Axpo verdient im Halbjahr weniger – Auslandsgeschäft stützt

Andrew Walo
Axpo-Konzernchef Andrew Walo. (Foto: Axpo)

Baden – Der Energiekonzern Axpo hat im ersten Halbjahr 2017/18 (per Ende März) weniger umgesetzt. Tiefer fiel auch der Gewinn aus, allerdings hatte die Gesellschaft im Vorjahr von einer einmaligen Entschädigung profitiert. Das Marktumfeld bleibt für den Stromerzeuger weiterhin schwierig, trotz Erholung der Strompreise.

Die konsolidierte Gesamtleistung verringerte sich in der Berichtsperiode um 15 Prozent auf 2,54 Milliarden Franken. Verantwortlich für den Rückgang sind gemäss Mitteilung vom Montag tiefere Energiepreise und -mengen im italienischen Grosshandelsmarkt, tiefere Strompreise in der Schweiz sowie die im Vorjahr enthaltene Enteignungsentschädigung der Netzbetreibergesellschaft von Swissgrid.

Das Betriebsergebnis (EBIT) sank gar um 36 Prozent auf 259 Millionen. Bereinigt um die Sonderfaktoren liege das Betriebsergebnis aber auf Vorjahreshöhe, weist Axpo darauf hin. Die Gesellschaft spricht in der Mitteilung denn auch von einem starken operativen Ergebnis.

Das Unternehmensergebnis wiederum sank um knapp 54 Prozent auf 196 Millionen. Dieser Rückgang ist einerseits auf einen ausserordentlichen Vorjahresgewinn in Höhe von 60 Millionen aus der Umschichtung des Wertschriftenportfolios zurückzuführen. Andererseits lag die Rendite des Stilllegungs- und Entsorgungsfonds für Kernkraftwerke rund zwei Prozent tiefer als im Vorjahr, was den Finanzertrag um 50 Millionen reduzierte.

Cash-flow gestärkt
Ausbezahlt hat sich die Strategie, den Cash-flow zu stärken. Dank eines höheren operativen Cash-flows und tieferen Nettoinvestitionen (39 Millionen verglichen mit 136 Millionen im Vorjahr) resultierte ein Free Cash-flow von 9 Millionen nach -183 Millionen im Vorjahr.

Erfreulich entwickelten sich in der Berichtsperiode die Geschäftstätigkeiten im Ausland. Dies hätten im ersten Halbjahr substanzielle Ergebnisbeiträge geliefert. Zusammen mit dem Handelsgeschäft hätten die strompreisunabhängige Auslandsgeschäfte die tieferen Strompreisen in der Schweiz grösstenteils wettmachen können, schreibt Axpo weiter.

Das Zentralschweizer Energieunternehmen CKW, an der Axpo eine Mehrheitsbeteiligung von 81 Prozent hält, steigerte im ersten Halbjahr die Gesamtleistungen geringfügig um 0,4 Prozent auf 456 Millionen. Das Unternehmensergebnis verringerte sich wegen des Wegfalls der Swissgrid-Entschädigung um 16 Prozent auf 49,5 Millionen.

Gut gestartet ist gemäss Mitteilung die neu gegründete Axpo WZ-Systems AG. Diese ist aus dem Zusammenschluss des Datenkommunikationsgeschäfts der Axpo und der WZ-Systems AG hervorgegangen. Sie setzt auf den Ausbau der Tätigkeiten im Wachstumsgeschäft der krisensicheren Datenkommunikation.

Strompreise belasten Ergebnis 2017/18
Seit Ende März sind beide Blöcke des Kernkraftwerks Beznau wieder am Netz. Die Kosten für den Nachweis für die Sicherheit des Block 1 summierten sich gemäss Axpo auf 80 Millionen. Die Wiederinbetriebnahme von Block 1 trage aber zur Stärkung der Ertragskraft von Axpo bei, teilt die Gesellschaft mit.

Das Marktumfeld bleibt in der Einschätzung von Axpo nach wie vor schwierig. Besonders unter Druck sei die heimische Wasserkraft, so die Gesellschaft. Dort sind die Gestehungskosten höher als die im Markt erzielbaren Preise.

Von der Preiserholung im internationalen Strommarkt werde Axpo mit Verzögerung profitieren, da sie einen Teil ihrer Absatzpreise drei Jahre im Voraus fixiert hat.

Das bedeute, dass die Tiefstpreise aus den Jahren 2015/16 das Unternehmensergebnis im laufenden und im kommenden Jahr belasten werden, obwohl sich die Preise seit 2016 erholt hätten. (awp/mc/ps)

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