Europa Forum Luzern: „Schneller, flexibler und effizienter werden“

Christine Leister

Christiane Leister, CEO der Leister AG, Sarnen/OW. (Foto: zvg)

Luzern – „Die Dichte der administrativen Regelungen ist betreffend Kostenfolge und Zeiterfordernis zu hinterfragen“, sagt Christiane Leister zu den Rahmenbedingungen für Unternehmen. Sie wirke sich auf die Wettbewerbsfähigkeit aus. Auf der anderen Seite sorge Swissness immer noch für Rückenwind.

Welchen Herausforderungen sich die Leister-Group mit einem Exportanteil von 95% in der globalisierten Weltwirtschaft stellt, erläutert Christiane Leister, CEO der Leister AG, Sarnen/OW, die am Europa Forum Luzern vom 11. November 2013 über den Wirtschaftsstandort Schweiz mitdiskutiert.

Europa Forum: Die Schweiz sieht sich in vielen Belangen als Sonderfall. Welches Image hat die Schweiz bei Ihren ausländischen Geschäftspartnern?

Leister: Weltweit schätzen unsere Kunden und Vertriebspartner die Innovationsfähigkeit und die seit Jahrzehnten bekannte Leister-Qualität. Hiermit können wir unsere Produkte gegenüber den Mitbewerbern differenzieren und positiv abgrenzen. Darüber hinaus zählen im Umgang mit Geschäftspartnern Schweizer Werte und Verhaltensweisen wie Zuverlässigkeit, Partnerschaft und Präzision. Das schafft Vertrauen bei Geschäftspartnern. Die Markennamen ‚Leister‘ für das Kerngeschäft Kunststoff-Schweissgeräte und Module für Prozesswärme sowie ‚axetris‘ für unsere Aktivitäten im Bereich Gas-Sensorik und Mikro-Optik werden entsprechend positiv mit diesen Werten schweizerischen Ursprungs in Zusammenhang gebracht.

Bringt das Image des Unternehmensstandorts Schweiz Vorteile?

Leister: Wir stellen immer wieder fest, dass das Image Schweiz auf positive Resonanz stösst. Swissness ist vor allem bei Geschäftsmodellen gefragt, welche auf Partnerschaften, Design-in-Konzepten sowie Solution Provider setzen. Auch bei Sonderanfertigungen, Serien mit kleinen und mittleren Losgrössen sowie Nischenprodukten sorgt Swissness für Rückenwind. Der Unternehmensstandort Schweiz wird allerdings zusehends mit einem recht hohen Preis-Leistungs-Verhältnis in Verbindung gebracht.

Welche Herausforderungen gilt es für die Leister Gruppe zu bewältigen?

Leister: Mit einem Exportanteil von über 95% gilt es international die Wettbewerbsfähigkeit zu halten und die Markführerschaft zu verteidigen. Das kann nicht nur mit Innovationskraft und Qualität erreicht werden. Neue Wettbewerber aus den wachsenden Emerging Markets stellen vor Ort auf die Bedürfnisse ihrer Kunden ab. Mit guten, innovativen Ideen, Skalierungseffekten und niedrigeren Produktionskosten versuchen sie Marktvorteile zu realisieren.

Müssten in der Schweiz Rahmenbedingungen verändert werden, damit Unternehmen auch in Zukunft konkurrenzfähig sind?

Leister: Der War for Talents, insbesondere in den technischen Berufen, wirkt sich in verschiedener Hinsicht negativ aus. Es gibt einen Druck auf höhere Saläre was nicht immer mit entsprechenden Produktivitätssteigerungen kompensiert werden kann. Weiterhin dauern Rekrutierungen zu lange, was dazu führt, dass wir unsere neuen Produkte und Innovationen nicht immer entsprechend der Notwendigkeit Time to Market anbieten können. Die Dichte der administrativen Regelungen ist betreffend Kostenfolge und Zeiterfordernis ebenfalls zu hinterfragen.

Was müssen Unternehmen selber zur Konkurrenzfähigkeit beitragen? Wie bleibt Leister konkurrenzfähig?

Leister: Wir können auf Potentiale zur Verbesserung der Rahmenbedingungen nur aufmerksam machen. Unseren direkten Beitrag müssen wir in der Leister-Gruppe leisten: Massnahmen und Projekte initiieren um schneller, flexibler und effizienter zu werden. Ständig Ausschau nach Optimierungspotential halten und unsere Unternehmenskultur auf die neuen Gegebenheiten des Wettbewerbs in einer globalisierten Weltwirtschaft ausrichten.

Herbst-Forum 2013
25. internat. Europa Forum Luzern
Swiss Images – Blicke auf die Schweiz
Montag, 11. November 2013, KKL Luzern
Weitere Infos und Anmeldung: www.europa-forum-luzern.ch
Symposium: 12 bis 18 Uhr Eintritt CHF 290.- / 90.- (Studenten)
Öffentliche Veranstaltung: 18.40 Uhr bis 20.30  (Eintritt frei – Anmeldung erforderlich)

(Europa Forum Luzern/mc/pg)

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