CH-Eröffnung: Stimmung hat wieder ins Negative gedreht

Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Dienstag denn auch deutlich tiefer eröffnet, hat sich allerdings im Laufe der ersten halben Handelsstunde von den Tiefstständen kurz nach Eröffnung gelöst.


Die Sorgen um eine weltweite Wirtschaftsabkühlung hätten bereits wieder Überhand genommen, hiess es in Handelskreisen. Vor allem an den asiatischen Märkten gaben die Kurse heute wieder deutlich nach, so verlor etwa die japanische Börse gemessen am Nikkei 3,0%. Eine Flut schlechter Unternehmensnachrichten aus den USA habe bei vielen Händlern die Angst bestärkt, dass den japanischen Exporteuren schwierige Zeiten bevorstünden. Aber auch die Aktienmärkte in Hongkong, Shanghai, Südkorea, Singapur und Taiwan verzeichneten in der Folge teilweise deutliche Verluste.


Das Blue Chips Barometer SMI büsst bis 09.30 Uhr 61,01 Punkte bzw. 1,00% auf 6’029,61 Punkte (bisheriges Tagestief 5’961) ein. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) verliert derweil 1,11% auf 848,44 Zähler, der breite Markt SPI 1,01% auf 4’963,29.


Grösster Verlierer bei den SMI-/SLI-Werten sind derzeit Credit Suisse mit einem Minus von 3,7% auf 36,70 CHF, wobei keine (neuen) fundamentalen Gründe für die Verluste im Markt vorhanden sind. Auch die anderen Bankentitel wie etwa Julius Bär (-2,7% auf 42,80 CHF) oder UBS (-1,3% auf 17,24 CHF) gehören zu den grösseren Verlierern.


Julius Bär waren zu Handelsbeginn gar deutlich schwächster Titel, nachdem die grösste Schweizer Privatbank vorbörslich ein so genanntes Interim Statement veröffentlicht hat. Die abgegebenen Informationen würden zwar auf einen insgesamt etwas besser als erwarteten Geschäftsgang hindeuten, hiess es. Wie befürchtet, habe die Zürcher Privatbankengruppe bei GAM aber mit grösseren Mittelabflüssen zu kämpfen. Auch hätten negative Währungsentwicklungen bei den Kundenvermögen Spuren hinterlassen.


Ansonsten geben die konjunktursensitiven ABB (-3,3% auf 14,24 CHF) und Holcim (-2,1% auf 60,25 CHF) deutlich nach; allerdings hatten die beiden Papiere gestern aufgrund der kurzfristigen Chinaeuphorie 8,8% bzw. 4,3% zugelegt. Der Zementkonzern Holcim wird zudem am (morgigen) Mittwoch über sein drittes Quartal berichten.


Eine Stütze für den Gesamtmarkt sind dagegen die defensiven Werte Roche (+0,4% auf 170,60 CHF) und Novartis (+0,1% auf 58,60 CHF), während die ebenfalls defensiven Nestlé 1,2% einbüssen auf 46,54 CHF.


Swisscom verlieren 0,4% auf 350,75 CHF. Der grösste Schweizer Telekomkonzern hat entschieden, die von der ComCom festgelegten Preise für die Entbündelung der letzten Meile nicht an die nächste Instanz weiterzuziehen. Bei einer Anfechtung wäre unsicher gewesen, welches Resultat dabei herausgekommen wäre, und es hätten sich Probleme für die Preisfestsetzung für 2009 ergeben, sagte CEO Carsten Schloter in einem Interview in der «Berner Zeitung».


Hierzulande dominieren am Dienstag eine Vielzahl von SPI-Titeln die Nachrichtenlandschaft: So legten Sonova (+2,3%), Kuoni (+2,78), Tornos (+1,6%), Burckhardt (+3,2%), Huber+Suhner (unv.), SHL Telemedicine (-3,0%) oder die Banque Cantonale Vaudoise (+5,7%) Zahlen vor. (awp/mc/pg/16)

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