EU-Verlauf: Sehr schwach – Vodafone stützt Telekomsektor

Der europäische Leitindex EuroSTOXX 50 verlor am Mittag 2,60 Prozent auf 2.557,48 Zähler. Der Londoner FTSE 100 fiel um 2,09 Prozent auf 4.311,86 Punkte und der französische CAC-40-Index büsste 2,50 Prozent auf 3.418,19 Zähler ein.


Europaweit rückten Telekom-Werte nach Zahlen von Vodafone in den Blick. Die Titel des britischen Mobilfunkkonzerns kletterten in London mit plus 7,20 Prozent auf 116,10 Pence an die Spitze im «Footsie». Die Analysten von Cazenove hielten in einer ersten Reaktion an ihrer Einschätzung «Outperform» fest und kündigten eine Erhöhung der Schätzungen für den Gewinn je Aktie um fünf Prozent an. Sie begrüssten zudem die progressive Dividendenpolitik des Konzerns. Vodafone hatte wie bereits am Vortag in der Presse spekuliert die Umsatzprognose gekappt. An der Gewinnprognose hielt das Unternehmen aber fest und erhöhte zudem den das Ziel für den Free-Cash-Flow (FCF). Davon wurden auch die Aktien der Konkurrenten gestützt. Telecom Italia verteuerten sich als einer der wenigen Gewinner im EuroSTOXX 50 um 0,66 Prozent auf 0,9965 Euro, Deutsche Telekom , France Telecom und Telefonica hielten sich ebenfalls deutlich besser als der Gesamtmarkt.


Aktien von Enel standen vor der Zahlenvorlage mit 0,18 Prozent auf 5,445 Euro leicht im Minus. Der Markt erwartet für den italienischen Versorger einen Gewinnsprung in den vergangenen neun Monaten um 67 Prozent. UniCredit verloren unterdessen vor Zahlen um 3,35 Prozent auf 2,02 Euro. Für Intesa SanPaolo ging es um 5,29 Prozent auf 2,865 Euro nach unten – auch hier werden im Tagesverlauf Zahlen erwartet.


Aegon fielen um 5,98 Prozent auf 4,07 Euro. Ein niederländisches Gericht hat die Meinung der Zentralbank und der Börsenaufsicht AFM zu vermeintlichen Ungenauigkeiten des Finanzkonzerns in der Bilanz 2007 erbeten, schrieb die Zeitung «Het Financieele Dagblad».


Belastet von negativen Studien rutschten Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) um 6,07 Prozent auf 8,82 Euro ab. Merrill Lynch hatte die Titel von «Neutral» auf «Underperform» abgestuft und das Kursziel von 10,89 auf 8,33 Euro gekappt. Die Bewertung der Aktie sei nicht überzeugend, so die Experten. Zudem verstärke sich in Lateinamerika und hier besonders in Mexiko der wirtschaftliche Gegenwind. Dort werde eine Kreditklemme immer wahrscheinlicher. Auch die WestLB stufte die BBVA-Titel von «Buy» auf «Hold» ab.


In der Schweiz büssten Julius Bär nach einem Zwischenbericht 6,36 Prozent auf 41,20 Franken ein. Die am Morgen vorgelegten Informationen hätten zwar die schlimmsten Befürchtungen zerstreut, hiess es im Handel. Doch der Bankensektor leide allgemein unter den schwachen Vorgaben. (awp/mc/pg/20)

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