Bachem-Reingewinn 2011 eingebrochen

Rolf Nyfeler

Bachem-CEO Rolf Nyfeler.

Bubendorf – Das wirtschaftlich schwierige Umfeld hat die Jahresergebnisse des Biochemie-Unternehmens Bachem belastet. Vor allem der starke Franken hat die Erfolgsrechnung tangiert. Auch für das laufende Jahr macht Bachem ein turbulentes Marktumfeld aus. Dennoch soll sich die operative Profitabilität etwas verbessern.

Das Biochemie-Unternehmen Bachem hat 2011 weniger umgesetzt als im Vorjahr: Die Verkäufe der Gruppe sanken um 4,6% auf 145,8 Mio CHF. In Lokalwährung stieg der Umsatz indes um 5,5%. Der Währungseffekt beim Umsatz beziffert das Unternehmen auf 15,6 Mio CHF. Der EBIT nahm um 5,2% auf 14,9 Mio CHF ab, die EBIT-Marge lag bei 10,2% gegenüber 10,3% im Vorjahr. In Lokalwährung verbesserte sich der operative Gewinn aber deutlich um 56,2%, wie der Pharma- und Biochemikalienhersteller am Freitag mitteilte.

Tiefere Dividende
Unter dem Strich verblieb ein um 66,7% tieferer Reingewinn von 9,4 Mio CHF. Der Vorjahreswert auf Stufe Gewinn enthält einen Sondereffekt aus dem Verkauf der Polyphor AG. Die Gewinnausweis sei von den Währungseffekten stark überschattet worden und widerspiegle nicht die lokal erwirtschafteten Resultatsteigerungen sowie die erzielten Kosteneinsparungen, kommuniziert Bachem. Der Generalversammlung wird eine Dividende von 1,50 CHF je Aktie vorgeschlagen. Im Vorjahr hatte Bachem 2,50 CHF je Aktie ausgeschüttet. Die Eigenkapitalquote beträgt 72,6%.

Mit diesen Zahlen hat das Baselbieter Unternehmen die Erwartungen der Analysten mehrheitlich getroffen. Sie hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) einen Umsatz von 145,2 Mio, einen EBIT von 14,9 Mio und einen Reingewinn von 11,8 Mio CHF erwartet.

Anzahl Projekte erhöht
Das sehr volatile Geschäft mit den patentierten Substanzen habe sich vor allem im zweiten Semester besser entwickelt. Dank der gut gefüllten Produktepipeline hätten die Verkäufe in lokaler Währung um 2,3% zum Vorjahr zugelegt, obwohl das erste Halbjahr 9,4% unter der Vorjahresperiode gelegen habe. Der Umsatz mit Generika avancierte derweil in lokaler Währung um 6,6%. Beim Geschäft mit Dienstleistungen im Zusammenhang mit Wirkstoffen legten die Verkäufe ebenfalls in lokaler Valuta um über 40% zu.

2011 vermochte Bachem die Anzahl der Projekte in den präklinischen und klinischen Phase auf 173 von 138 zu erhöhen. Das Unternehmen unterzeichnete zudem mehrere Kooperationsverträge – beispielsweise mit BioSpring auf dem Gebiet der Oligonukleotid-Peptid-Konjugate.

Schwellenländer im Fokus
Geographisch will das Biochemie-Unternehmen seinen Wachstumsfokus auf die grossen Schwellenländer legen. Für den chinesischen Markt beispielsweise hat Bachem mehrere Produkt-Registrierungen angemeldet. Im Reich der Mitte gelang Bachem, den Umsatz mit Generika mehr als zu verdoppeln.

Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen eine Umsatzsteigerung von 6 bis 10%. Zudem rechnet Bachem mit einer leichten Verbesserung der operativen Stabilität. Ansonsten seien weiterführende, verlässliche Prognosen für 2012 äusserst schwierig. Dies aufgrund der anhaltend widrigen Marktverhältnisse und Unsicherheiten bei den patentierten Substanzen. (awp/mc/pg)

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