CH-Verlauf: Schwächetendenz hält an – Banken unter Druck

Händler führten den Umschwung auf eine gewisse Lustlosigkeit und Zurückhaltung unter den Anlegern und die damit verbundenen niedrigen Volumen zurück.


Belastet wird das Sentiment vor allem von erneuten Spekulationen um eine Ausweitung der Schuldenkrise in der Eurozone. Dies erkläre auch die vergleichsweise starken Verluste der Banken, sagte ein Händler. Ausserdem würde die fehlende Präsenz am Markt die Abwärtsbewegung noch verstärken. Man warte nun auf neue Impulse, die allenfalls heute Nachmittag von den Daten zum US-Arbeitsmarkt ausgehen könnten, hiess es weiter.


Das Blue-Chips-Barometer SMI sinkt bis um 12.00 Uhr um 0,45% auf 6’352,92 (Tagestiefst: 6’326) Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verliert 0,87% auf 974,12 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,51% auf 5’594,84 Zähler.


UBS (-1,3%) und vor allem CS (-2,7%) sind seit Handelsbeginn stark abgerutscht. Hier könnte nebst der Schuldenproblematik in der Eurozone die Meldung, dass spanische Finanzfahnder Jagd auf rund 3’000 Steuerflüchtlinge mit Konten in der Schweiz machen, zusätzlich belastend wirken, so der Händler. Julius Bär büssen 2,1% ein.


Aber auch Versicherer wie Swiss Life (-1,5%), Swiss Re (-1,1%) oder Bâloise (-0,8%) bleiben im Finanzsektor unter erhöhtem Abgabedruck. ZFS verlieren mittlerweile auch 0,8% auf 247,40 CHF. Im Nachgang zum Investorentag vom Dienstag hat Goldman Sachs das Kursziel auf 300 von zuvor 284 CHF erhöht. Das Rating wurden mit «Neutral» bestätigt.


Die grössten Verluste müssen Logitech (-4,2% auf 16,13 CHF) nach einer Ratingabstufung durch Merrill Lynch hinnehmen. Der US-Broker kappte die Einstufung gleich um zwei Stufen auf «Underperform» von «Buy», das Kursziel wurde auf 15 von 23 CHF gesenkt.


Weitere Verlierer sind konjunktursensitive Titel wie Richemont (-2,2%), Adecco (-1,9%), ABB (-1,6%) oder Holcim (-1,9%).


Auf der Gegenseite sorgen die Indexschwergewichte dafür, dass der SMI nicht noch deutlicher nachgibt. Nestlé gewinnen 0,5%, Roche 0,4% und Novartis notieren unverändert auf 53,55 CHF.


Lonza (+0,6%) bauen derweil die gestrigen Avancen aus. Am Mittwoch wurden positive Aussagen des VR-Präsidenten Rolf Soiron und die tiefe Bewertung der Titel als Kurstreiber angeführt. Heute hat der Broker Helvea im Anschluss an einen Unternehmensbesuch das «Buy»-Rating für den Titel bestätigt.


Im breiten Markt sind Carlo Gavazzi (-1,1%) nach den Jahreszahlen 2009/10 und einem festeren Handelsstart ins Minus gerutscht. Während der Umsatz um 14,4% (-11% in Lokalwährungen) zurückging, konnte der Gewinn gehalten werden.


Bei OC Oerlikon (-1,0%) hat die UBS das Kursziel reduziert, bei der Bank Sarasin (-0,4%) erhöhte Goldman Sachs dieses.


Cytos legen nach dem fulminanten Anstieg vom Mittwoch (+19,1%) derzeit um 0,7% zu. (awp/mc/pg/18)

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