Gurit: Umsatz geht um 19% zurück – Gewinneinbruch

Rudolf Hadorn

Rudolf Hadorn, CEO Gurit.

Wattwil – Gurit hat 2013 einen Gruppenumsatz von CHF 281.1 Mio. erzielt; dies ist gegenüber 2012 ein Rückgang von 19.9%. Die tieferen Liefermengen in den Windenergie-Markt drückten auf den Betriebsgewinn. Die Preiserosion im Windenergie-Markt, gewisse Ineffizienzen und vor allem mit der neuen Strategie im Bereich der PVC-Kernwerkstoffe verbundene Wertberichtigungen von netto CHF 1.4 Mio. belasteten den Betriebsgewinn zusätzlich. Dank rigorosen Massnahmen auf der Kostenseite blieb Gurit profitabel und erzielte einen Betriebsgewinn von CHF 6.5 Mio. (VJ 12.7 Mio.) oder eine Betriebsgewinn-Marge von 2.3%. Unter dem Strich blieb ein Jahresgewinn von CHF 0.1 Mio., nach 13.7 Mio im Vorjahr, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Gurit Composite Materials erzielte einen um 26.7% tieferen Umsatz von CHF 227.3 Mio. Die Verkäufe in den Windenergie-Markt litten zu Beginn des Jahres stark unter der späten Subventionserneuerung in den USA sowie unter der weiter sinkenden Nachfrage nach Glasfaser-Prepreg in Europa. Die Materiallieferungen an Bootsbau- und Industriekunden legten demgegenüber sehr erfreulich zu, vor allem dank grosser Aufträge aus dem Infrastruktur- und Militärboot-Markt.

Gurit Composite Systems and Engineering entwickelte die Aktivitäten 2013 erfolgreich weiter und erzielte einen 31.9% höheren Umsatz von CHF 53.8 Mio. Im vierten Quartal erreichte der Umsatz mit CHF 16.9 Mio. ein neues Hoch. Das Geschäft mit Auto-Karosserieteilen legte übers Jahr 24.1% zu. Engineered Structures steigerte den Umsatz vor allem dank grosser Lieferungen von Verbundwerkstoffteilen für Busse um 60.5%. Im Formenbau stieg der Umsatz gegenüber Vorjahr um 31.3%, vor allem aufgrund grosser Lieferungen an ausser-chinesische Kunden in der zweiten Jahreshälfte.

Resultate vom schwachen Windenergie-Markt überschattet
Aufgrund der tieferen Materiallieferungen in den Windenergie-Markt waren die Fixkosten ungenügend abgedeckt. Unterjährige Nachfrageschwankungen bei gewissen Materialen haben zudem zu Ineffizienzen in der Produktion geführt. Der Preisdruck im Windenergie-Markt und Wertberichtigungen von netto CHF 1.4 Mio. drückten ebenfalls auf den Betriebsgewinn. Dieser erreichte CHF 6.5 Mio. oder 2.3 Umsatzprozente nach CHF 12.7 Mio. oder 3.6 Umsatzprozenten vor Jahresfrist. Nach Steueraufwendungen von CHF 4.7 Mio. (2012: Steuereinkünfte von CHF 2.6 Mio.) erzielte Gurit 2013 einen Jahresgewinn von CHF 0.1 Mio. Dies entspricht je kotierte Inhaberaktie einem Gewinn von CHF 0.24 nach CHF 29.39 vor einem Jahr.

Vorsichtig optimistischer Ausblick
Gurit ist bezüglich der Umsatzentwicklung im Windenergie-Markt vorsichtig optimistisch. Die für 2013 erneuerten US-Subventionen kommen auch bei vielen Projekten 2014 noch zum Tragen. Im chinesischen Markt gibt es Anzeichen eines Aufschwungs, und Gurit profitiert zudem vom weiter ausgebauten Angebot an Strukturkernmaterialien. Nicht zuletzt ist der Technologiewandel weg von Glasfaser-Prepregs hin zur Glasfaser-Infusionstechnologie nun praktisch abgeschlossen. Die Verkäufe in den Windenergie-Markt dürften daher 2014 deutlich zulegen. Alle übrigen Gruppenaktivitäten sollten ebenfalls wachsen. Gurit ist zuversichtlich, den Betriebsertrag von 2013 wieder deutlich zu verbessern.

Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung vom 10. April 2014 vor, je kotierte Inhaberaktie CHF 7.50 aus Reserven aus früheren Kapitaleinlagen auszuschütten. (Gurit/mc/ps)

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