Schweinegrippe: Islamisches Schweinefleisch-Verbot bietet Dubai keinen Schutz vor Pandemie

von Gerard Al-Fil


So heisst es im Koran, der heiligen Schrift der Muslime: «Verboten ist euch der Verzehr von Fleisch von verendeten Tieren, Blut und Schweinefleisch…» Generell leht der Islam alles ab, was dem Menschen gesundheitlich schadet, also auch das Rauchen und Alkohol. So gesehen müsste das Golf-Emirat Dubai für Ferienreisende und Geschäftsleute als ein sicherer Hafen vor dem Schweinegrippe-Virus gelten.


Vorsicht geboten
Das Golf-Emirat als Drehkreuz zwischen Europa und Ostasien ist allerdings prädestiniert für die Ausbreitung von Grippeviren. Der internationale Flughafen von Dubai wurde 2007 von 37,4 Millionen Passagieren genutzt, obwohl nur sieben Millionen Reisende sich tatsächlich im Golf-Emirat länger als einen Tag aufhielten. Ausserdem hat fast jeder Supermarkt in Dubai einen speziellen Kühlbereich für Nicht-Muslime, in dem Schweinefleisch erworben werden kann, obgleich nach heutigen Erkenntnissen die Schweinegrippe nicht durch den Verzehr von Fleisch übertragen werden kann. Eine Reisewarnung für arabische Länder gibt es bis anhin nicht. Weil jedoch zahlreiche Fluggesellschaften in den Arabischen Emiraten in letzter Zeit ihre Verbindungen nach China ausgebaut haben, wo ebenfalls die ersten Schweinegrippe-Fälle aufgetreten sind, ist Vorsicht geboten.


Die religiöse Speisevorschrift hat auch seinen praktischen Grund weil Schweine (im Gegensatz zu Kamelen, Schafen und Hühnern) in der Wüstenhitze nur schwer gehalten werden können. Zum Ende April erreichen die Temperaturen in Dubai bis zu 40 Grad Celsius. Ausserdem verwest Schweinefleisch viel schneller in der Hitze als andere Fleischsorten.

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