CH-Mittag: Weiterhin klar tiefer – Pendeln um 8’600 Punkte

Ohne fundamentale Neuigkeiten zu einzelnen Unternehmen steht weiterhin die kritische Situation um die Kreditmärkte im Brennpunkt. In Marktkreisen zeigt man sich gegenüber dem SMI allerdings weiterhin nicht allzu pessimistisch.


Die Aktienmärkte hätten zwar noch etwas Potential nach unten, heisst es beispielsweise bei der ZKB. Das Abwärtspotential des SMI sei wegen der bereits tiefen Notierungen von Schwergewichten wie Novartis, Roche, UBS und CS aber begrenzt. Technisch wichtig sei die Unterstützung bei 8’600 Punkten sowie mittelfristig bei 8’570 und 8’400. Die Nachrichtenlage rund um die Kreditkrise in den USA dürfte dabei weiterhin im Zentrum stehen.


Der SMI steht um 11.40 Uhr 63,30 Punkte oder 0,73% tiefer bei 8’608,13 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI fällt um 0,80% auf 1’322,60 Punkte zurück, der breiter gefasste SPI 0,80% auf 7’056,69 Punkte.


Nach einer Kurszielreduktion durch JP Morgan stehen Clariant mit einem Minus von 4,0% auf 16,80 CHF mittlerweile am Ende der Tabelle. Die Reduktion auf 16 von 17 CHF mit der Einstufung ‹Underweight› wird von JP Morgan mit den schwachen Halbjahreszahlen begründet. Seit der Publikation dieser Daten am vergangenen Donnerstag fallen Clariant damit immer weiter nach unten.


Das derzeit schwache Sentiment für Bankaktien äussert sich bei UBS (-2,3% auf 64,15 CHF), CS (-1,4% auf 78,65 CHF) und Julius Bär (-1,0% auf 78,80 CHF) mit klar tieferen Kursen.


Auch ABB (-1,8% auf 27,70 CHF) leiden überdurchschnittlich unter Abgabedruck. Allerdings hat der Titel in der Vorwoche als einer von wenigen zugelegt. Nun komme es zu Gewinnmitnahmen, hiess es im Handel.


Um ZFS (-1,0% auf 337,25 CHF) verdichten sich die Gerüchte um ein mögliches Gebot an den britischen Lebensversicherer Friend Provident. ZFS habe bereits Lehman Brothers als Berater engagiert, hiess es übers Wochenende in der britischen Presse. Dabei wurde auch spekuliert, ein Angebot könnte bereits diese Woche erfolgen.


Auf der Gegenseite markieren Nobel Biocare (+2,2% auf 350,50 CHF) die Tabellenspitze, nachdem das Papier in der Vorwoche mit knapp 6% noch am meisten abgegeben hatte. Der Wechsel an der Spitze von Canepa zu Scala war in der Wochenendpresse noch einmal Gegenstand von Betrachtungen, die Kursgewinne sind aber eher als technische Erholung zu sehen.


Fester stehen zudem Syngenta (+0,6% auf 222,60 CHF) und Novartis (+0,4% auf 64,70 CHF). Swisscom (-0,1% auf 411,75 CHF) vor der Präsentation der Halbjahreszahlen am Mittwoch und Nestlé (-0,2% auf 455,25 CHF) halten sich ebenfalls verhältnismässig gut, gefolgt von Bâloise (-0,4% auf 109,40 CHF) und Swiss Re (-0,4% auf 100,20 CHF; Zahlen morgen Dienstag).


Im SLI fallen Petroplus mit einem Minus von 4,4% auf, trotz einer Kurszielerhöhung durch die CS auf 132 von 120 CHF. Klar tiefer werden auch Geberit (-2,6%) vor der Ergebnispublikation am kommenden Donnerstag gehandelt sowie Oerlikon (-5,3%). Oerlikon haben seit Mittel Juli über einen Drittel an Wert eingebüsst. Dazu gab es vor dem Wochenende Spekulationen, dass die Derivativ-Strategie der österreichischen Grossinvestoren um Victory wegen des Kurszerfalls in Schwierigkeiten sei.


Am breiten Markt zeigen sich Swissquote (-6,7%) sehr schwach. Die Zurückhaltung gegenüber Finanzwerten hat sich hier zwischenzeitlich gar in einem Minus von über 15% auf das Tagestief von 53,95 CHF ausgedrückt. (awp/mc/gh)

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