US-Schluss: Schwach – Wachstumssorgen vor «Erntedank»-Feiertag

So verlor der Dow Jones 1,62 Prozent oder 211 Punkte auf 12.799,04 Zähler – den tiefsten Stand seit Mitte August. Der S&P-500-Index rutschte um 1,59 Prozent auf 1.416,77 Zähler ab. An der NASDAQ ging es für den Composite Index um 1,33 Prozent auf 2.562,10 Zähler nach unten. Der NASDAQ 100 sank um 1,16 Prozent auf 2.006,38 Punkte.


Die Stimmung werde weiter von den Sorgen um die Kreditkrise und die Wachstumsdynamik der US-Wirtschaft verhagelt, hiess es am Markt. Mit dem gesunkenen Sammelindex der Frühindikatoren und einem von der Universität Michigan gemessenen Konsumklima auf dem tiefsten Niveau seit zwei Jahren hätten auch aktuelle Konjunkturdaten keinen Grund für Optimismus geboten. Ergänzt würden die Belastungsfaktoren zudem durch den schwachen Dollar und einen Ölpreis auf Rekordkurs in Richtung 100 Dollar je Barrel. Gesucht seien insbesondere Staatsanleihen – die Rendite der Papiere mit 10jähriger Laufzeit sank zeitweise auf den tiefsten Stand seit 2005. Am Donnerstag bleiben die US-Börsen feiertagsbedingt geschlossen, am Freitag folgt dann eine verkürzte Handelssitzung.


Grösste Verlierer im Leitindex waren American International Group (AIG) mit einem Abschlag von 5,71 Prozent auf 51,33 Dollar. Als einziger Gewinner erholten sich General Motors (GM) nach mehrwöchigen Kursrutsch um 0,38 Prozent auf 26,39 Dollar.


Für die Hypothekenbanken ging es teils weiter deutlich nach unten: So weiteten Freddie Mac nach negativen Analystenkommentaren die Vortagesverluste um 2,77 Prozent auf 26,00 Dollar aus. Analyst Paul Miller von Friedman, Billings, Ramsey senkte seine Einstufung von «Market Perform» auf «Underperform» und reduzierte das Kursziel von 55 auf 20 Dollar. Der US-Immobilienmarkt könne sich durchaus noch verschlechtern und ein höherer Verlust als durch Freddie Mac prognostiziert wäre keine Überraschung, hiess es. Citigroup-Analyst Bill Bradley reduzierte sein Kursziel ebenfalls von 81 auf 60 Dollar, bestätigte den Titel allerdings mit «Buy».


Countrywide Financial sackten gar um 8,37 Prozent auf 9,42 Dollar ab, nachdem die Aktie am Vorabend noch positiv auf die Bestätigung des Unternehmens reagiert hatte, dass das Unternehmen über ausreichende Kapitalreserven verfüge. Fannie Mae drehten nach anfänglichen Verlusten indes nach oben und gewannen 3,47 Prozent auf 29,23 Dollar.


Im NASDAQ 100 brachen Patterson Companies nach Zahlen um 23,04 Prozent auf 28,89 Dollar ein. Der Medizintechnikanbieter verzeichnete im zweiten Quartal einen Gewinnanstieg, verfehlte mit dem erreichten Ergebnis allerdings die Markterwartungen deutlich. Darüber hinaus senkte Patterson seine Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr von zwischen 1,73 und 1,77 Dollar je Aktie auf 1,68 bis 1,72 Dollar.


Aktien der Suchmaschinenbetreiber tendierten nach Analysedaten von comScore uneinheitlich: Während Google 1,81 Prozent auf 660,30 Dollar gewannen, gaben Yahoo! um 3,71 Prozent auf 25,71 Dollar nach. Den Daten zufolge hat Google im Oktober seine Marktanteile leicht ausgebaut, Yahoo! auf deutlich niedrigerem Niveau noch etwas an Boden verloren.


Whole Foods Markets verbilligten sich um 1,780 Prozent auf 41,43 Dollar. Die Bio-Lebensmittel-Kette hatte im vierten Quartal überraschend weniger verdient als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie war unter anderem wegen Integrationskosten nach der Übernahme des kleineren Rivalen Wild Oats Markets von 0,28 auf 0,24 Dollar gefallen. Experten hatten einen Anstieg auf 0,30 Dollar erwartet.


Ebenfalls nach Quartalszahlen verloren Borders Group 4,86 Prozent auf 11,55 Dollar. Der US-weit zweitgrösste Buchverkäufer hatte seinen Verlust im dritten Jahresviertel wegen Abschreibungen bei seinen Töchtern in Grossbritannien und Irland auf 0,71 US-Dollar je Aktie ausgeweitet. Analysten hatten hingegen nur mit einem Minus von 0,61 Dollar gerechnet. Limited Brands gaben um 2,22 Prozent auf 17,95 Dollar nach. Der Inhaber der Marke «Victoria`s Secret» rechnet im letzten Jahresviertel mit einem Gewinn unterhalb der Markterwartungen. Gap verloren 6,14 Prozent auf 18,96 Dollar – der Umsatz ging im dritten Quartal auf vergleichbarer Fläche um fünf Prozent zurück.


Dagegen stiegen Abercrombie & Fitch um 2,72 Prozent auf 74,77 Dollar. Der Einzelhändler hatte im dritten Quartal etwas mehr verdient und leicht weniger umgesetzt als von Experten erwartet. Deere & Co. verteuerten sich um 4,87 Prozent auf 152,06 Dollar. Der Landmaschinenhersteller hatte im vierten Quartal wegen starker Umsätze den Gewinn kräftig gesteigert. (awp/mc/ab)

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