EU-Eröffnung: Überwiegend fester – Novartis sehr schwach

Damit folgten sie dem Beispiel der japanischen Börsen. Dort hatte eine Erholungsbewegung dem Nikkei 225 nach seinem Sturz auf ein Zwei-Jahres-Tief ein Plus von rund zwei Prozent beschert. Händler sprachen von insgesamt «überverkauften Märkten», die nun wieder Investoren auf den Plan riefen. Im Fokus standen am Morgen vor allem einige europäische Unternehmen mit ihren Bilanzen. Am Nachmittag dürften die US-Baubeginne im Dezember 2007, der Philly-Fed-Index sowie die Bilanz der US-Bank Merrill Lynch die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.


Der europäische Leitindex EuroSTOXX 50 gewann im frühen Handel 0,77 Prozent auf 4.139,78 Punkte. Der auch Schweizer und britische Werte umfassende STOXX 50 stieg um 0,98 Prozent auf 3.465,98 Zähler im negativen Bereich. Der Euronext 100 legte um 0,89 Prozent auf 922,30 Punkte zu. Der Pariser CAC 40 rückte um 0,82 Prozent auf 5.268,41 Zähler vor. Der Londoner FTSE 100 stieg um 1,12 Prozent auf 6.009,40 Punkte.


Der Schweizer Pharmakonzern Novartis litt im abgelaufenen Geschäftsjahr nach eigenen Angaben unter der Konkurrenz durch Generika und der schwachen Entwicklung in den USA. Ausserdem hätten Rückstellungen in Milliardenhöhe das Ergebnis belastet, hiess es. Für 2008 prognostizierte das Management auf Konzernebene ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und in der Division Pharma ein Erlösplus im unteren einstelligen Bereich (Lokalwährungen). Die Aktie gab am Ende des Swiss-Market-Index (SMI) 3,67 Prozent auf 59,00 Franken nach. Das von Sondereffekten geprägte Jahresergebnis enttäuschte insbesondere im vierten Quartal und konnte auch durch die Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms nicht wettgemacht werden, sagten Händler.


Auch vom Konkurrenten Roche gab es Nachrichten: Das Schweizer Pharmaunternehmen lässt im Übernahmekampf um die US-Diagnostikfirma Ventana Medical Systems nicht locker und hat die Angebotsfrist nun bis zum 14. März verlängert. Die Roche-Aktie gewann 1,26 Prozent auf 200,20 Franken. Logitech stiegen im marktbreiten SPI um 4,75 Prozent auf 33,50 Franken. Der Schweizer Hersteller von PC-Zubehör legte Zahlen für das dritte Geschäftsquartal vor und meldete einen Rekordumsatz. Die Prognosen der Analysten wurden dennoch verfehlt.


Mit plus 6,40 Prozent auf 136,75 Euro sprangen im CAC 40 die Titel von Alstom steigerte dank der starken Auftragslage seiner Kraftwerk-Sparte den Umsatz im dritten Geschäftsquartal deutlich. Die Gesamtgeschäftsjahresprognose wurde bestätigt. Davon profitierten auch Bouygues mit 2,32 Prozent auf 50,75 Euro. Der Baukonzern ist mit 30,1 Prozent an Alstom beteiligt.


Remy Cointreau büssten nach der Vorlage von Umsatzzahlen für das dritte Geschäftsquartal des Getränkeherstellers 5,08 Prozent auf 41,33 Euro ein. Ein Analyst sprach von einem «enttäuschenden Zahlenmix». Der Absatz von Remy stieg in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres um 3,3 Prozent, die Prognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt. Der flächenbereinigte Absatzanstieg beim Produkt Cognac sei mit einem Plus von zwei Prozent im dritten Quartal schwach ausgefallen, hiess es. In der ersten Geschäftsjahreshälfte habe er 13 Prozent betragen.


In London gaben die Aktien der Brauerei SABMiller nach der Vorlage eines Zwischenberichts um 0,48 Prozent auf 1.238,00 Pence nach. Die Geschäftsentwicklung habe den Erwartungen entsprochen, hiess es. Preissteigerungen hätten die höheren Produktionskosten kompensiert. (awp/mc/th)

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