KOF rechnet mit Anstieg der Gesundheitsausgaben um 3,7%

Labor

Zürich – Die Gesundheitsausgaben steigen dieses Jahr laut der Prognose der KOF um 3.7%. Das ist ein etwas grösseres Plus als 2018 (2.8%) und 2017 (2.6%). Verantwortlich für das stärkere Wachstum sind unter anderem die leicht steigenden Löhne und die Zunahme der Zahl älterer Personen. Dies sind die Ergebnisse der halbjährlichen KOF Gesundheitsausgabenprognose, die mit einem Forschungsbeitrag vom Schweizerischen Apothekerverband pharmaSuisse und der Vereinigung der Gruppierungen unabhängiger Apotheken (VGUA) erstellt wurde.

Verantwortlich für das schwächere Wachstum in den Vorjahren sind unter anderem die Lohn- und die Bevölkerungsentwicklung. 2018 war das nominale Lohnwachstum vergleichsweise niedrig. Da das Gesundheitswesen ein personalintensiver Sektor ist, spiegeln sich Lohnanstiege direkt im Anstieg der Gesundheitsausgaben wider. Ausserdem nahm die Anzahl älterer Personen weniger stark zu als in den Bevölkerungsszenarien erwartet. Auch die totale Bevölkerungsentwicklung war schwächer als in den Jahren zuvor.

Höhere Löhne sorgen für steigende Ausgaben
2019 steigen die Löhne gemäss Prognose wieder etwas stärker an und die Zahl älterer Menschen nimmt weiter zu. Gleichzeitig werden politische Massnahmen wirksam, die das Kostenwachstum bremsen sollten. Auch im nächsten Jahr dürfte sich das nominale Lohnwachstum weiter erhöhen und die Zunahme bei der älteren Bevölkerung anhalten. Die KOF rechnet für 2020 mit einem Anstieg der Gesundheitsausgaben um 3.6%. Das Verhältnis der Gesundheitsausgaben zum BIP dürfte bis dahin auf 12.6% ansteigen.

Insbesondere die Ausgaben für den Bereich «Unterstützende Dienstleistungen», der unter anderem die Laboranalysen beinhaltet, dürften weiterhin kräftig ansteigen – allerdings mit etwas moderaterem Tempo als in der jüngsten Vergangenheit. Auch die Verschiebung von stationär zu ambulant hält an. Zudem ist aufgrund der steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen zu erwarten, dass der Bereich «Langzeitpflege» weiter expandiert.

Volkswirtschaftliche Bedeutung des Gesundheitssektors
Die Bedeutung des Gesundheitssektors für die Schweizer Wirtschaft nimmt weiter zu. Der Anteil des Gesundheitswesens an der gesamten Wertschöpfung stieg zwischen 1997 und 2016 von 3.9% auf 5.4%. Im Jahr 2017 waren 281‘000 Personen oder 7.3% der Gesamtbeschäftigten in diesem Sektor tätig (in Vollzeitäquivalenten gerechnet). (KOF/mc/pg)

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