Swissair: Politiker schliessen Geld aus der Staatskasse auch weiterhin aus


Die USA will ihre trudelnden Airlines mit staatlichen Millionen unterstützten. Auch in der EU wird ähnliches diskutiert. Schweizer Politiker schliessen Zahlungen an die Swissair aus.

Von Christof Moser


Die Swissair im Sturzflug und keine Hilfe vom Staat in Aussicht (Foto: Express)
US-Präsident Georges W. Bush will ein Hilfspaket für die angeschlagenen US-Airlines schnüren. Die Fluggesellschaften haben in der Woche nach den Terroranschlägen nach eigenen Angaben Verluste von rund einer Milliarde Franken gemacht. Über 20’000 Beschäftigen droht eine Entlassung. Bush will das mit staatlichen Millionen verhindern.

Verwirrendes Couchepin-Zitat
In der Schweiz dagegen schliessen Politiker und Behörden Staatshilfe für die Swissair mehrheitlich aus. Im Departement für Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hiess es gestern auf Anfrage von Moneycab, finanzielle Hilfe für die Swissair komme auch weiterhin nicht in Frage. Entgegen anderslautender Medienberichten schliesst auch das Volkswirtschaftsdepartement einen Zustupf für die Swissair aus der Staatskasse aus. Bundesrat Pascal Couchepin hatte heute mit Zitaten im «Blick» für Aufregung gesorgt. Dort sagt er, wenn die Fluggesellschaften in den USA vom Staat unterstützt werden, «dann können wir wohl nicht still bleiben und nichts machen» – was soviel wie gar nichts heisst.

Die Meinungen der PolitikerIm Parlament ist die Frage nach staatlicher Unterstützung für die Swissair inzwischen auch umstritten. Schon gestern winkte SP-Nationalrat Rudolf Strahm auf Anfrage von Moneycab ab: «Hintergrund der Swissair-Krise ist das Fehlmanagement der letzten Jahre. Eine Fluggesellschaft muss Schwankungen ihres Geschäftsgangs verkraften können.» Auch die SVP will von staatlicher Hilfe für die nationale Airline nichts wissen. Für FDP-Generalsekretär Guido Schommer ist klar, «dass die Swissair die Situation aus eigener Kraft meistern muss». Falls sich aber andere Länder für eine staatliche Unterstützung ihrer Airlines entscheiden, dürfe man aber «auch in der Schweiz diese Option nicht von Anfang an gänzlich ausschliessen.» Auch CVP-Präsident Philipp Stähelin schliesst ein einmaliges Darlehen für die Swissair nicht aus, falls sich die Situation der Airline weiter verschlechtern sollte. Dafür müsste die Swissair aber ein Gesuch stellen, betont Stähelin.

Die Swissair will gar kein StaatsgeldDas hat die Swissair bisher noch nicht getan – und wird es wohl vorläufig auch nicht tun. «Staatshilfe», so Swissair-Sprecher Rainer Meier, «ist für uns kein Thema».

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