Gategroup hat 2013 in Gewinnzone zurückgefunden

Andrew Gibson

Andrew Gibson, CEO Gategroup. (Bild: Gategroup)

Kloten – Die Gategroup ist im vergangenen Geschäftsjahr 2013 zwar nur minimal gewachsen, ist aber trotzdem in die Gewinnzone zurückgekehrt. Die bereits vor einiger Zeit gestartete Restrukturierung vor allem im europäischen Fluggeschäft scheint damit geglückt. Entsprechend soll auch wieder eine – zumindest kleine – Dividende bezahlt werden. Für den weiteren Jahresverlauf bleibt der Konzern vorsichtig, sieht aber auch Chancen.

Der vor allem im Bereich Airline tätige Konzern steigerte den Umsatz um 0,3% auf 3,00 Mrd CHF (+2,9% zu konstanten Währungen), wie er am Donnerstag mitteilte. Die Zunahme beim Umsatz erklärt sich hauptsächlich mit dem zugrundeliegenden Volumenwachstum (+3,2%) und leicht positiven Effekten aus Übernahme- und Fusionsaktivitäten, die allerdings durch Netto-Kontraktverluste (-0,4%), einen negativen Rate/Mix Effekt (-0,6%) und die Währungsentwicklung (-2,5%) hauptsächlich im zweiten Halbjahr aufgehoben wurden.

Auf Stufe EBITA ergab sich zwar ein leichtes Minus von 1,8% auf 168,1 Mio CHF und ein leichter Rückgang der Marge auf 5,6% von 5,7%. Nach einem Wert von lediglich 4,3% im ersten Halbjahr fiel die Marge mit 6,9% im zweiten Halbjahr aber deutlich besser aus. Der Betriebsgewinn konnte derweil im Jahresvergleich mit 98,6 Mio CHF mehr als versechsfacht werden, was vor allem mit tieferen Restrukturierungskosten und geringeren Goodwill-Abschreibungen begründet wird. Man habe die erwarteten Einsparungen von 25 Mio CHF für 2013 erzielt, heisst es. Unter dem Strich verblieb ein Reingewinn von 21,0 Mio CHF nach einem Verlust von 56,3 Mio CHF im Jahr davor. Die Zahlen lagen beim Umsatz etwas unter, bei den Gewinnzahlen leicht über den Erwartungen.

«Finanzielle Ziele erreicht»
Im wichtigsten Geschäftsbereich Airline Solutions, der das klassische Flugzeug-Catering umfasst, stagnierte Gategroup umsatzmässig bei knapp 2,6 Mrd CHF, zu konstanten Wechselkursen legte der Umsatz aber um 3% zu. Der zweite und deutlich kleinere Geschäftsbereich Product and Supply Chain Management (PSCM) wuchs wechselkursbereinigt um 3,7% auf knapp 600 Mio CHF.

CEO Andrew Gibson zeigte sich in der Mitteilung zufrieden: «Gategroup hat 2013 grosse Fortschritte gemacht, insbesondere auch mit der nachhaltigen Verbesserung im Segment Airline Solutions.»

Nach der Rückkehr in die Gewinnzone soll laut VR-Antrag auch wieder eine (steuerfreie) Dividende ausbezahlt werden, und zwar 0,30 CHF pro Aktie. Der Verwaltungsrat wird ausserdem Ilona De March (1963, Schweizer und Deutsche Staatsbürgerin) als neues Mitglied des Gremiums vorschlagen, während David Siegel, VR-Mitglied seit 2004, nicht mehr zur Wiederwahl antritt.

Risiken und Chancen für das laufende Jahr
Für das laufende Jahr zeigt sich der Konzern weiter eher vorsichtig. Er erwartet eine flache Umsatzentwicklung und eine EBITDA Marge zwischen 5,6% und 6,2%. Aus heutiger Sicht sei bei der globalen Wirtschaft auch im 2014 mit einem uneinheitlichen Verlauf und damit einhergehenden Währungsschwankungen zu rechnen, heisst es. Im Airline-Geschäft wird insgesamt ein leichtes Umsatz-Minus bei einer EBITDA-Marge von 6,5-7,0% erwartet, im Bereich PSCM ein Wachstum von 3-5% sowie eine Marge von 6,5-7,5%. Nach Regionen sieht Gategroup vor allem in Europa ein weiteres Minus (2-6%), während Nordamerika und die Emerging Markets einstellig wachsen sollten.

CEO Gibson sieht aber auch «viele Chancen» für Gategroup. Der Konzern, der vor allem unter dem Kostenruck der europäischen Billigairlines gelitten hat oder noch immer leidet, hat im vergangenen Jahr diverse Verträge neu abgeschlossen oder verlängern können, die für die Zukunft wichtig sind. Die mittelfristigen Ziele bis 2016 zu Umsatz und EBITDA wurden denn auch bestätigt.

An der Börse kam es zu Gewinnmitnahmen nach einem starken Anstieg in den letzten Wochen. Das Papier notiert am frühen Nachmittag 1,9% tiefer bei 27,85 CHF (SPI -0,4%). Die Kommentare sind aber eher wohlwollend. Der positive Effekt aus der Umstrukturierung werde sich auch im laufenden Jahr fortsetzen, kommentierte etwa die Bank Vontobel. (awp/mc/upd/ps)

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