Accenture: Krankenversicherungsstudie Schweiz

Accenture: Krankenversicherungsstudie Schweiz

Zürich – Während Anfang 2020 noch Schlagzeilen über explodierende Gesundheitskosten die Runde machten, ist heute klar: die Pandemie wirkte sich im vergangenen Jahr insgesamt kostendämpfend aus. Dies macht die «Krankenversicherungsstudie Schweiz» des Beratungsunternehmens Accenture deutlich. Zudem zeigt der Report, dass in der Grundversicherung die Preissensitivität nach wie vor sehr hoch ist. Rund zwei Drittel der Konsumenten sind bereit ihre Krankenkasse zu wechseln. Viele Konsumenten vertrauen dabei auf ihr privates Umfeld: 44 Prozent der Befragten geben an, über Freunde und Familie auf ihre aktuelle Krankenversicherung aufmerksam geworden zu sein. Gleichzeitig werden digitale Services zunehmend wichtig und sind mit ein Entscheidungskriterium für die Wahl der Krankenversicherung.

Accenture’s Krankenversicherungsstudie 2021 besteht aus drei Teilen: Die Resultate einer repräsentativen Konsumentenbefragung bezüglich Verhalten und Präferenzen im Schweizer Krankenversicherungsmarkt, eine Analyse der COVID-19 Auswirkungen auf Gesundheitssystem und -kosten sowie Statistiken zum aktuellen Marktumfeld und zur Situation führender Schweizer Krankenversicherer.

Konsumentenbefragung
In der repräsentativen, schweizweiten Konsumentenbefragung wird deutlich, dass nicht nur zwei von drei Befragten bereit sind, die Krankenversicherung zu wechseln, sondern auch dass ein Split zwischen Grund- und Zusatzversicherung bei verschiedenen Anbietern absolut denkbar ist. Die Hälfte der Befragten gab an, dass sie sich dies vorstellen könnte. Ein Viertel der Befragten hat dies auch effektiv bereits getan. Gesamthaft zeigte sich im vergangenen Jahr, dass Helsana und CSS bei Wechselwillingen sehr erfolgreich den Nerv der Zeit getroffen haben. So sind 47% der Kunden, welche per 1.1.21 gewechselt sind, zu einem dieser beiden Big Player gewechselt.

«Die Preissensitivität in der obligatorischen Krankenversicherung bleibt hoch und dürfte sich mit den steigenden Gesundheitskosten weiter verschärfen. Doch als Versicherer eine reine Günstig-Anbieter-Strategie zu fahren ist heue nicht mehr zwingend erfolgsversprechend. Es gilt eine preisliche Attraktivität mit z.B. Qualität oder Innovation zu verbinden. Vor allem digitale Angebote werden zunehmend wichtiger, wenn Kunden einen Wechsel der Krankenkasse in Erwägung ziehen», erklärt Marcel Thom, Managing Director – Insurance Lead, Accenture Schweiz.

Auswirkungen von COVID-19
Mit der COVID-19 Krise rückten die Krankenversicherer in den Fokus. Während Anfang 2020 noch Schlagzeilen über explodierende Gesundheitskosten die Runde machten, wurde im Laufe des vergangenen Jahres jedoch klar, dass die Pandemie sich 2020 insgesamt kostendämpfend auswirkte:

Veränderung Gesundheitskosten 2020

1) LERBs: Leistungserbringer Quelle: BAG, Accenture Analyse

  • Die OKP-Kosten sind 2020 mit +1.2% deutlich weniger stark angestiegen als im langjährigen Durchschnitt von +3.9% pro Jahr
  • Am stärksten betroffen waren aufgrund von ausbleibenden Behandlungen die Physiotherapeuten
  • Auch bei Ärzten und Spitälern hat sich die Pandemie kostendämpfend ausgewirkt, da Behandlungen vermieden oder aufgeschoben wurden
  • Ein überdurchschnittliches Wachstum konnten hingegen Pflegeheime/Spitex und Apotheken verbuchen

Facts & Figures zum Gesundheitsmarkt
Die Accenture Studie untersucht auch Daten zu den Gesundheitskosten, der Entwicklung der OKP- und VVG-Kosten und zu den Top-12 Krankenversicherern der Schweiz. Der Gesamtmarkt der Krankenversicherung in der Schweiz wächst und betreffend den Gesundheitsausgaben steht die Schweiz in der Rangfolge der OECD-Länder hinter den USA an zweiter Stelle mit Gesundheitskosten von ca. 12% des Bruttoinlandprodukts (USA: 17%). Dass Qualität allerdings nicht zwingend teuer sein muss, zeigt Japan auf Rang 15, welches mit 83,6 Jahre weltweit die zweithöchste Lebenserwartung aufweist.

Die Prämien der Grundversicherung und Spitalzusatzversicherung haben sich in den letzten 10 Jahren sehr unterschiedlich entwickelt. Das stärkste Wachstum gab es bei der Grundversicherung mit ca. 33%. Ferner zeigt sich, dass in der Grundversicherung die jährliche Bereitschaft zu einem Versicherungswechsel stark mit der durchschnittlichen Prämienerhöhung korreliert, was insbesondere auf die Preissensitivität der Kunden zurückzuführen ist. Darüber hinaus erfreuen sich Alternative Versicherungsmodelle (AVM), wie z.B. Hausarzt-Modelle, grosser Beliebtheit und decken mittlerweile mehr als 2/3 der Bevölkerung ab. Auch dieser Trend dürfte auf den gestiegenen Kostendruck der Krankenversicherungsprämien auf das Familienbudget vieler Kunden zurückzuführen sein (und der gleichzeitigen preislichen Attraktivität dieser Alternativen Versicherungsmodelle). (Accenture/mc/ps)

Über die Studie
Die repräsentative Konsumentenbefragung bezüglich Verhalten und Präferenzen im Schweizer Krankenversicherungsmarkt wurde mit 1’052 Teilnehmenden aus allen Altersgruppen und Sprachregionen der Schweiz im März 2021 durch das LINK Institut im Auftrag von Accenture durchgeführt. Die Einschätzung zu den Auswirkungen von COVID-19 sowie relevanten Fakten zum Gesundheitsmarkt Schweiz erfolgt vom Schweizer Accenture Krankenversicherungsteam.

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