Lem im ersten Quartal mit Einbrüchen bei Umsatz und Gewinn

Frank Rehfeld
LEM-CEO Frank Rehfeld. (Foto: LEM)

Freiburg – Der Elektronikkomponentenhersteller Lem hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs 2020/21 die Coronakrise stark zu spüren bekommen. Umsatz und Betriebsergebnis gingen markant zurück. Eine Prognose gibt das Unternehmen noch nicht ab.

Der Umsatz der Gruppe im Berichtsquartal (April bis Juni) ging um 10,1 Prozent auf 74,3 Millionen Franken zurück, wie Lem am Mittwoch mitteilte. Wechselkursbereinigt betrugt das Minus 4,6 Prozent. Der Betriebsgewinn (EBIT) fiel mit 13,3 Millionen Franken um 20,2 Prozent tiefer aus als im Vorjahr. Entsprechend sank auch der Reingewinn um 19,8 Prozent auf 11,1 Millionen Franken.

Dies sei keine Überraschung, wird Lem-Chef Frank Rehfeld in der Mitteilung zitiert. Die Ergebnisse würden die erheblichen Auswirkungen der Pandemie auf den Umsatz, die Aufträge und die Rentabilität von Lem widerspiegeln, hiess es. Rehfeld betonte aber die geografische Breite von Lem, die für eine gewisse Risikostreuung gesorgt habe.

Dass auch die Bruttomarge um 200 Basispunkte auf 44,5 Prozent zurückgegangen ist, führt Finanzchef Andrea Borla zudem auf die höheren Kosten für die Luftfracht zurück, die während des Lockdowns entstanden sind.

Mit den Quartalszahlen hat die Lem-Gruppe die Erwartungen von Analysten übertroffen. Im Durchschnitt (AWP-Konsens) wurde ein Umsatz von 70,7 Millionen Franken erwartet. Beim EBIT beliefen sich die Schätzungen auf durchschnittlich 11,0 Millionen Franken und beim Reingewinn auf 8 Millionen Franken, wobei die Bandbreite allerdings sehr breit war.

Pandemieauswirkungen unklar
Im Industriesegment verbuchte Lem einen Umsatzrückgang um 7,4 Prozent auf 59,8 Millionen Franken, zu konstanten Wechselkursen ging der Umsatz allerdings nur um 1,7 Prozent zurück. Covid-19 habe sich dabei auf zwei Arten ausgewirkt: Einerseits durch kurzfristige, physische Schliessungen, während denen die Kunden keine Produkte erhalten konnten. Andererseits aber auch längerfristig, indem die Kunden bei Investitionen zögern, hiess es im Communiqué.

Aus diesem Grund könnte es noch einige Zeit dauern, bis die vollen Auswirkungen der Pandemie auf das Geschäft im Business-to-Business-Bereich ersichtlich würden, weil die Geschäftskunden unterschiedliche Investitionszyklen hätten. Weitere Angaben zur Entwicklung im Gesamtjahr machte das Unternehmen entgegen früherer Aussagen von Finanzchef Borla nicht.

Während im wichtigsten Markt China hauptsächlich dank der Sparte Erneuerbare Energien der Umsatz stieg (+3,2%), nahmen die Verkäufe in Europa (-10,7%), in Nordamerika (-19,5) und der übrigen Welt (-13%) ab.

Gleichzeitig war aber auch ein deutlicher Rückgang um ein Drittel bei den Bestellungen zu verzeichnen, hiess es weiter. Dieser sei hauptsächlich auf die Auswirkungen des Lockdowns im Zugbau und die zunehmende Vorsicht der Kunden bei der Vergabe langfristiger Aufträge, insbesondere im Bereich Antriebe und Hochpräzision, zurückzuführen.

Autosegment neu aufgeteilt
Im Automobilsektor verzeichnete Lem einen Rückgang um 19,5 Prozent auf 14,5 Millionen Franken. Hier hatte das Unternehmen in China mit minus 32,4 Prozent den grössten Rückgang zu verzeichnen. Zeitlich später seien die Pandemieauswirkungen in Europa und Nordamerika zu spüren gewesen, die zu Umsatzrückgänge von 9,2 Prozent in Europa und 57,6 Prozent in Nordamerika geführt haben.

Auch in diesem Bereich habe das Unternehmen grosse Bestellungsrückgänge um 30 Prozent hinnehmen müssen, weil viele Erstausrüster um ihr Überleben kämpfen.

Den Automobilbereich teilte Lem erstmals in diesem Quartal in die Bereiche Batteriemanagement, Motorsteuerung und Ladesysteme auf. Dies spiegle besser wider, wie die Kunden die verschiedenen Anwendungen des Unternehmens einsetzen. Zuvor hatte Lem jeweils nur in das konventionelle und «grüne» Segment eingeteilt. (awp/mc/ps)

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