BKW will deutlich wachsen und noch mehr verdienen

Suzanne Thoma
BKW-CEO Suzanne Thoma. (Foto: BKW)

Bern – Die BKW will künftig stärker wachsen und den Gewinn überproportional steigern. In den kommenden fünf Jahren soll der Umsatz um die Hälfte ansteigen, der Betriebsgewinn EBIT gar um 60 Prozent.

Anlässlich eines Investorentags am Freitag, an dem die BKW ausführlich über die weitere Strategie informieren will, hat sich das Unternehmen neu langfristige Finanzziele gesetzt. Es ist der erste Investorentag seit 15 Jahren.

Man werde den operativen Gewinn in den kommenden Jahren substanziell erhöhen und gleichzeitig die Profitabilität steigern, teilte die BKW im Vorfeld des Anlasses mit. Neben dem angestrebten Umsatz- und Gewinnwachstum will das Unternehmen ausserdem einen «substanziellen» Zuwachs beim Cashflow realisieren.

Halbe Milliarde an Investitionen
Die freien Mittel sollen in das Wachstum des Energie- und Dienstleistungsgeschäft investiert werden. Die geplanten Investitionen von einer halben Milliarde Franken könnten aus eigener Kraft gestemmt werden.

In den vergangenen fünf Jahren habe die BKW ihre Erträge stetig gesteigert, und der operative Gewinn sei zwischen 2016 und 2020 trotz rekordtiefer Strompreise um 26 Prozent auf 436 Millionen Franken gestiegen.

Nun trete die BKW in eine «noch stärkere» Wachstumsphase ein. Während die Erträge im Energie- und Dienstleistungsgeschäft zulegen werden, wird im Netzbereich – wie bisher – mit einem stabilen Ergebnisbeitrag gerechnet. Diese «Mischung aus Wachstum und Robustheit» sei das Fundament für den Erfolg.

Die Märkte Energie, Infrastruktur und Gebäude, in denen die BKW tätig ist, würden schon jeder für sich «grosse Opportunitäten» bieten, aber auch immer mehr zusammenwachsen. Zunehmend gefragt seien dabei nachhaltige und ressourceneffiziente Gesamtlösungen.

Fokus auf Solaranlagen
Im Dienstleistungsgeschäft geht das Unternehmen von einem Wachstum über dem Markt aus – organisch und via Akquisitionen. Einen Schwerpunkt legt das Unternehmen unter anderem auf Marktsegmente wie Gebäude-Automation und Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT), wo investiert werden soll.

Im Energiegeschäft werde die BKW derweil von steigenden Strompreisen sowie von der Elektrifizierung im Verkehrs- und Wärmebereich profitieren. Sie wolle den Bereich Windkraft weiter ausbauen und neu auch einen Fokus auf Photovoltaik-Anlagen legen, insbesondere in den Ländern Südeuropas.

In dem Zusammenhang hat die BKW bereits zwei Solarparks in Süditalien erworben mit einer installierten Leistung von je 20 Megawatt, die ab 2023 in Betrieb gehen sollen. Ein Kooperationsvertrag mit dem Entwickler Ibernordic sei abgeschlossen worden, womit über die nächsten vier Jahre die Möglichkeit besteht, Solaranlagen in Italien im Umfang von insgesamt bis zu 250 Megawatt Leistung zu erwerben.

Ein weiterer Fokus liegt auf «Smart Energy» und E-Mobilität sowie in der Beratung von Grosskunden für Gesamtenergielösungen. (awp/mc/pg)

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