ABB verzeichnet im 2. Quartal moderates Wachstum

Ulrich Spiesshofer
ABB-Konzernchef Ulrich Spiesshofer. (Foto: ABB)

Zürich – ABB ist im auch zweiten Quartal 2018 nur bescheiden gewachsen. Mit einem starken Bestellungseingang und einer gesteigerten Marge verbessern sich die Aussichten des Industriekonzerns aber zusehends. In Marktkreisen sieht man den Wendepunkt in den spätzyklischen Bereichen nun erreicht, was insgesamt zu einer zuversichtlichen Einschätzung und zu einer starken Aufwärtsbewegung der Aktie führt.

Der Umsatz erreichte 8,89 Milliarden US-Dollar zu, womit sich ohne Berücksichtigung der positiven Konsolidierungs- und Währungseffekte ein organisches Plus von 1 Prozent ergibt, wie ABB am Donnerstag mitteilte. Das Wachstum hat damit auf einem tiefem Niveau stagniert.

Dabei stieg der Umsatz in den Divisionen Robotik & Antriebe sowie Elektrifizierungsprodukte, wogegen die Division Industrieautomation stabil blieb und die Division Stromnetze wegen eines geringeren Auftragsbestands gar rückläufige Verkäufe verzeichnete.

Auftragseingang wächst kräftig
Besser lief es bei dem von Analysten viel beachteten Auftragseingang, welcher mit 9,48 Milliarden bereinigt um 8 Prozent über dem Vorjahr lag. Das Plus bei den wichtigen Basisaufträgen bezifferte ABB auf 9 Prozent, wobei die Grossaufträge lediglich 7 Prozent des gesamten Bestellungseingangs ausmachten.

Der operative Gewinn vor Abschreibungen (EBITA) hat um 12 Prozent auf 1,17 Milliarden US-Dollar zugenommen und die entsprechende Marge auf 13,0 Prozent. Der Reingewinn zog wegen geringerer Restrukturierungskosten gar um 30 Prozent auf 681 Millionen an.

Mit Blick auf die verschiedenen für ABB wichtigen Segmente hiess es, die Nachfrage im Bereich Energieversorgung sei uneinheitlich ausgefallen. So hätten die Kunden nur verhalten in grössere Stromnetz-Projekte investiert. Dafür verbessert sich die Situation offenbar in anderen Bereichen. Im Industriesegment habe sich die Nachfrage über verbessert und auch in der Prozessindustrie, darunter der Öl- und Gassektor und die Bergbauindustrie, war laut ABB eine stärkere Investitionstätigkeit zu verzeichnen.

Beschleunigtes Umsatzwachstum im H2 erwartet
Bezüglich dem bescheidenen Umsatzwachstum in den ersten beiden Quartalen sagte Ulrich Spiesshofer an einer Telefonkonferenz: «Wir gehen weiter davon aus, dass sich das Umsatzwachstum im zweiten Semester beschleunigen wird.» Er bestätigte damit Aussagen vom vergangenen April.

Interessant sei dabei die bereits gute Entwicklung der frühzyklischen Bereiche in den Divisionen Elektrifizierungsprodukte sowie Robotik und Antriebe. In der Division Industrieautomation sei der Bestellungsbestand dank eines starken Auftragseingangs gestiegen. Den Umsatzrückgang in der Sparte Stromnetze erklärte er mit dem tieferen Auftragsbestand, aber auch hier sieht er eine Entwicklung hin zum Positiven. Insgesamt zeigt sich Spiesshofer mit dem im zweiten Quartal Erreichten nicht unzufrieden und hob unter anderem auch die Erholung im Öl- und Gassektor hervor.

Mit Blick nach vorne bleibt ABB weiter vorsichtig. Die makroökonomischen Zeichen sowohl für Europa und die USA seien positiv und für China sei weiteres Wachstum zu erwarten. Die globalen Märkte wüchsen, wobei aber die geopolitischen Unsicherheiten in verschiedenen Teilen der Welt zunähmen.

Spiesshofer wollte sich in diesem Zusammenhang zu seinen Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung im globalen Handelsstreit nicht konkret äussern. Gleichwohl beschäftigt ihn das Thema nicht wenig. «Es gibt in diesem Zusammenhang viele Unsicherheiten und das hält uns auf Trab. Es gilt, einen kühlen Kopf zu bewahren.»

Aktie legt deutlich zu
An der Börsen fanden die Zahlen viel Applaus, die Aktie stieg um bis zu 4% und ging letztlich 2,8% höher bei 22,59 Franken aus dem Handel. «Solide Margen trotz schwachem Umsatz», lautete ein Fazit der Kommentatoren, ein anderes, dass das Gewinnmomentum von ABB an einem positiven Wendepunkt angelangt sei. (awp/mc/pg)

ABB
Firmeninformationen bei monetas

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.