Accenture: Ökosysteme sind entscheidend für die Resilienz und das Wachstum von Schweizer Unternehmen

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Zürich – Jedes Jahr ermittelt Accenture in der Top500-Studie die «Wachstumschampions» der Schweizer Wirtschaft und untersucht, was hinter ihrem Erfolg steht. Der Fokus der diesjährigen Studie liegt auf der Nutzung der Top-Performer von Ökosystemen und den Herausforderungen, die diese mit sich bringen. Die Studie zeigt, dass viele Wachstumschampions Ökosysteme nutzen. Denn egal, wie gross ein Unternehmen ist und welcher Branche es angehört, oft kommen optimale Lösungen nur in Zusammenarbeit mit Kundinnen und Kunden und anderen Marktteilnehmern zustande. Ökosysteme tragen wesentlich zum Erfolg dieser Unternehmen bei. Das ist umso entscheidender als Schweizer Unternehmen gegenüber ihren europäischen Konkurrenten an Terrain verlieren, wie die Studie weiter zeigt.

Wer Ökosysteme nutzt, erzielt mehr Gewinn
Die Top500-Studie von Accenture zeigt ein klares Bild: Die Lücke zwischen den Wachstumschampions und anderen Unternehmen hat sich sowohl beim Umsatzwachstum als auch bei der Gewinnmarge vergrössert. Mit einem Umsatzrückgang von 5.6% konnten die Wachstumschampions zudem die Auswirkungen der Pandemie dreimal besser begrenzen als die anderen Unternehmen.

Im Weiteren belegt die Studie, dass Schweizer Unternehmen, die sich auf Ökosystempartnerschaften stützen, einen 12- bis 16-Mal höheren Gewinn erzielen als ihre Konkurrenten, die nicht in Ökosystemen arbeiten. Besonders in Krisenjahren wie 2020 sind partnerschaftsbasierte Geschäftsmodelle widerstandsfähiger. Es überrascht deshalb nicht, dass sich die Zahl der Ökosystempartnerschaften in der Schweizer Wirtschaft zwischen 2013 und 2020 mehr als verdoppelt haben. Ein ähnliches Bild zeigt auch der Blick nach Europa.

Was macht die Top Performer unter den Ökosystemnutzern erfolgreich?
Accenture hat 100 Schweizer Führungskräfte, deren Unternehmen Ökosysteme nutzen, gefragt, welchen Nutzen sie aus Ökosystemen ziehen, welche Ziele sie bisher mit ihnen verfolgt haben und welchen Herausforderungen sie sich dabei stellen mussten. 38% der befragten Unternehmen wurden dabei als Ecosystem Top Performer (ETP) identifiziert. ETP sind Unternehmen, die ihre finanziellen Ziele (RoI und Umsatzwachstum) weitgehend bis sehr weitgehend erreicht haben.

Das sind ihre Erfolgsrezepte:

  • ETP schöpfen nicht die ganze Palette aus, die ihnen Ökosysteme bieten, sondern fokussieren auf einige wenige Ziele (z.B. Nachhaltigkeit) mit dem Erfolg, diese Ziele auch zu erreichen.
  • Sie sind besonders stark im Erfüllen wachstumsbezogener Ziele.
  • Sie sind sich im Gegensatz zu anderen Unternehmen Herausforderungen bewusst und priorisieren diese stärker, z.B. im Bereich Arbeitskultur.
  • Sie sind bei der Wahl ihrer Partner wählerisch, arbeiten aber mit mehr Partnern zusammen als andere Unternehmen.
  • Sie planen, vermehrt Partnerschaften mit Start-ups einzugehen.
  • Sie setzen technische und operative Führungskräfte für ihre Ökosysteme ein (CTOs, CIOs, COOs).
  • Sie nutzen Technologien wie Cloud, KI oder Edge Computing intensiver als Nicht-ETPs.

Schlussfolgerungen für Anwender von Ökosystemen
Accenture zieht daraus folgende Erkenntnisse für die Arbeit in Ökosystemen:

  • Es lohnt sich, selektiv zu sein bei den Erwartungen an die Ökosystem-Initiativen, klare Ziele zu definieren und nur in erfolgreichen Bereichen weitere Ziele hinzuzufügen.
  • Offenheit für die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern zahlt sich aus – gerade auch Start-ups bieten spezifische Kompetenzen, die für Unternehmen der Weg zum Erfolg sein können.
  • Kultur ist zentral. Ein Angleichen der Arbeitskulturen der verschiedenen Partner und die Konzentration innerhalb des eigenen Unternehmens auf Wandel und Offenheit für die Zusammenarbeit sind deshalb entscheidend.
  • Pragmatismus bei der Wahl der geeigneten Führungskräfte und damit den Einsatz von technisch und geschäftlich versierten Personen (CIO, CTOs etc.) ist von Vorteil.
  • Die Rollen im Ökosystem sind zu verteilen. Es ist aber nicht entscheidend für die Wertschöpfung, ob ein Unternehmen Orchestrator oder Teilnehmer ist.

Ökosysteme als Wachstumsfaktor auch im europäischen Kontext
Ökosysteme versprechen Schweizer Unternehmen neue Möglichkeiten für Wachstum. Dieser ist wichtig, da Schweizer Unternehmen allmählich von ihren europäischen Konkurrenten eingeholt werden, obwohl die Schweizer Wirtschaft die COVID-19-Pandemie vergleichsweise gut überstanden hat.

Eine Analyse zeigt für die Jahre 2020 und 2021 folgende Trends:

  • Obwohl beide Gruppen ihren Umsatz und ihre Eigenkapitalrendite 2021 im Vergleich zu 2019 steigern konnten, gelang dies den europäischen Unternehmen deutlich schneller als den Schweizer Unternehmen.
  • Es wird erwartet, dass sich diese Lücke in Zukunft vergrössert.
  • Die europäischen Unternehmen werden ihre Rentabilität weiter verbessern und zu den Schweizer Unternehmen aufschliessen. (Accenture/mc)

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