Alpiq: CEO Giovanni Leonardi tritt per sofort zurück

Giovanni Leonardi

Giovanni Leonardi, zurückgetretener Alpiq-CEO.

Neuenburg – Beim Stromkonzern Alpiq ist der bisherige CEO Giovanni Leonardi per sofort von seinem Posten zurückgetreten. Leonardi habe sich entschieden, nach dem Abschluss der Zusammenführung von Atel und EOS zur Alpiq und im Rahmen der fundamentalen Veränderungen in der Branche die Führung des Unternehmens zu übergeben. Interimistisch übernimmt Verwaltungsratspräsident Hans Schweickardt den Vorsitz der Geschäftsleitung, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag.

Der Entscheid von Leoardi sei für die Gesellschaft «eher überraschend» gekommen, erklärte Alpiq-Sprecher Martin Bahnmüller gegenüber AWP. Die Situation habe sich relativ kurzfristig entwickelt, es sei aber zu keinen besonderen Vorkommnissen oder Zerwürfnissen gekommen, so der Sprecher weiter. Leonardi führe zudem seine beiden Verwaltungsratsmandate bei Romande Energie und Società Elettrica Sopracenerina (SES) für Alpiq weiter.

Nachfolgersuche kann Monate beanspruchen
Die Suche nach einem neuen Konzernchef sei eingeleitet, könne aber durchaus einige Monate dauern, so der Alpiq-Sprecher weiter. Es seien sowohl interne wie auch externe Lösungen denkbar. Kein Kandidat sei indes VRP-Präsident und ad interim CEO Hans Schweickardt, erklärte Bahnmüller. Für die Übergangszeit habe der VR zudem seinen Vizepräsidenten Christian Wanner zum Lead Director bestimmt, heisst es in der Mitteilung weiter. Schweickardt werde das im Juli 2011 eingeleitete Programm zur Fokussierung auf das Kerngeschäft, zur Verbesserung der Ertragskraft und zur Stärkung des finanziellen Handlungsspielraums «konsequent» weiterverfolgen.

Auch Analysten überrascht
Für die Bank Vontobel kommt der Rücktritt von Leonardi «einigermassen überraschend». Der Wechsel wird jedoch als eher positiv beurteilt, da eine jüngere Generation neue Dynamik in die Branche bringen könnte. Vontobel begrüsst zudem die Ernennung von VRP Schweickardt zum interimistischen CEO: Aufgrund seiner Funktion als ehemaliger CEO von EOS und als Mitglied des Aufsichtsrates der European Energy Exchange (EEX) sei eine problemlose Übergangszeit sichergestellt, so die Einschätzung von Vontobel. Die Bank bestätigt das eigene «Hold»-Rating für die Titel.

Positiv zeigen sich auch die Anleger. Die Alpiq-Titel notieren um 10.15 Uhr gut 2% höher auf CHF, derweil der SPI 1,2% verliert. (awp/mc/upd/ps)

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