung wieder etwas nachliess.

Der breit aufgestellte S&P 500, der auch viele Tech-Aktien enthält, war am Ende mit plus 0,03 Prozent auf 4524,09 Punkte kaum verändert, nachdem er im Handelsverlauf den Sprung auf einen weiteren Höchststand nur um Haaresbreite verpasst hatte. Der Leitindex Dow Jones Industrial hingegen gab um 0,14 Prozent auf 35’312,53 Punkte nach. Seine aktuelle Bestmarke ist mittlerweile gut zwei Wochen alt.

Als starker Wegweiser für die US-Geldpolitik gilt die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Hier gab es am Mittwoch zwar vor den am Freitag anstehenden monatlichen Jobdaten einen Rückschlag: Der Dienstleister ADP hatte für den Privatsektor einen Beschäftigungszuwachs für August weit unter der Markterwartung gemeldet. Allerdings hatte sich die Stimmung in der US-Industrie im August überraschend aufgehellt.

Bei den Tech-Werten wurden die Kursgewinne von einer Erholung bei China-Aktien getragen, die in den USA notiert sind. Diese haben in den letzten Monaten unter der strengeren Regulierung der Branche von Seiten der chinesischen Regierung gelitten. Nun setzten sich die Anteilsscheine der E-Commerce-Plattformen Pinduoduo mit einem Plus von fast sieben Prozent an die Spitze des Nasdaq 100. Die Papiere des Suchmaschinenbetreibers Baidu gewannen gut fünf Prozent.

Die Aktien von Comcast legten um 0,8 Prozent zu. Der Medienkonzern und Wettbewerber von Walt Disney hatte in Peking den weltgrössten Vergnügungspark unter dem Dach der Filmtochter Universal Studios eröffnet. Nach dem «Soft-Opening» soll der Park des Hollywood-Riesen in Chinas Hauptstadt am 20. September, einen Tag vor dem chinesischen Mondfest, seinen Betrieb voll aufnehmen. Wegen der Pandemie war die Eröffnung um mehrere Monate verschoben worden. In dem recht freundlichen Marktumfeld gewannen die Walt-Disney-Papiere an der Dow-Spitze gut ein Prozent.

Die Anteilsscheine von Abbvie sackten am S&P-500-Ende um rund sieben Prozent ab. Die US-Arzneimittelbehörde hatte vor neuen Risiken eines Medikaments gegen Arthritis gewarnt.

An der Index-Spitze schnellten die Anteilsscheine der Modekonzerns PVH um gut 15 Prozent in die Höhe. Der Eigentümer von Marken wie Tommy Hilfiger und Calvin Klein hatte seine Gewinnprognose für dieses Jahr angehoben.

Der Euro profitierte von den enttäuschenden Daten vom US-Arbeitsmarkt und notierte zuletzt bei 1,1839 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1817 (Dienstag: 1,1834) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8462 (0,8450) Euro.

Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) legte um 0,04 Prozent auf 133,50 Punkte zu. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen betrug 1,30 Prozent. (awp/mc/ps)

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