BVZ gelingt trotz erneuter Corona-Belastung Rückkehr in die Gewinnzone

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(Foto: BVZ)

Zermatt – Die Walliser Bahn- und Touristikgruppe BVZ hat sich im vergangenen Geschäftsjahr vom Corona-Einbruch des Jahres 2020 erholt. Die BVZ steigerte den Ertrag und rückte in die Gewinnzone vor. Die Nachfrage nach Reisen mit der Gornergrat Bahn und dem Glacier Express litt aber weiter unter den Corona-Bestimmungen und der Flaute im internationalen Tourismus.

Der Ertrag der BVZ kletterte im Jahr 2021 zwar um 12 Prozent auf 143,0 Millionen Franken, wie die Gruppe am Mittwoch mitteilte. Das Vor-Corona-Niveau aus dem Jahr 2019 von 180 Millionen wurde allerdings klar verfehlt, denn auch im letzten Jahr hätten die Auswirkungen der Pandemie das touristische Angebot eingeschränkt und stark auf die Erfolgsrechnung durchgeschlagen.

Touristen aus Asien fehlen
So sei der zwischen Zermatt und St.Moritz verkehrende Glacier Express, den die Walliser gemeinsam mit der Rhätischen Bahn betreiben, aufgrund behördlicher Vorgaben vom 22. Dezember 2020 bis Anfang Mai 2021 während 137 Betriebstagen nicht gefahren und auch zahlreiche Erlebnisfahrten der Matterhorn Gotthard Bahn seien abgesagt worden. Und auch die Gornergrat schränkte ihr Angebot ein. Zudem fehlen den Tourismusanbietern in Europa und der Schweiz nach wie vor Touristen aus Asien.

Beim Glacier Express wuchs über das gesamte Jahr hinweg die Zahl der Reisenden gegenüber dem noch stärker von Corona geprägten Jahr 2020 um gut ein Fünftel auf 71’729 Gäste. Das war jedoch nur 28 Prozent des Gästevolumens von 2019. Bei den Reisen auf den Gornergrat ging die Gästezahl im letzten Jahr zwar um 2,8 Prozent auf 419’537 zurück, dagegen nahm der Ertrag dank höheren Einnahmen pro Gast um 14 Prozent auf 19,8 Millionen Franken zu.

Viele Schweizer machen Ferien im eigenen Land
Am Gornergrat habe der Heimmarkt Schweiz zumindest einen Teil der fehlenden Touristen aus dem Ausland aufgefangen, heisst es. Viele Schweizerinnen und Schweizer hätten auch im zweiten Coronajahr ihre Ferien im eigenen Land verbracht.

Auch das Geschäftsfeld Mobilität unter anderem mit der Matterhorn Gottard Bahn litt weiter unter der Pandemie: Die Nachfrage nach Dienstleistungen des öffentlichen Verkehrs habe zwar wieder zugenommen, stagntierte aber im Vergleich zum Vorkrisenniveau schweizweit bei rund 70 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich der Ertrag um 6,9 Prozent auf 49,4 Millionen Franken. Der Autoverlad Furka verzeichnete derweil einen Rekord und steigerte den Ertrag um 19 Prozent auf 1,26 Millionen.

Wieder mit Gewinn
Aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen habe die Gruppe frühzeitig ein Sparprogramm eingeführt und verglichen mit dem Jahr davor hätten Leistungen der öffentlichen Hand das Ergebnis mit knapp 10 Millionen Franken mehr gestützt. Der operative Gewinn kletterte auf Stufe EBITDA um 80 Prozent auf 29,3 Millionen in die Höhe und unter dem Strich schrieb die Gruppe einen Gewinn von 3,72 Millionen nach einem Verlust von 9,44 Millionen im Jahr 2020.

Dividende von 3 Franken
Die Aktionärinnen und Aktionäre der BVZ Holding erhalten nach dem Verzicht im Vorjahr wieder ein Dividende. An der Generalversammlung Mitte April schlägt der Verwaltungsrat eine «moderate» Ausschüttung von 3 Franken je Aktie vor. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren wurden 7,50 Franken und vor drei Jahren 14 Franken bezahlt.

Die Zukunft bleibt für die BVZ ungewiss, auch angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen in der Ukraine. Deren Einfluss auf den Tourismus sei nur schwer abschätzbar, heisst es. Doch die Gruppe sei gut aufgestellt und es sei damit zu rechnen, dass die Nachfrage nach Freizeiterlebnissen sowie Transportleistungen anziehen werde, um rasch an die positive Entwicklung der Vorkrisenzeit anknüpfen zu können, gibt sich die BVZ zuversichtlich. (awp/mc/pg)

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