TUI verringert dank Hapag-Lloyd Verlust im 1. Quartal

Das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen auf Unternehmenswerte (EBITA) sei mit minus 196 Millionen Euro weniger negativ ausgefallen als ein Jahr zuvor, teilte das im DAX notierte Unternehmen am Mittwoch überraschend vor der Hauptversammlung in Hannover mit. In Zukunft will das Unternehmen verstärkt auf Wachstumsmärkte wie Russland und China setzen. Es sei nicht unrealistisch, «dass wir über all unsere Produkte und Märkte in den nächsten zehn Jahren unser Geschäftsvolumen weltweit mehr als verdoppeln können», sagt TUI-Chef Frenzel laut vorab veröffentlichtem Redemanuskript auf der Hauptversammlung.


Zuversichtlicher Ausblick
Für das Gesamtjahr 2008 geht der Vorstand von einer «Verbesserung der Ertragskraft des Konzerns» aus. Dies gelte sowohl für die Schifffahrt als auch für die Touristik, in der mit einer «deutlichen» Steigerung des Ergebnisses gerechnet werde. In der Schifffahrt dürften die Frachtraten weiter steigen.


Konzernmumsatz um rund 25 Prozent gesteigert
Der Konzernumsatz stieg vor allem durch die Integration der ehemaligen First Choice von 4,1 auf 5,1 Milliarden Euro. Der britische Reiseveranstalter war im September 2007 mit dem grössten Teil der TUI-Touristik zu TUI Travel verschmolzen worden, an der der TUI-Konzern 51 Prozent der Stimmrechte hält. In der gesamten TUI-Touristik wuchs der Umsatz im ersten Quartal von 2,6 auf 3,6 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITA der Sparte verbesserte sich leicht von minus 230 auf minus 227 Millionen Euro. Ohne das Geschäft der ehemaligen First Choice stieg das Ergebnis um 37 Prozent auf minus 144 Millionen Euro. Reiseveranstalter schreiben im ersten Jahresviertel traditionell Verluste. Die Gewinne werden vor allem im dritten Quartal eingefahren.


Hapag-Lloyd schreibt schwarze Zahlen
Die Schifffahrtssparte Hapag-Lloyd, die vom Konzern abgespalten werden soll, fuhr im ersten Quartal bei stabilem Umsatz in die schwarzen Zahlen. Die Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht von 1,47 auf 1,51 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITA wuchs von minus 33 auf plus 24 Millionen Euro. Derzeit prüft das TUI-Management, auf welchem Weg es sich von der Containerschifffahrt trennt. Vor allem TUI-Grossaktionär John Fredriksen hatte zuvor auf eine Abspaltung von Hapag-Lloyd gedrängt. Weitere Details zum ersten Quartal will TUI am 15. Mai veröffentlichen. TUI Travel legt ihre Quartalszahlen am 13. Mai vor. (awp/mc/ps)

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