Georg Fischer wächst kräftig und erhöht Dividende

Andreas Müller
Andreas Müller, CEO Georg Fischer. (Foto: Georg Fischer)

Schaffhausen – Georg Fischer hat im Geschäftsjahr 2021 beim Umsatz zweistellig und beim Gewinn noch kräftiger zugelegt. Der Erholungskurs nach dem Pandemie-Einbruch von 2020 hat sich damit fortgesetzt. Der Krieg in der Ukraine bereitet der Firmenleitung zwar Sorgen, dürfte sich aber kaum direkt auf die Zahlen von 2022 auswirken.

Der Industriekonzern hat wie viele andere Unternehmen wegen des Krieges in der Ukraine die Lieferungen nach Russland eingestellt. «Dies gilt seit vergangenem Donnerstag», sagte CEO Andreas Müller an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Betroffen davon sei indes einzig die Maschinenbau-Division.

Die Leichtmetallguss-Division Casting Solutions liefere keine Produkte nach Russland, während Produkte der Division Piping Systems weiterhin geliefert würden, sofern sie für die kommunale Wasserversorgung der Bevölkerung benötigt würden. «Insgesamt ist der Umsatz, den wir in Russland erzielen, mit einem Anteil am Konzernumsatz von unter 0,5 Prozent aber sehr gering», sagte Müller.

Von den Kriegssorgen abgesehen, zeigt sich das Unternehmen für das laufende Jahr relativ zuversichtlich. Man sei mit einer vielversprechenden Auftragslage und einer positiven Dynamik in allen Divisionen ins Jahr 2022 gestartet, hiess es.

Prognosen unter Vorbehalt
CEO Müller erwartet ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich, unter Ausklammerung allfälliger weiterer Preiserhöhungen. Bei der operativen Gewinnmarge (EBIT) geht er von einer weiteren Verbesserung gegenüber den 7,5 Prozent von 2021 aus. Diese Prognosen stehen allerdings unter dem Vorbehalt, dass der Konflikt in der Ukraine nicht weiter eskaliert.

Entsprechend vorsichtig wurde auch die offizielle Prognose in der Mitteilung formuliert: «Unter der Annahme, dass sich die Herausforderungen abschwächen und keine unvorhergesehenen Umstände eintreten, wird für 2022 sowohl bei Umsatz als auch Gewinn ein weiterer Schritt zur Erreichung der Strategieziele 2025 erwartet.»

Mit Blick auf die Divisionen hob er die derzeit gut laufenden Märkte für Mikroelektronik, Rechenzentren und Wasseraufbereitung hervor, welche die Entwicklung der grössten Division Piping Systems stützten. Für die Division Casting Solutions verspricht er sich Wachstum dank der hohen Nachfrage nach leichten Teilen für die Autoindustrie und dort insbesondere für den Sektor Elektrofahrzeuge. GF produziert etwa Gehäuse für die Motoren oder für Achsen von E-Autos.

Applaus von der Börse
Mit den Zahlen hat GF die Investoren überzeugt, was sich in einer starken Aktie in einem negativen Gesamtmarkt äussert. Der Umsatz stieg um knapp 17 Prozent auf 3,7 Milliarden Franken. Der Bestellungseingang schnellte gleichzeitig um 28 Prozent auf über 4 Milliarden hoch. Zum Umsatzwachstum haben alle Divisionen beigetragen, am meisten aber die Maschinenbau-Sparte.

Angesichts des hohen Wachstums legte auch der Gewinn massiv zu. Das operative Ergebnis (EBIT) kletterte um 67 Prozent auf 278 Millionen Franken und das Reinergebnis um mehr als 84 Prozent auf 214 Millionen. Die Dividende soll denn auch um ein Drittel auf 20 Franken erhöht werden. (awp/mc/ps)

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