Edisun Power 2014 erstmals seit Börsengang mit Gewinn

Rainer Isenrich
Rainer Isenrich, VRP und CEO Edisun Power. (Foto: Edisun Power)

Rainer Isenrich, CEO, CFO und neu auch VRP Edisun Power. (Foto: Edisun Power)

Zürich – Der Solarstrom-Produzent Edisun Power hat 2014 zwar weniger Umsatz gemacht, aber aufgrund von Kostenreduktionen und positiven Einmaleffekten dennoch einen Gewinn erzielt. Im laufenden Jahr erwartet das Unternehmen eine Belastung durch die Frankenstärke. Zudem soll künftig der Unternehmens- und Finanzchef Rainer Isenrich zusätzlich als Verwaltungsratspräsident in einer Person agieren.

2014 sank die Stromproduktion der Gruppe 2,5% auf 15,8 Mio Kilowattstunden. Als Grund für den Rückgang nennt Edisun den im Vorjahr erfolgten Verkauf von 39 kleinen Schweizer Anlagen. Auf vergleichbarer Basis sei der Stromertrag 2014 3,7% höher als 2013 ausgefallen, teilte die Gesellschaft am Mittwoch mit. Da die verkauften Anlagen aufgrund ihres Alters hohe Vergütungssätze hatten, reduzierte sich der Umsatz stärker als die Zahl der Kilowattstunden – nämlich um 8,4% auf 7,9 Mio CHF.

Die erste Jahreshälfte habe wetterbedingt sehr gute Erträge geliefert, der schlechte Sommer habe dann aber das ganze Jahr zu einem durchschnittlichen Jahr für die Stromerträge der Edisun Power Anlagen werden lassen, hiess es. Doch das Anfang 2014 initiierte zweite Kostenreduktionsprogramm erzielte die geplante Wirkung, und der EBITDA stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Mio auf 5,1 Mio CHF. Unter dem Strich bleib erstmalig seit dem Börsengang 2008 ein positives Nettoresultat von 0,4 Mio – nach einem Verlust von 3,5 Mio im Vorjahr aufgrund von Werteberichtigungen auf Anlagen.

Ohne Einmaleffekte Verlust von 0,1 Mio
Das anhaltende Tiefzinsumfeld habe es 2014 erlaubt, einen Teil der bestehenden Wertberichtigungen auf Anlagen aufzulösen, hiess es. Insgesamt betrug der positive Nettoeffekt aus Wertberichtigungen 0,37 Mio nach -2,6 Mio im Vorjahr bei. Darüber hinaus führten weitere betriebliche Sondereffekte zu einem Ergebnisbeitrag von insgesamt 0,16 Mio.

Dank der Refinanzierung einer Obligationenanleihe Anfang 2014 und der damit einhergehenden Rückzahlung von Schulden über 8 Mio CHF sowie der bereits 2013 um 5 Mio reduzierten Schulden verringerten sich die Finanzkosten insgesamt um 0,7 Mio auf 2,0 Mio, was wesentlich zum Reingewinn beigetragen hat. Ohne die Einmaleffekte hätte sich ein Verlust in der Höhe von -0,1 Mio ergeben. Allerdings seien auch die umgesetzten Kosteneinsparungen erst ab Mitte Jahr 2014 voll ergebniswirksam gewesen.

Eine Dividendenausschüttung wird nicht vorgeschlagen. Ursprünglich einmal hatte das Unternehmen die Ausschüttung einer Dividende oder einer Nennwertrückzahlung für das Geschäftsjahr angestrebt.

Belastung durch Frankenstärke
Im laufenden Geschäftsjahr werde sich die Aufhebung des Euromindestkurses durch die Nationalbank negativ auswirken, da gut 80% des Umsatzes in Euro anfallen, so Edisun zum Ausblick. Der negative Effekt auf das Nettoresultat dürfte sich demnach bei einem Wechselkurs von 1,05 CHF/EUR auf etwa 0,2 Mio CHF belaufen.

Um trotz der neuen Währungssituation ein nachhaltig positives Resultat zu erreichen, müsse mit der bestehenden Kostenstruktur in weitere Anlagen investiert werden. Primär sei der Kauf von mittelgrossen Photovoltaikanlagen in den angestammten Zielmärkten vorgesehen, wobei grundsätzlich auch Investitionen in andere erneuerbare Energien denkbar seien.

Zu diesem Zweck werde der Verwaltungsrat, wie bereits bekannt, der Generalversammlung am 29. Mai 2015 die Schaffung von genehmigtem Kapital über 5 Mio CHF beantragen. Zudem habe das Gremium entschieden, eine aufstockbare achtjährige Obligationenanleihe über 5 Mio zu 2,25% per 1. Juli 2015 herauszugeben, hiess es am Mittwoch. Die Edisun Power Europe AG besitzt eigenen Angaben nach insgesamt 32 Solarstromanlagen in der Schweiz, in Deutschland, Spanien und Frankreich – mit einer Gesamtleistung von gut 13 Megawatt.

CEO/CFO Isenrich neu auch VRP
Nach dem Abgang von Hansjürg Leibundgut im Februar 2015 – aufgrund unterschiedlicher Ansichten über die strategische Ausrichtung des Unternehmens, wie es hiess – soll Unternehmenschef Isenrich das Amt des VRP bekleiden. Auch der ehemalige Zürcher Stadtpräsident Elmar Ledergerber stehe nicht mehr für eine weitere Amtsperiode als VR zur Verfügung, hiess es am Mittwoch. Das Gremium schlage der GV deshalb vor, Fulvio Micheletti, einen langjährigen Leiter des Schweizer Firmenkundengeschäfts der UBS, als weiteren VR zu wählen.

Edisun Power hatte sich im Februar 2013 ein umfassendes Kostensparprogramm verordnet und ein Jahr später, im Februar 2014, den Rückzug von der Schweizer Börse für 2015 angekündigt. Dem trat im Mai 2015 eine Aktionärsgruppe um Leibundgut und Nef entgegen, die sich für eine Wachstumsstrategie und für den Verbleib an der SIX aussprach. Übrig ist nun lediglich Nef, der als Vize-Präsident bis zur GV derzeit die Funktion des Präsidenten wahrnimmt. (awp/mc/upd/ps)

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