Dätwyler senkt Jahresziele – Aktie bricht ein

Dirk Lambrecht
Dätwyler-CEO Dirk Lambrecht. (Foto: Dätwyler)

Altdorf – Der Industriekonzern Dätwyler senkt seine Jahresziele. Schuld sind die steigenden Inputkosten an allen Standorten, der anhaltende Mangel an Elektronikkomponenten in der Automobilindustrie sowie der Pandemie-Lockdown in China. Dätwyler selbst sei derweil voll lieferfähig.

Durch die zeitverzögerte Wirkung der umgesetzten Preiserhöhungen und Einsparungen ergebe sich ein temporärer Margendruck, teilt Dätwyler am Mittwoch mit. So peilt das Unternehmen für das laufende Jahr noch einen Umsatz zwischen 1,15 und 1,20 Milliarden Franken an – inklusive der akquirierten QSR und Yantai Xinhui. Die EBIT-Marge soll zwischen 13 und 16 Prozent liegen.

Mit Bekanntgabe der Jahreszahlen im Februar hatte Dätwyler noch eine EBIT-Marge am unteren Ende des Zielbandes von 18 bis 21 Prozent erwartet. Das erwartete Umsatzwachstum sollte den oberen Rand des Zielbandes von 6 bis 10 Prozent übertreffen. Aufgrund der oben erwähnten Zukäufe sowie dem Verkauf von Reichelt im Vorjahr ist das Umsatzwachstum aber schwer vergleichbar, soll aber weiterhin über dem Zielband liegen.

Mittelfristig seien die ursprünglichen Zielbänder für Umsatz und EBIT-Marge unverändert gültig, heisst es weiter. Mit Veröffentlichung des Halbjahresberichts gebe es eine Aktualisierung der Jahresziele.

Aktie gibt deutlich nach
Für die Aktien von Dätwyler geht es nach der gesenkten Prognose deutlich abwärts. Um 11.20 Uhr fallen die Titel um 16,1 Prozent auf 239,00 Franken. Analysten zeigen sich angesichts des schwierigen Umfelds mit steigenden Rohstoffpreisen wenig überrascht von der gesenkten Prognose. Für Vontobel dürfte derweil insbesondere die Zielsenkung für die EBIT-Marge einen negativen Einfluss auf den Aktienkurs nehmen.

Ähnlich sieht es die ZKB. Bei der Umsatzguidance liege man selbst wie auch der Konsens bereits leicht unter der aktuellen Unternehmenszielsetzung. Bei der EBIT-Marge bestehe aber durchaus Anpassungsbedarf. Da die mittelfristigen Ziele hingegen bestätigt wurden, dürfte sich der Margendruck dank Preiserhöhungen und Kosteneinsparungen über die Zeit wohl abschwächen. (awp/mc/pg)

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