CH-Schluss: Deutliche Gewinne – Jahreshöchststand nicht gehalten

Insbesondere dank deutlicher Avancen der Finanztitel und starken Nestlé-Valoren schloss der SMI fester als die anderen europäischen Hauptindizes.


Nach einem freundlichen Handelsverlauf am Vormittag standen am Nachmittag Konjunkturdaten aus den USA auf dem Programm, die allerdings gemischt ausfielen. Während die überraschend gesunkene Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA für einen Lichtblick sorgte, fiel die Produktivität ausserhalb des Agrarsektors im dritten Quartal weniger kräftig als erwartet aus. Ein klar negatives Signal sandte der Rückgang des ISM-Index aus, der eine eingetrübte Stimmung der US-Einkaufsmanager anzeigt. Für wenig Impulse sorgten dagegen der Zinsentscheid und die geldpolitischen Erläuterungen der EZB.


Bei Börsenschluss lag der SMI mit 6’444,08 Punkten um 0,9% im Plus. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann 0,72% auf 984,35 Punkte dazu; der breite Swiss Performance Index (SPI) legte am Ende 0,85% auf 5’537,08 Punkte zu.


Über dem Marktdurchschnitt legten die Finanztitel zu. Stützend war dabei vor allem die Ankündigung der Bank of America, staatliche Hilfsgelder an die US-Regierung zurückzuzahlen. Dies deute auf eine zunehmende Stabilisierung des Bankensektors hin, hiess es bei Marktbeobachtern. An der Spitze des SMI-Kurstableaus konnten sich Julius Bär (+5,3) behaupten. Nach den jüngsten Abschlägen hätten die Titel am meisten aufzuholen, sagte ein Händler.


Aber auch CS (+2,3%) und UBS (+1,3%) gehören zu den Gewinnern des Börsentags. Bei den UBS-Titeln wurde am Markt von Käufen ausländischer Hedge Fonds berichtet, die damit Baisse-Engagements wieder schlössen. Dagegen schienen die möglichen Probleme der Bank wegen Steuerfragen in Kanada die Investoren weniger zu beeindrucken.


Im Plus halten konnten sich auch die Versicherungswerte, wobei vor allem Swiss Re (+1,8%) zulegen konnte. Aber auch Swiss Life (+0,5%) und ZFS (+0,8%) schlossen deutlich im Plus.


Zu den Tagesgewinnern gehörten ausserdem die Nestlé-Valoren (1,6%). Am Markt wurde dies unter anderem auf charttechnische Gründe zurückgeführt. Die Analysten von Nomura spekulierten zudem über die Möglichkeit, dass sich Nestlé an dem Übernahmeangebot von Kraft an Cadbury beteiligen und dabei die Kit-Kat-Marken in den USA oder auch das Nicht-Schokoladegeschäft von Cadbury übernehmen könnte.


Nur leicht stiegen Novartis (+0,1). Der Pharmakonzern hat für das Medikament «Onbrez Breezhaler» von der EU die Zulassung zur Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit erhalten, was von Analysten erwartet worden war. Am Tabellenende im SMI finden sich Syngenta (-1,4%), die allerdings am Vortag noch über die bisherigen Jahreshöchstkurse von Mitte Juni gestiegen waren.


Positive Prognosen für den Transport- und Logistiksektor der Bank Nomura verhalfen Logistiktiteln wie Kühne+Nagel (+2,7%) und Panalpina (+4,4%) zu deutlichen Avancen.


Die Titel von Clariant (-1,2%) blieben dagegen nach den Kursfortschritten vom Vortag im Minus. Auch Logitech (-0,9%) fanden sich wegen der verhaltenen Weihnachtsverkäufe in den USA auf der Verliererseite. Deutlich ins Minus fielen Nobel Biocare (-2,4%). Im Handel waren unter anderem Gerüchte über eine mögliche Gewinnwarnung für das vierte Quartal aufgekommen.


Im breiten Markt gab es am Donnerstag verschiedene Unternehmensnachrichten. Cham Paper Group (+5,8%) konnten nach Vorlage der Neunmonatszahlen zulegen. Meyer Burger (+2,2%) und OC Oerlikon (+3,8%) kündigten eine strategischen Kooperation in Bezug auf das von Oerlikon stammende Solaris-System an. Oridion gewannen 6,3% nach einem Auftrag für tragbare Microcap-Kapnographen. (awp/mc/pg/31)

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