Bund intensiviert Bemühungen um Kauf von Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson

Bund intensiviert Bemühungen um Kauf von Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson

Bern – Der Bund intensiviert seine Verhandlungen über den Kauf des Vektorimpfstoffs des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson (Janssen). Er soll bei Personen eingesetzt werden, die aus medizinischen Gründen nicht mit den bisher verabreichten mRNA-Impfstoffen geimpft werden können.

Mit Johnson & Johnson (Janssen) laufen aktuell intensiviert Verhandlungen über den möglichen Bezug einer kleinen Menge von Impfdosen, wie das Bundesamt für Gesundheit am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Zuvor hatte das Newsportal blick.ch berichtet, dass der Bund den Impfstoff kaufe.

Diese Impfdosen würden primär für die Impfung von Personen zum Einsatz kommen, die aus medizinischen Gründen – zum Beispiel einer schweren Allergie – nicht mit mRNA-Impfstoff geimpft werden können, schrieb das BAG. Die Kantone werden demnach gebeten, sich auf eine allfällige «zeitnahe Umsetzung» vorzubereiten.

Vertragsabschlüsse und die Anzahl von Impfdosen würden zu gegebener Zeit der Öffentlichkeit mitgeteilt. Der Bund habe von Anfang an ein Impfstoffportfolio mit verschiedenen Impfstofftechnologien angestrebt, um zum Beispiel Menschen mit Unverträglichkeiten eine alternative Schutzmöglichkeit anzubieten.

Für Menschen ab 18 Jahren
Der Wirkstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson ist seit Ende März für den Gebrauch in der Schweiz befristet zugelassen. Er wurde in der Schweiz jedoch noch nicht verabreicht, weil der Bund bisher mit dem Hersteller keinen Vertrag abgeschlossen hatte. Es handelt sich um eine Einmalimpfung für Personen ab 18 Jahren.

Janssen Schweiz hatte Anfang Dezember 2020 als viertes Unternehmen bei Swissmedic ein Zulassungsgesuch für einen Impfstoff eingereicht. Janssen Schweiz gehört zum US-Gesundheitskonzern Johnson& Johnson.

Der Janssen-Covid-19-Impfstoff Ad26.COV2.S ist laut Swissmedic ein rekombinanter Vektorimpfstoff, der auf einem humanen Adenovirus basiert. Studiendaten zeigten in den untersuchten Altersgruppen eine Wirksamkeit von durchschnittlich 66,9 Prozent, schrieb Swissmedic im März. Schwere und kritische Verläufe der Erkrankung könnten mit dieser Impfung zu fast 85 Prozent verhindert werden.

Bisher wurden in der Schweiz die mRNA-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna gegen verimpft. (awp/mc/pg)

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