Actelion: Signifikant tieferes Morbiditäts-/Mortalitätsrisiko mit Opsumit

Jean-Paul Clozel
Jean-Paul Clozel, ehemaliger Actelion-CEO. (Copyright: Actelion)

Actelion-CEO Jean-Paul Clozel. (Copyright: Actelion)

Allschwil – Der Biopharma-Konzern Actelion kann mit neuen Studiendaten für den designierten Tracleer-Nachfolger Opsumit (Macitentan) überzeugen. Ersten Analystenkommentaren zufolge hat der Produktkandidat die Erwartungen übertroffen. Teils wird Opsumit auch als neue Standardbehandlung und als «Blockbuster» gesehen. Die Detailergebnisse der SERAPHIN-Studie bestätigen die bereits Ende April veröffentlichen ersten Studiendaten und auch in weiteren Analysen hat der Produktkandidat konsistente Ergebnisse erzielt.

Mit Opsumit konnte das Morbiditäts- und Mortalitätsrisikos bei Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH) signifikant gesenkt werden, teilt Actelion in der Nacht auf Mittwoch mit. Zuvor hat das Allschwiler Unternehmen an der Jahrestagung des American College of Chest Physicians, CHEST, in Atlanta/Georgia, die Detailergebnisse der Ereignis-getriebenen, zulassungsrelevanten Phase-III-Langzeitstudie SERAPHIN präsentiert. Dabei hat das Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko bei einer Dosierung von 10 mg einmal täglich gegenüber Placebo um 45% und in der 3mg-Dosierung um 30% gesenkt werden können. Es habe sich in der höheren Dosierung ein starker und nachhaltiger Patientennutzen gezeigt, heisst es weiter zu den primären Endpunkten. Die sekundären Endpunkte haben eine Senkung des Todesfallrisikos infolge der PAH-Erkrankung oder bei einer Hospitalisierung infolge PAH um 33% bei der 3mg-Dosierung bzw. 50% mit 10 mg im Vergleich zu Placebo ergeben. Zudem habe sich – allerdings nicht statistisch signifikant – bei der höheren Dosierung eine Senkung des Todesfallrisikos aus jeglichen Gründen um 36% gezeigt.

742 PAH-Patienten nahmen an Studie teil
Weiter habe in der höheren Dosierung bei den Probanden nach einer sechsmonatigen Behandlung eine um 23 Meter längere Gehdistanz innerhalb von sechs Minuten gemessen werden können. Bei Patienten der WHO-Funktionsklasse III/IV betrug die Verbesserung 37 Meter. Diese funktionalen Verbesserungen seien klinisch relevant. Die Verträglichkeit von Opsumit war laut Mitteilung «gut». Die Nebenwirkungen seien bei allen Patientengruppen vergleichbar gewesen, heisst es weiter. An der doppel-blinden, placebo-kontrollierten Studie nahmen 742 PAH-Patienten teil.

FDA Zulassung beantragt
«Die SERAPHIN-Studie hat klar gezeigt, dass mit einer Behandlung von PAH-Patienten mit Macitentan bessere Ergebnisse erzielt werden und dass Macitentan das Potenzial hat, den Verlauf der Krankheit zu verändern», wird Lewis J. Rubin von der University of California, San Diego und Berater bei der SERAPHIN-Studie in der Mitteilung zitiert. Die strenge Methodologie und Durchführung der SERAPHIN-Studie als erste Ergebnis-getriebene PAH-Studie habe auch neue Standards bei der Beurteilung von PAH-Therapien gesetzt. Bei der US-Gesundheitsbehörde FDA hat Actelion bereits Anfang einen Zulassungsantrag (New Drug Application) für Opsumit zur Behandlung von PAH-Patienten eingereicht. Weitere Zulassungsanträge sind geplant. PAH ist eine chronische lebensbedrohende Erkrankung. Trotz Fortschritten in der Therapie sind die Überlebensraten noch tief und ist die Erkrankung noch nicht heilbar.

Wohlwollende Beurteilung durch Analysten
Analysten beurteilen die Detaildaten der SERAPHIN-Studie in ersten Kommentaren wohlwollend. «Die umfassenden Phase-III-Daten übertreffen die Erwartungen», heisst es bei der UBS. «Es steckt kein Teufel im Detail», kommentiert die Deutsche Bank. Und laut Jefferies unterstützen die Daten einen Behandlungswechsel bei PAH und versprechen einen «Blockbuster». Die Daten zur Sechs-Minuten-Gehdistanz seien akzeptabel, die Mortalitätsrate aus jeglichen Gründen auf der Basis des p-Wertes (0,2037 bei 10 mg) sei OK, der Effekt aber beeindruckend, so die UBS weiter. Eine Analyse von Studien-Teilgruppen zeige weitere Vorteile für Macitentan. Das bisherige Feedback sei vorsichtig positiv, die Information der Ärzte dürfte ein Schlüsselfaktor sein. Jefferies beurteilt die Daten zu den primären Endpunkten als stringent, weitere Wirksamkeitsdaten seien überzeugend und die Sicherheitsergebnisse beruhigend. Macitentan dürfte den Markt aufmischen, heisst es weiter. Jefferies sieht ein Spitzenumsatzpotenzial von 1,25 Mrd USD für das Produkt. Laut Deutsche Bank bestätigen die Detaildaten die klinischen Vorteile von Macitentan. Das Spitzenumsatzpotenzial wird im Jahr 2017 weiterhin bei 929 Mio CHF gesehen. (awp/mc/hfu)

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